Römerberg / Speyer
Pestalozzi-Schule: „Herzlich aufgenommen“ im Schul-Asyl
Der Aufzug fehlt, das Spezialbad ist noch im Rohbau, nicht alle Brandschutztüren stehen: Die Stimmung der Pestalozzi-Lehrer und -Schüler ist dennoch gut. „Wir sind von der Berghausener Grundschule sehr herzlich aufgenommen worden, Stadt und Gemeinde unterstützen uns nach Kräften“, berichtet Pestalozzi-Schulleiterin Insa Ollesch auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Beispielsweise sei die Sporthallen-Nutzung beider Schulen auf die jeweiligen Bedarfe abgestimmt. Froh ist sie, dass der Speisesaal mittlerweile nutzbar ist, traurig, dass unter den derzeit geltenden Pandemie-Beschränkungen kaum gemeinsamer Schulalltag mit den Grundschülern möglich ist. Den ausgelagerten Pestalozzi-Schülern fehlten die Großen, die sich in Speyer wiederum derzeit noch etwas zurückgelassen fühlten, schildert die Schulleiterin nicht ganz ausgestandene Trennungs-Auswirkungen. Den Kontakt der gesamten Schulgemeinschaft will sie auch an zwei Standorten nicht abreißen lassen. Für sie und die Kollegen bedeute der Umzug eine zusätzliche Herausforderung neben Corona, beschreibt Ollesch tägliche Fahrten zwischen Speyer und Berghausen.
830 Umzugskartons
62 „Pestalozzis“ der Unter-, Mittel- und Oberstufe sind demnach mitsamt 830 Umzugskartons in zunächst „acht große, helle und freundliche Berghausener Klassenräume“ der ehemaligen Realschule gezogen, die 30 „Großen“ der Werkstufe am Speyerer Standort geblieben. „Sie verbringen den Schulalltag bis zum Abschluss des Aufstockungs- und Erweiterungsbaus im Untergeschoss des Gebäudes“, berichtet Ollesch. Ab dem Schuljahr 2022/23 sollen die Pestalozzi-Schüler, die aus Speyer, den Verbandsgemeinden Römerberg-Dudenhofen, Rheinauen und Lingenfeld sowie aus Germersheim und Böhl-Iggelheim kommen, in neun Berghausener Klassensälen unterrichtet werden.
Nach Einschätzung Olleschs ist es gut möglich, dass die Rundum-Erweiterung am Ursprungs-Standort durchaus länger als geplant dauert. Sie stellt sich „auf mindestens zwei Jahre“ ein. Gründe für Verzögerungen könnten – wie bereits vor Baubeginn – Materialbeschaffungs-Probleme und Handwerker-Ausfälle sein, erklärt Ollesch.
Matthias Hoffmann (Grüne), Römerberger Ortsbürgermeister, hofft auf Einhaltung des Zeitplans für die Erweiterung der Förderschule in Speyer. „2024 werden wir die Räume selbst brauchen“, sagt er mit Blick auf den Schulentwicklungsplan des Kreises. Danach seien die Raumkapazitäten der Heiligensteiner Grundschule zu diesem Zeitpunkt so weit überschritten, dass der Norden der Gemeinde dann dem Berghausener Schulbezirk zugeteilt werden müsse. Auch steige innerhalb der nächsten zwei Jahre und darüber hinaus der Bedarf an Schulraum für künftige Berghausener Erstklässler. Deshalb seien die Räume der ehemaligen Realschule Berghausen für die Pestalozzis „ein Ausweichquartier, aber keine Dauerlösung“.