Hanhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Ortsbürgermeisterin will Projekte beenden

Sind für Kinder das Zentrum von Hanhofen: die Grundschule (links) und die Kita.
Sind für Kinder das Zentrum von Hanhofen: die Grundschule (links) und die Kita.

Hanhofen ist nach Angaben von Ortsbürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice weiter die kinderreichste Gemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis. Die Kommune investiert auch dieses Jahr in den Nachwuchs. Die Sanierung der Grundschule soll abgeschlossen, die Planung für die Kita-Erweiterung intensiviert werden. Diese Ziele der Ortschefin sind allerdings von äußeren Faktoren abhängig.

Die Grundschüler in Hanhofen durften mitentscheiden, wie die Fassade am Eingang ihres Schulgebäudes aussehen soll. Schulleiterin Elisabeth Berkel habe den Kindern die zwei vom Ortsgemeinderat abgesegneten Varianten gezeigt. Der Nachwuchs entschied sich laut Ortsbürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) für die einfarbig grüne Variante, bei der Platten an die Fassade angebracht werden. Der Eingang des Hauses Marientraut werde blau – „Hanhofen-blau“, also entsprechend dem Farbton im Gemeindewappen, sagt die Ortsbürgermeisterin.

Die Grundschule in Hanhofen wird seit mehr als einem Jahr saniert, die Kosten wurden auf rund 2,4 Millionen Euro geschätzt. Noch seien sie im Rahmen, sagt Schmitt-Makdice. Die Ortsgemeinde, die seit Jahren verschuldet ist, muss zehn Prozent der Gesamtkosten tragen. Den Rest übernehmen der Bund und das Land, weil sich die Gemeinde um ein Förderprogramm bemüht hat.

Im Dezember wurde der Austausch der Fenster und Türen abgeschlossen. Eigentlich sei der Abschluss der Arbeiten bereits für Mitte der Sommerferien geplant gewesen. Nach Angaben der Ortschefin kam es aufgrund von Lieferschwierigkeiten und einem krankheitsbedingten Ausfall bei der Baufirma zu der sechsmonatigen Verzögerung. „Da ist leider Gottes einiges zusammengekommen“, sagt Schmitt-Makdice. Die 42-Jährige, die seit rund drei Jahren der Gemeinde vorsteht, hofft, dass es bei der für dieses Jahr geplanten Fassadensanierung und den anschließenden Elektrik- und Renovierarbeiten nicht zu ähnlichen Problemen kommt. Schmitt-Makdice rechnet vor allem im Elektrikbereich mit Materialengpässen, zudem sei es schwierig Handwerker zu finden. „Wenn die Elektrik nicht fertig ist, können wir die Klassensäle nicht streichen und erst danach wollen wir die Böden erneuern“, erklärt die Ortschefin. Sie hofft, dass das Ziel, die Schulsanierung nach den Sommerferien abzuschließen, erreicht werden kann.

Mehr Platz benötigt

Ein weiteres Großprojekt, das in Hanhofen ansteht, ist die Erweiterung der kommunalen Kindertagesstätte „Villa Sonnenburg“. Grund ist das vom Land vorgegebene Kita-Zukunftsgesetz, das einen siebenstündigen Betreuungsanspruch garantiert. Weil die Kinder in der Kita dann auch essen und schlafen dürfen, sei mehr Platz notwendig, sagt Schmitt-Makdice. Die Gemeinde hat sieben Jahre Zeit, um dieses Angebot zu machen. Die Ortsbürgermeisterin will es aber vorher schaffen. Weil ab 2025 in der Grundschule auch eine Ganztagsbetreuung notwendig wird, sollen Synergien geschaffen werden – etwa mit einer gemeinsam genutzten Küche. Zudem fehlten in der Grundschule zwei Klassensäle, weil die Anzahl der Schüler in den kommenden Jahren laut Prognosen auf 135 steigen werde. Derzeit besuchten rund 115 Kinder die Grundschule, sagt Schmitt-Makdice. Trotz ihres Wunsches, die Projekte zügig umzusetzen, ist sich die Ortsbürgermeisterin bewusst, dass alles seine Zeit braucht. Die 42-Jährige spricht die zahlreichen Absprachen mit der Verwaltung und den übergeordneten Behörden wie Kreis- und Landesjugendamt bezüglich der Kita sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zur Schule an.

Bei Familien beliebt

Die Mutter zweier Kleinkinder freut sich, dass Hanhofen für junge Familien attraktiv ist. „Es gibt viele Wechsel im Dorf, weil Häuser entweder verkauft oder vererbt werden oder Kinder, wo möglich, bei ihren Eltern in zweiter Reihe bauen“, sagt Schmitt-Makdice. Allerdings können nicht alle Wünsche erfüllt werden. Die Nachfrage sei höher als das Angebot und die Preise seien hoch, sagt sie.

Damit die Menschen, die in Hanhofen gelebt haben, dort auch begraben werden können und die Angehörigen eine Auswahl an Bestattungsmöglichkeiten haben, soll der Friedhof überplant werden. Die Ortsbürgermeisterin spricht von weiteren Urnenbestattungsfeldern und einem Treffpunkt mit Bänken, auf denen es schön sei, zu sitzen und zu reden. Eine Landschaftsarchitektin wird dazu demnächst Pläne in den politischen Gremien vorstellen.

Ein weiteres Vorhaben, das der 42-Jährigen am Herzen liegt, ist das Wasserhaus am Ortsrand. Die Arbeiten von Eltern, die das Gebäude auf Vordermann bringen wollten, wurden laut Schmitt-Makdice gestoppt. Es hänge an einer baurechtlichen Genehmigung der Kreisverwaltung, sagt sie. Ziel sei es, das Gebäude als Ausflugsziel zu nutzen, damit Kita-Kinder und Grundschüler von dort aus die Natur, deren Tiere und Pflanzen hautnah erleben können.

Unbeschwert erleben möchte die Ortsbürgermeisterin dieses Jahr auch wieder den Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Dorf- und Vereinsfeste. „Die Freude, sich zu treffen, fehlt“, sagt Schmitt-Makdice und spielt damit auf die Corona-Pandemie an. Dass Feste wieder gelebt werden können, die Freude zurückkehrt „und wir einen Weg finden, dass alles gut wird“, ist ihr Wunsch für 2022.

Die Serie

Neujahrsempfänge der Ortsgemeinden im Speyerer Umland müssen in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen. Was in den Dörfern 2022 voraussichtlich Wichtiges passieren wird, haben die Bürgermeister der RHEINPFALZ dafür im persönlichen Gespräch erzählt.

Silke Schmitt-Makdice
Silke Schmitt-Makdice
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