Rhein-Pfalz Kreis Paul Poje wird Chef im Rathaus
. Um Viertel vor acht brach Jubel aus auf dem engen Flur vor dem Sitzungszimmer im zweiten Obergeschoss des Maxdorfer Rathauses – zumindest auf der Seite, wo sich Verwandte und Freunde um Paul Poje scharten. Bürgermeisterin Marie-Luise Klein, die gestern Wahlleiterin war, verlas das vorläufige Endergebnis, zunächst aus den einzelnen Orten der Verbandsgemeinde, dann das Gesamtergebnis: rund 52 Prozent für Poje. Der Christdemokrat ist „durchmarschiert“, muss nicht in die Stichwahl. Da löste sich bei dem 56-jährigen Maxdorfer die Anspannung, er strahlte und umarmte seine Frau Birgit, bevor die Gratulanten Schlange standen. Darunter sofort auch seine beiden Mitbewerber und Bürgermeisterin Klein. Poje wird das Amt zum 1. August antreten. Es ist das erste Mal, dass ein Christdemokrat die Verbandsgemeindeverwaltung leitet. Bis das vorläufige Endergebnis gestern Abend feststand, dauerte es eine zeitlang, die Spannung wuchs. Zunächst wurden in Maxdorf, Birkenheide und Fußgönheim die Stimmen für die Wahl des Landrats ausgezählt, währenddessen in drei Räumen entlang des Flurs im zweiten Stock die Wahlhelfer die Stimmzettel der Briefwähler stapelten. Und das waren viele: Rund 22 Prozent der abgegeben Stimmen für die Wahl des Verbandsbürgermeisters kamen per Brief. Alle drei Kandidaten waren bereits um 18 Uhr nach Schließung der Wahllokale ins Rathaus an der Hauptstraße gekommen, warteten mit ihren Familien und Parteifreunden im langgezogenen Flur. „Ich bin schon sehr nervös“, gestand Poje, der fast ununterbrochen Nachrichten auf sein Handy erhielt. Nach dem Gottesdienst sei er gegen Mittag mit Frau Birgit und Sohn Julian in der Justus-von-Liebig-Realschule wählen gegangen, erzählte der Diplom-Informatiker und lenkte sich kurz ab, indem er sein wenige Wochen altes Enkelchen Mariella „bobbelte“. Frank Sommer war auf die Wahlbeteiligung gespannt, sagte er, „es ist wichtig, dass es eine breite Basis gibt“. Der Vermessungsingenieur, der bei der Stadt Worms arbeitet und Beigeordneter in Bobenheim-Roxheim ist, war mit Frau Bärbel und Sohn Hendrik gekommen. Er selbst durfte als Bobenheim-Roxheimer nicht wählen gehen, „außer natürlich bei der Landratswahl“. Oliver Nagel-Schwab dagegen, Beigeordneter in der Verbandsgemeinde, war den ganzen Tag ehrenamtlich im Einsatz gewesen: mit der DLRG Oggersheim beim „Sporteln in der Familie“ in Ludwigshafen. Er sei erst gegen 17 Uhr ins Wahllokal gekommen, verriet er. Als nach und nach erste Zahlen kursierten, hellte sich die Miene Pojes auf, bei den Vertretern der SPD wurde es ruhiger. Doch es sollte noch bis 19.40 Uhr dauern, bis Büroleiter Uwe Weismüller das vorläufige Endergebnis ausdruckte und Marie-Luise Klein es verlesen konnte. „Es ist geschafft, ich bin absolut zufrieden“, sagte Poje, nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte. Erleichtert sei er über das klare Ergebnis im ersten Wahlgang. „Möge er ein glückliches Händchen haben zum Wohl der Verbandsgemeinde“, wünschte Frank Sommer dem Wahlsieger. Er selbst habe aus dem Stand ein beachtliches Ergebnis eingefahren, urteilte er, es sei ein „toller Wahlkampf mit einer guten Truppe“ gewesen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ich bin zufrieden“, sagte auch Oliver Nagel-Schwab, der 2009 schon einmal für die FDP angetreten war. Er und Poje holten ihr bestes Ergebnis in ihrem eigenen Wohnort Maxdorf. Poje errang jedoch auch in Birkenheide und Fußgönheim mehr Stimmen als seine Mitkandidaten.