Rhein-Pfalz Kreis Palettenbrand zur Probe gelöscht
Bei einem großen Löschangriff im Beindersheimer Neubaugebiet hat die örtliche Jugendfeuerwehr zum 25-jährigen Bestehen am Samstag ihr Können bewiesen. Allerdings haben die jugendlichen Wehrleute dazu Unterstützung von den Kollegen aus Lambsheim, Speyer und Mutterstadt anfordern müssen. Denn zur Zeit gibt es nur drei Mitglieder in Beindersheim. Der neue Jugendwart Heiko Weitkamp wird für die Truppe die Trommel rühren müssen.
Mehrere Paletten wurden auf dem unbebauten Gelände in Brand gesetzt, die ordentlich viel Rauch entwickelten. Das erste Löschfahrzeug begann mit den Arbeiten, dann wurden weitere Einsatzkräfte angefordert, und innerhalb kürzester Zeit war auch die Mannschaft des zweiten Löschzugs einsatzbereit. Zusätzlich kam eine Drehleiter zum Einsatz, die aus 23 Meter Höhe unterstützend den Brand bekämpfte. Die jugendlichen Feuerwehrleute agierten sicher und professionell. Jeder Handgriff saß, kein Chaos, keine Unsicherheit. Nach 30 Minuten vor den Augen von rund 100 Schaulustigen war der Brand vollständig gelöscht. Im Anschluss an die Vorführung zogen die Feuerwehrleute im Corso begleitet von Guggemusik durch den Ort und zum Sportplatz. Technisches Hilfswerk und Feuerwehr hatten eine riesige Hüpfburg aufgebaut, boten Bullriding an und zeigten die Rettungshundestaffel. Enttäuscht war allerdings Wehrführer Uwe Krajewski über die mangelnde Resonanz: Nur etwa 30 Leute hätten am Nachmittag vorbeigeschaut. „So ist das halt in unserem Ort“, zog er gestern auf Nachfrage Resümee. Die Jugendwehr habe es heute schwerer Nachwuchs zu finden. „Es sieht mau aus“, sagte Krajewski. „Die Jugendlichen hantieren lieber mit Handy und Laptop ist mein Eindruck.“ In Spitzenzeiten trainierten früher bis zu 20 Kinder und Jugendliche das Löschen, zuletzt etwa ein Dutzend. Allerdings waren 13 aus der Jugendwehr in die aktive Abteilung gewechselt, die dadurch zur Zeit mit 23 Freiwilligen gut dasteht. Insofern lohnte sich die Gründung einer Nachwuchstruppe vor 25 Jahren, denn ohne diese gab es schon einmal 1990 eine maue Zeit mit nur 14 Leuten in der aktiven Wehr. „Damals gab es noch keine Jugendwehr und die Ausrüstung war insgesamt schlechter“, erklärt Krajewski. „Wenn es uns nicht mehr geben sollte, muss man sein Feuer selbst löschen.“ Am Samstagabend wurde trotzdem erstmal bei einem Festakt mit viele Reden im Vereinsheim des Kleintierzuchtvereins gefeiert und die Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr mit dem silbernen Feuerwehrabzeichen geehrt: die Geschwister Jens und Peter Salten. Wegen Krankheit abwesend war Gründungsmitglied Marcus Constantine. Verabschiedet wurde außerdem Jugendwart Thomas Eck, der von Heiko Weitkamp abgelöst wird. |ssa/jel