Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Partnerschaft zwischen Dudenhofen und Martell: Nur eine Hochzeit fehlt noch

50 Jahre Partnerschaft zwischen Dudenhofen und Martell: Das wurde gefeiert.
50 Jahre Partnerschaft zwischen Dudenhofen und Martell: Das wurde gefeiert.

Sie mögen sich seit 50 Jahren und beteuern immer wieder ihre Sympathie füreinander: Dudenhofen und Martell. Am Wochenende war eine Gruppe aus Südtirol im Spargeldorf.

Dass man sich in der Partnerschaft zwischen Dudenhofen und Martell immer noch was zu sagen hat, gründet für Martells Bürgermeister Georg Altstätter „in der Ähnlichkeit beider Menschenschläge“. Weile er in der Pfalz, vermittelten ihm etwa Wein, Kultur, Sprache, der Reiz der unterschiedlichen Dialekte und eine ähnliche Geschichte das Gefühl einer zweiten Heimat.

Dudenhofens Bürgermeister Jürgen Hook charakterisierte das Verhältnis beim Jubiläumsabend in der Festhalle etwas nüchterner: „Es ist eine lebendige und über Jahrzehnte mit Inhalten und aus Überzeugung gefüllte Partnerschaft.“ Er freue sich immer auf die grandiose Landschaft, die wunderbare Gastfreundschaft und das Empfinden, willkommen zu sein. Bislang nur noch nicht so recht auf der Biathlonanlage. Letzten Sommer habe er es mal probiert. Allerdings „mit mäßigem Erfolg“.

Kennenlernen und Zusammenfinden

In seiner Festrede spiegelte er das Kennenlernen und Zusammenfinden. 1964 trafen sich Otto Johann, Landrat des Landkreises Speyer, und der Marteller Bürgermeister Alois Holzknecht zu einem ersten Gespräch in Südtirol. Landkreis-Jugendpfleger Josef Zettler brachte in der Folgezeit häufig Hilfsgüter, Kleidung, Lehrmaterial und Zelte ins Bergdorf. 1966 begründete er mit 20 Jugendlichen den Austausch, das waren zweiwöchige Zeltlager in Martell. Hook: „Die Landschaft, hohen Berge, Bescheidenheit, Einfachheit und die Nöte der Menschen eroberten Zettlers Herz.“

Ab den Siebzigern festigten gegenseitige Besuche, Freundschaftsfeste und Veranstaltungen „ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe“. Während der Landkreis die Beziehung zur Region Südtirol unterhielt, wollte die Gemeinde Dudenhofen eine feste Liaison. Im Oktober 1975 unterzeichneten die Bürgermeister Erwin Altstätter und Josef Zettler in Martell die Partnerschaftsurkunde. Vom Spargeldorf waren 55 Leute mitgekommen.

Statistisch war jeder Dudenhofener in Martell

Der Wortlaut: „Getragen von dem Willen, enge persönliche Bindungen zwischen den Bürgern und besonders der Jugend beider Gemeinden zu pflegen, einer friedlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern zu dienen und damit zur Sicherheit einer glücklichen Zukunft in einem geeinten Europa beizutragen, haben der Gemeinderat von Dudenhofen und der Gemeinderat von Martell die Partnerschaft beschlossen.“

Manche Passage sei nicht bloß eine Absichtserklärung geblieben. Hook: „Dass die Freundschaft gelebt wird, weiter gedeiht, sie auf einem breiten Fundament steht, zeigen die Vereins-, Gruppen-, Privatbesuche auch abseits der offiziellen Termine.“ Zumindest statistisch sei mittlerweile jeder Dudenhofener mindestens einmal in Martell gewesen. Bei aller Zuneigung vermisst Hook nur eine Sache: „Hochzeiten zwischen Martellern und Dudenhofener hat es noch nicht gegeben.“ Immerhin: „Nachgewiesen ist eine Ehe, die ohne die Partnerschaft wohl nicht entstanden wäre.“

Besonderer Charme

Den besonderen Charme des heutigen Martell sieht er in einer Kombination aus atemberaubender Bergkulisse, schmackhaften Erdbeeren, aktivem Biathlonsport und einem Tal voller Geschichten. Was einst ein kleines, ruhiges Bergdorf war, habe sich zu einer selbstbewussten Gemeinde mit dem Markenprofil der kultivierten Ursprünglichkeit, „Terre Ospitali“, Ort der Gastfreundlichkeit, entwickelt.

Aus diesem Paradies sah sich Georg Altstätter in der Pfalz nicht allzu weit vertrieben. Dudenhofen, Martell, die Bürger, Vereine, ob Jung oder Alt stünden sich nahe, lebten die Freundschaft, bauten Brücken. Er plädierte dafür, dass das so bleibt und in Europa nationale Egoismen keine Chance haben. Als Grenzland sei Südtirol auf ein funktionierendes Europa angewiesen.

Partnerschaft als Beispiel

Um nicht irgendwann in der Welt keine Rolle mehr zu spielen, müsse Europa, „eine riesige Errungenschaft“, zusammenarbeiten und zusammenhalten. Die Partnerschaft sei ein Beispiel im Kleinen, dass es gelingen kann. Altstätter versteht sie als Geschenk. Er revanchierte sich mit einer 300 Kilogramm schweren Marmorstele und lud schon mal zum Gegenbesuch im Oktober ein.

Am Freitag waren 80 Marteller mit Kirchenchor und Musikkapelle angereist, wurden von der Jagdhornbläsergruppe, Kita-Kindern, ihrem Spargellied und einem Begegnungsbeisammensein empfangen. Musikkapelle und Kirchenchor in traditioneller Tracht begleiteten die geladenen Gäste gemeinsam mit dem Chor von St. Gangolf und der von Lothar Sprengart geleiteten Big-Band durch den Abend.

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