Rhein-Pfalz Kreis
Paddelpiraten auf Bobenheim-Roxheimer Silbersee nicht willkommen
Für die meisten, die es schon mitbekommen hatten, war es eine tolle Idee, die neugierig machte. Doch leider wird nichts daraus, denn es fehlt die Genehmigung. Die Rede ist vom Trendsport Stand Up Paddling, den eine Firma von Ostern an auf dem Silbersee in Bobenheim-Roxheim anbieten wollte.
Schon im vergangenen Sommer konnte man vereinzelt Stehpaddler auf dem Silbersee erblicken. Diesen Sommer sollten es deutlich mehr werden. Das zumindest hatten sich Martin Grabenhorst, der Geschäftsführer von Aloha Pirates, und seine Crew erhofft. Die jungen Unternehmer hatten den Silbersee als viertes Übungsgewässer auserkoren und legten an Karfreitag und über Ostern dort mit einer Eröffnungsaktion los, bei der die RHEINPFALZ dabei war.
Stand Up Paddling (SUP), auf Deutsch Stehpaddeln, ist eine Wassersportart, bei der man aufrecht auf einem schwimmfähigen Brett steht und sich mit einem Stechpaddel fortbewegt. Nach kurzer Einweisung steht man schon ziemlich stabil auf dem Board, das an einem Seil befestigt ist, damit das Paddelbrett nicht davonschwimmt, falls man mal runterfällt. Nach wenigen Minuten beherrscht man schon mehr als das Geradeausfahren. Kurvenfahren wird geübt, und ehe man sich versieht, ist man viele Meter vom Ufer entfernt und mitten auf dem Silbersee angekommen. Durch das klare Wasser des Sees, beobachtet der Paddler einige Unterwasserbewohner - wunderschön. Aber auch Bootswracks und Baggerschaufeln kann man entdecken. Bei warmem Wetter bekommt man große Lust, ins kühle Nass zu springen.
„Wir möchten Einsteiger für den Sport begeistern“, sagte Martin Grabenhorst am Karfreitag. „Ich hatte viele Anfragen, ob ich nicht Stand Up Paddling anbieten kann.“ Mit der Gründung von Aloah Pirates in diesem Jahr hat Grabenhorst, der in Monsheim die Agentur Hightec Events betreibt, die Idee eines SUP-Unternehmens mit mobilen Verleihstationen in der Rhein-Neckar-Region in die Tat umgesetzt: in Gimbsheim, Heidelberg und Mannheim. Bobenheim Roxheim sollte neu hinzukommen. Eine Stunde Stehpaddeln auf dem Silbersee sollte 15 Euro kosten, ein ganzer Tag 60 Euro.
Doch dann stellte sich nach Ostern heraus, dass Aloha Pirates irrtümlich davon ausgegangen war, dass für den Betrieb eines Paddelbrettverleihs das Okay des Kioskbetreibers am Badestrand und das Gemeingebrauchsrecht ausreichen. Letzteres ist eine Rechtsverordnung, die angibt, was auf dem Silbersee erlaubt ist und was nicht. Schlauchboote ohne Segel beispielsweise sind innerhalb der Badezone gestattet, Kanu- und Surfsport darf nur außerhalb der durch Bojen gekennzeichneten Gebiete ausgeübt werden.
Der Kioskbetreiber ist aber nur Pächter. Für das Südufer ist die Gemeinde zuständig, und das Gewässer selbst ist Eigentum der Firma Gebrüder Willersinn. Und beide haben, wie sich dieser Tage herausstellte, etwas dagegen, dass ein gewerblicher Anbieter einen Stehpaddelbetrieb startet. „Die Firma müsste die Slipanlage der Feuerwehr benutzen“, verdeutlicht Bürgermeister Michael Müller (SPD) eins der Probleme. Außerdem erinnert Müller an das laufende Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht, mit dem Umweltverbände mit Verweis auf das Naturschutzgebiet den Silbersee-Bebauungsplan anfechten wollen (wir berichteten). Mitten in diesem Verfahren sollte zusätzlicher gewerblicher Trubel am Silbersee vermieden werden, meint Müller.
Kontakt
Wer sich fürs Stehpaddeln auf den anderen drei Übungsgewässern von Aloha Pirates interessiert, bekommt unter Telefon 0176 93138473 oder E-Mail info@aloha-pirates.de nähere Informationen.