Römerberg / Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel „Pestalozzis“ gehen später als geplant ins Exil

Wird Ausweichquartier für Speyerer Förderschüler: Schulgebäude in Berghausen.
Wird Ausweichquartier für Speyerer Förderschüler: Schulgebäude in Berghausen.

Die Speyerer Johann-Heinrich-Pestalozzi-Förderschule braucht ein Ausweichquartier. Gefunden wurde es im Schulgebäude in Berghausen. Der ursprünglich geplante Starttermin der „Pestalozzis“ in Römerberg nach den Sommerferien ist indes nicht zu halten.

Die anstehende Erweiterung der Förderschule im Speyerer Stadtteil Vogelgesang erfordert den zeitweisen Umzug der Schüler. Zwei Jahre plant die Stadt für die Aufstockung des bestehenden Gebäudes. Sieben Räume im ersten und zweiten Obergeschoss, direkt über der Berghausener Grundschule, werden derzeit nach Angaben von Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) für den Einzug der behinderten Schüler aus Speyer vorbereitet.

„Bis zum ersten Schultag ist das keinesfalls zu schaffen“, berichtet er auf RHEINPFALZ-Nachfrage von technischen Problemen, Rohstoff- und Handwerkermangel sowie dem noch ausstehenden Einbau des für die Pestalozzis unverzichtbaren Aufzugs. Die Auftragsvergabe dafür hat der Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Zudem müssten die beiden Treppenhäuser im Gebäude aus Brandschutzgründen separiert werden.

Umbauten und Absprachen

„Der Teufel steckt wie immer im Detail“, sagt Hoffmann. Zu denen gehörten zu verlegende Kabel in den Klassenzimmern oder neue Decken über den Gängen. Im zweiten Obergeschoss müssten zusätzliche Toiletten eingebaut werden. Und auch die Absprache der gemeinsame Nutzung von Sporthalle, Schulhof und Gemeinschaftsküche ist Thema. Der Einbau einer Küchenzeile in jedem Förderschul-Klassenzimmer sei beabsichtigt, ein Bad inklusive Wickelgelegenheit soll im ehemaligen Lehrerzimmerbereich entstehen. „Über die Miete für die Räume müssen wir noch beraten“, sagt Hoffmann zum aktuellen Stand. „Aber es werden bestimmt keine horrenden Summen sein.“ Möbel, Ausstattung und Personal bringe die Förderschule mit nach Berghausen.

Bis zur Aufgabe vor vier Jahren war der Standort Berghausen der Realschule plus Römerberg-Dudenhofen in den oberen Stockwerken des Schulgebäudes untergebracht. Danach hätten beispielsweise Kunst- und Kulturverein sowie Volkshochschule ehemalige Klassensäle genutzt „und können es auch weiterhin“, sagt der Bürgermeister. Gleichzeitig mit dem Ausbau des Ausweichquartiers soll demnach eine Erweiterung der Berghausener Grundschule realisiert werden. Mit der Entstehung neuer Wohngebiete im Ort sei in den kommenden Jahren ein deutlicher Anstieg der Schülerzahlen zu erwarten, erklärt er.

Der neue Termin für den Umzug der Pestalozzis nach Berghausen ist in den Herbstferien geplant, so Hoffmann. „Bisher haben wir ohne Zeitdruck gearbeitet“, sagt er und bleibt entspannt. „Auch in Speyer gibt es Pandemie-bedingte Bauverzögerungen“, sagt er. Die Stadt Speyer hat eine Anfrage zum Thema bis gestern nicht beantwortet.

Dem Rat sei die Entscheidung, der Speyerer Förderschule zwei Jahre Obdach zu bieten, leicht gefallen. „Viele Kinder auch aus Römerberg besuchen die Pestalozzischule“, erklärt Hoffmann. „Förderschulen gehen jede Gemeinde etwas an“, verweist er auf das breite Einzugsgebiet. „Für uns ist das Nachbarschaftshilfe im besten Sinn.“

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