Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Partygirl“ Pebbles erfolgreich bei Fernsehshow Top Dog Germany

Luftsprung auf Kommando: Für die Working-Cocker-Hündin Pebbles eine echte Freude und für ihre Halterin Nadine Hartlieb erst rech
Luftsprung auf Kommando: Für die Working-Cocker-Hündin Pebbles eine echte Freude und für ihre Halterin Nadine Hartlieb erst recht.

Offensichtlich ist Pebbles ein Naturtalent – die kleine Hündin von Nadine Hartlieb landete bei der ersten Staffel der RTL-Sendung „Top Dog Germany“ auf Platz neun und setzte sich gegen 75 Hunde aus ganz Deutschland durch. Der Schlüssel zum Erfolg des Dream-Teams: Agility-Sport und noch ein bisschen mehr.

Die dreijährige Pebbles (eigentlich: Devongem Yabadabadoo) ist wohl der deutschlandweit bekannteste Hund aus der Vorderpfalz. Geboren ist der Working Cocker – und seine Liebe zur Arbeit kann man wörtlich nehmen – in der englischen Grafschaft Devonshire. Dort wird die hierzulande wenig bekannte Rasse auch gezüchtet und zur Jagd eingesetzt. „Deshalb müssen diese Hunde sehr gut beschäftigt werden“, ist sich Nadine Hartlieb ihrer Verantwortung bewusst. So klein die Energiebündel sind, so wenig sind sie Sofahocker. „Die richtige Balance zwischen Auspowern und Ruhe ist bei diesen Hunden sehr wichtig.“ Ähnliches gilt für Pebbles’ Kumpels Wickie und Anakin Skywalker.

Daher hat sich Nadine Hartlieb für ihre drei Hunde, die alle Namen aus ihren Lieblingsserien tragen, für den Agility-Sport, auch auf Turnier-Niveau, entschieden. Hierbei geht es ums Absolvieren eines Parcours mit Slalomstäben, Wippen, Hindernissen, Tunneln – und auch die Halterin ist dabei ständig in Bewegung. Kein Problem für Nadine Hartlieb, die selbst im Schwimmen, Tanzen und in der Leichtathletik Wettkampferfahrung hat. Während der Border Collie Anakin mit seinen sechs Jahren noch voll im Turniersport aktiv ist, genießt die Mini-Australian-Sheperd-Hündin Wickie mit elf Jahren ihren Ruhestand. Was nicht heißt, dass nicht auch sie beim Gassigehen und auf dem Hundeplatz noch mitmischt – wenn sie Lust hat.

Angefangen hat Nadine Hartlieb mit diesem Sport vor etwa 13 Jahren in Limburgerhof. Dorthin war die gebürtige Pinnebergerin mit 14 gekommen, wegen des Jobs des Papas bei der BASF. Sie und ihr erster Hund Goliath, ein Chihuahua, erwiesen sich laut Trainerin als „gar nicht so untalentiert“. Das war Ansporn genug für die heute 46-Jährige, dabei zu bleiben – auch später mit ihrer Lieblingshündin Maja. Die vielen Pokale, Schleifen und Teller im Flur ihres Dannstadter Zuhauses zeigen, wie erfolgreich Hunde und Halterin trainieren.

Von dort war es nicht weit, sich im Juni dieses Jahres bei RTL zu bewerben. Über die sozialen Medien hatte der Sender einen Aufruf an Hundevereine gestartet, den besten Hund Deutschlands zu finden. Nadine Hartlieb bewarb sich mit Pebbles. „Es war klar, dass ich mich mit ihr bewerben würde. Sie ist ein echtes Partygirl. Mit Wickie, die, abgesehen von ihrem Alter, sehr viel zurückhaltender und ängstlicher ist, hätte ich das niemals gemacht“, betont sie. Denn Nadine Hartlieb war bewusst, dass es am Set hektisch zugehen würde, mit vielen fremden Menschen, Gerüchen und Geräuschen. „Damit kommt nicht jeder Hund zurecht, auch, wenn viele eine Begleithundeprüfung und Turniererfahrung besitzen und extrem gut gehorchen.“

Im nächsten Schritt erhielt Hartlieb den Anforderungskatalog und sah: „Das meiste können wir; ein paar Sachen wie das Türenöffnen schaffen wir uns drauf“. Über 1000 Teams bewarben sich, genommen wurden 75. Das Team Nadine/Pebbles zunächst als Nachrücker. Tatsächlich fiel ein Hund aus, und plötzlich waren sie im Rennen. Erst mit der Unterschrift unter den Vertrag erfuhr sie auch von der ausgelobten Gewinnsumme – stolze 25.000 Euro für das Siegerteam, wovon 5000 an eine Organisation zu spenden waren.

Und dann ging es los. Der erste Tag gehörte dem Kennenlernen des Parcours und dem Üben. Am zweiten Tag wurde aufgezeichnet, denn die Show fand unter Corona-Bedingungen in einer Halle ohne Publikum statt. Fünf Tage lang absolvierten 15 Hunde täglich den Parcours; die sechs besten kamen weiter, darunter Nadine Hartlieb und Pebbles. Auch, wenn sich Pebbles an den Dominosteinen, die mit ihren kleinen Pfoten umzukippen waren, schwer tat – mit ihrem Blitztempo und ihrem Charme eroberte die Hündin das Herz der Moderatoren Jan Köppen, Laura Wontorra und Frank Buschmann im Sturm, passend zum Schlachtruf „Mit Witz flitzen wir durch den Parcours – yabadabadoo!“.

Im zweiten Durchgang warteten weitere Herausforderungen: So musste ein Zimtknochen erschnüffelt, eine Tür geöffnet und ein Turm auf getrenntem Weg vom Frauchen erklommen werden. Am Ende räumte das Team aus der Vorderpfalz den neunten Platz ab und erhielt den kurzfristig ausgelobten Preis für den besten kleinsten Hund Deutschlands, den „Last Shorty Standing“, mit einem Preisgeld von 5000 Euro. Den Pflichtteil von 1000 Euro spendete Nadine Hartlieb gerne an die Initiative „Border Collie in Not“.

Die Dannstadterin, im Vollzeitberuf Assistentin bei der BASF-Tochter Digital Solutions, trainiert Pebbles und Anakin zweimal pro Woche: Einmal auf einem Platz in Hochdorf, ein weiteres Mal beim mehrfachen Agility-Weltmeister Silas Boogk in Hockenheim. „Ich will mich weiterentwickeln und immer besser werden. Silas beobachtet genau meine Körpersprache und die Präzision meiner Kommandos. Denn erst dann kann der Hund sie verstehen und richtig ausführen.“ Und weil ihre Hunde Leistungssportler sind, achtet Nadine Hartlieb nicht nur auf Ruhephasen und eine gesunde Ernährung, sondern lässt sie auch mehrmals im Jahr physiotherapeutisch und osteopathisch behandeln. „Bei Sportlern macht man das doch auch“, sagt Hartlieb und lacht: „Um meine eigene Muskel- und Gelenkpflege kümmere ich mich weit weniger!“

Daheim wird gechillt, draußen ist Action angesagt: Nadine Hartlieb mit mit Pebbles und Wickie.
Daheim wird gechillt, draußen ist Action angesagt: Nadine Hartlieb mit mit Pebbles und Wickie.
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