Gartenolympiade RHEINPFALZ Plus Artikel Patriotisch und im Doppelpack

Der Pfälzer Beitrag zur Gartenolympiade in den deutschen Nationalfarben: die Kartoffeln von Anna Maria Kemper aus Speyer.
Der Pfälzer Beitrag zur Gartenolympiade in den deutschen Nationalfarben: die Kartoffeln von Anna Maria Kemper aus Speyer.

Zum Abschluss der Gartenolympiade haben die Redaktion noch mal besonders kuriose und große Einsendungen erreicht. Was die Teilnehmer getan haben, um das Beste aus ihren Pflanzen herauszuholen, haben sie auch verraten.

„Das ist Wahnsinn“, sagt Corinna Stauder aus Waldsee über ihre zwei Tomatenpflanzen. Diese sind stattliche dreieinhalb Meter hoch und zweieinhalb Meter breit. „Ich habe sie in einen Blumentopf gesetzt und auf unsere Terrasse gestellt, die mit einem Glasdach überdacht ist“, sagt die 55-Jährige und liefert damit auch gleich einen Erklärungsansatz, wie ihre Tomatenpflanzen so in die Höhe geschossen sein können. Denn unter dem Glasdach entwickelte sich ein angenehmes Klima. Der Kaffeesatz, den Stauder als Dünger verwendete, tat sein Übriges. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich raus schaue“, sagt die Waldseerin. Zurzeit hängen noch etwa 50 Tomaten an den beiden Pflanzen. Sie wurden im Sommer zu Salat und Soße verarbeitet, nun färben sie sich nur noch sehr langsam rot. Für Stauder kein Problem, denn sie wird die grünen Früchte mit Essig einkochen. „Ich wusste auch nicht, dass das geht, bis es mir mein Schwiegervater zuletzt gesagt hat“, erzählt die gelernte Floristin. Denn zum Wegschmeißen seien die Tomaten zu schade.

Anita Lemmert aus Harthausen ist großer RHEINPFALZ-Gartenolympiade-Fan. „Ich finde die Beiträge immer schön“, sagt die 45-Jährige. Um selbst Teil der Aktion zu sein, war sie in ihrem rund 300 Quadratmeter großen Garten unterwegs und hat dabei zwei Zwillingspärchen gesehen – eine doppelt gewachsene Tomate und eine doppelt gewachsene Pflaume. Der Kürbis, der auch Anstalten gemacht hat, als Zwilling zu wachsen, hat sich dann doch nicht so weiterentwickelt. Dennoch ist er Teil der Gartenolympiade, weil ihn Lemmert entsprechend verziert hat. „Gesagt, getan, und es hat geklappt! Der Kürbis hat die Einritzungen überstanden“, freut sich die Harthausenerin. In ihrem Garten wächst von allem etwas, immer eine Pflanze. „Apfel, Kirsche, Birne, Feige, Himbeere, Johannisbeere“, zählt die 45-Jährige unter anderem auf. Sie war schon als Kind gerne draußen und ist die Arbeit somit seitdem gewohnt. „Es ist mein Ausgleich“, sagt Anita Lemmert, die auf ihren Garten nicht verzichten will. Nur das Unkraut bereite ihr keine Freude, sagt die Harthausenerin und lacht.

Kurios sind dagegen die Kartoffeln von Anna Maria Kemper. Ihr Beitrag zur RHEINPFALZ-Gartenolympiade ist das klassische pfälzische Gemüse: Kartoffeln in den Nationalfarben. Die hellen seien von der Sorte Quarta, die roten von Mulberry Beauty und die schwarzen heißen „blaue Sankt Galler“, weil die Kartoffel innen blau ist. Die 55-jährige Speyererin hat in ihrem rund 1500 Quadratmeter großen Garten jede Menge Platz. Vergangenes Jahr wuchsen bei ihr nur die klassischen Kartoffeln. Als sie in der RHEINPFALZ von jemandem las, der unterschiedliche Sorten auf seinem Garagendach in Säcken pflanzt, ahmte sie das nach. Die roten Mulberry Beauty wuchsen bei ihr auch in Säcken, die gelben und schwarzen dagegen in der Erde. Gedüngt wurden sie mit Mist von den eigenen Hühnern, Kompost sowie Stickstoff- und Kalium-Dünger. Das regnerische Wetter hatte jedoch Auswirkung auf die Größe der Knollen. Im Juni begann die Krautfäule, was das Ende der Vegetationszeit der Kartoffeln bedeutete, sagt Kemper. Die 55-Jährige bereitet aus den Knollen gerne Bratkartoffeln zu – drei Sorten in der Pfanne mit den unterschiedlichen Farben sind etwas besonderes. Hübsch anzusehen sei auch blauer Kartoffelbrei, den die Speyererin demnächst mal ausprobieren möchte. Dann guten Appetit!

Gartenolympiade

Egal ob lange Bohnen oder riesige Kürbisse – bei der RHEINPFALZ-Gartenolympiade ist alles möglich. Dabei werden Sieger in den Kategorien – „Superlativ“, „Exotisch“ und „Kurios“ gekürt. Die Aktion startete mit den Olympischen Sommerspielen und ist nun beendet. Eine Jury aus Gartenbauexperten wird demnächst die Sieger küren. Deren Einsendungen werden dann noch einmal in der Zeitung präsentiert.

Ein Superlativ: die dreieinhalb Meter hohe Tomatenpflanze von Corinna Stauder.
Ein Superlativ: die dreieinhalb Meter hohe Tomatenpflanze von Corinna Stauder.
Im Doppelpack: Tomaten.
Im Doppelpack: Tomaten.
Verwachsen: Pflaumen.
Verwachsen: Pflaumen.
Verziert: ein „Gartenolympiade“-Kürbis.
Verziert: ein »Gartenolympiade«-Kürbis.
x