Lambsheim
Ortsbürgermeisterwahl: CDU nominiert Barbara Eisenbarth-Wahl
Eine Unbekannte ist Barbara Eisenbarth-Wahl schon lange nicht mehr. Seit bald 20 Jahren mischt die Architektin, die im Hochbauamt der Stadt Bad Dürkheim arbeitet, in der Kommunalpolitik mit. Das ehrenamtliche Engagement war der Tochter des früheren Lambsheimer Bürgermeisters Erich Eisenbarth (CDU) praktisch in die Wiege gelegt worden. Seit 2004 sitzt sie für die Union im Gemeinderat, seit 2019 auch im Kreistag. Vor gut einem Jahr wurde Eisenbarth-Wahl zur Ersten Ortsbeigeordneten gewählt.
„Die Kommunalpolitik hat mir von Anfang an Spaß gemacht“, erklärte die 44-Jährige, die verheiratet und Mutter eines Sohnes ist, am Freitagabend im gut gefüllten Nebenzimmer der Lambsheimer Fischerhütte. Die Suche nach Mehrheiten im Ortsgemeinderat sei nicht immer einfach, am Ende aber lohnend. „Wenn man dran bleibt, kommt man auch voran“, meinte Eisenbarth-Wahl, die von 17 anwesenden CDU-Mitgliedern einstimmig zur Ortsbürgermeisterkandidatin gewählt worden war. Wie berichtet, wird die SPD den 60-jährigen Verwaltungswirt Uwe Volk ins Rennen schicken. Weitere Bewerber für das Amt des Ortschefs gibt es noch nicht.
„Freibadgelände bestimmendes Thema“
„Es ist an der Zeit, das Amt an eine jüngere Person abzugeben“, bekannte Herbert Knoll. 2010 hatte sich der heute 69-Jährige bei der Wahl zum damals noch hauptamtlichen Bürgermeister gegen den SPD-Bewerber Andreas Paczulla durchgesetzt. Nach der Fusion Lambsheims mit der ehemaligen Verbandsgemeinde Heßheim zur VG Lambsheim-Heßheim im Jahr 2014 war Knoll als hauptamtlicher Beauftragter für Lambsheim tätig. 2019 gewann er die Wahl zum Ortsbürgermeister gegen Sebastian Weiß (SPD). Er freue sich darauf, fortan mehr Zeit für die Familie zu haben, meinte Knoll. Zusammen mit Renate Young wolle er sich weiter um das Gemeindearchiv kümmern. Barbara Eisenbarth-Wahl sei eine „perfekte Kandidatin. Sie ist kommunalpolitisch sehr erfahren“. Ihre Tätigkeit als Architektin sei enorm hilfreich: „Bauangelegenheiten machen einen großen Teil der Arbeit eines Ortsbürgermeisters aus.“
Als ein bestimmendes Thema in den nächsten Jahren sieht Eisenbarth-Wahl die Zukunft des ehemaligen Freibadgeländes. „Die Zeit drängt. Wir müssen uns überlegen, was wir daraus machen.“ Die CDU spricht sich mit Blick auf die angespannte Kassenlage Lambsheims für eine Entwicklung des in Gemeindebesitz befindlichen Areals als Baugebiet aus. Auch für die Sanierung der ortsbildprägenden Neutorschule, dem heutigen Haus der Vereine, würden weitere Mittel benötigt. Mit den angekündigten rund 206.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPRI) des Landes komme man nicht weit. Eisenbarth-Wahl hält es auch für erforderlich, an drei Ortsbeigeordneten mit eigenem Geschäftsbereich festzuhalten, „um eine Gemeinde mit knapp 7400 Einwohnern zu managen“.
Vorsitzende einstimmig wiedergewählt
Bei der Lambsheimer CDU standen am Freitag zudem Vorstandswahlen an. Als Vorsitzende des aktuell 51 Mitglieder zählenden Ortsverbands wurde Eisenbarth-Wahl einstimmig wiedergewählt. Willi Boxheimer, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, berichtete aus der VG. Sebastian Dietz, Fraktionssprecher der Union im Ortsgemeinderat, rief die geplante Gewerbegebietserweiterung „Im Brand II“ in Erinnerung, für die es im Rat viel Gegenwind gebe. „Wir machen das, um den Ausfall der Vereinigten VR-Bank als Steuerzahler zu kompensieren.“ Wie Eisenbarth-Wahl ankündigte, will die CDU im Januar ihre Kandidatenliste für den Ortsgemeinderat aufstellen.
Vorstand
Vorsitzende Barbara Eisenbarth-Wahl, Stellvertreter Silke Wilhelm und Werner Haubrock, Schatzmeister Jürgen Böhnlein, Schriftführerin Silke Wilhelm.