Hanhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Freunde des Kindergartens richten ehemaliges Wasserwerk her

Einsatz am Wasserhaus: Hand in Hand arbeiten Menschen, denen die Kita Hanhofen am Herzen liegt, auf dem Gelände. Unter anderem s
Einsatz am Wasserhaus: Hand in Hand arbeiten Menschen, denen die Kita Hanhofen am Herzen liegt, auf dem Gelände. Unter anderem sollen dort ein Biotop und ein Grillplatz entstehen.

Es soll ein Anlaufpunkt der Kita werden, aber auch von anderen genutzt werden können: das ehemalige Wasserwerk am westlichen Ortsrand. Eltern, Kita-Team und Förderverein richten das Gebäude her und gestalten das Grundstück naturnah. Bislang wurden rund 4000 Arbeitsstunden geleistet. Am Ende werden es wohl rund 10.000 sein, schätzten die freiwilligen Helfer.

Vor einem Jahr hatte das Projekt begonnen, der Corona-Lockdown zwang dann zur Pause. An diesem Samstag nun sind die Ehrenamtlichen wieder mit Schaufeln, Erdbohrer und Schubkarren aktiv. In Gruppen und mit dem gebotenen Abstand legen sie ein Biotop an, räumen Steine beiseite, ersetzen den alten Zaun durch einen neuen. 28 Helfer haben sich angemeldet, am Wochenende davor waren es sogar 45.

Neben Eltern machen Erzieher mit und Mitglieder des Kita-Fördervereins. Und nun kommt auch noch ein Nachbar mit einem Radlader vorbei. Mit der Baumaschine hebt er im Handumdrehen einen Graben aus – zur großen Freude der mit Spaten und Schaufeln ausgestatteten Frauen und Männer. Naturtrainer Ottfried Dolich ergänzt das Team und gibt Ideen für die naturnahe Gestaltung.

Ortsbürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) lobt das gemeinschaftliche Anpacken: „Man kann mit wenig Geld viel verwirklichen. Das ist einfach schön.“ Der Förderverein steuert auch Geld bei: 5500 Euro für den neuen Zaun, der das Gelände künftig vor Vandalismus schützen soll. Neue Fenster und die Haustür hat eine ortsansässige Firma gespendet. Für den Einbau der neuen Elektrik werde eine Fachfirma beauftragt, sagt Schmitt-Makdice.

Gebäude steht seit Brand leer

Auch der Bauhof soll das Projekt unterstützen. Die Gesamtkosten für die Ortsgemeinde kann sie derzeit nicht beziffern, sie weist aber darauf hin, dass der Brandschaden mit Versicherungsgeldern reguliert werde. Das Wasserwerk war bis Mitte der 1990er-Jahre in Betrieb, jetzt ist Hanhofen ans Speyerer Wassernetz angeschlossen. Es gab Überlegungen, dort einen Jugendtreff einzurichten, dann mieteten die Burgfunken Blau-Weiß das Gebäude, bis es vor acht Jahren brannte. Von da an stand es leer.

Schließlich wurde man in der Kindertagesstätte auf die Immobilie im Dornröschenschlaf aufmerksam. Von dort aus sei der Weg in die Natur nicht weit, überlegten die Erzieher. Auf dem Grundstück könnten die Kinder Naturerfahrungen machen und bei schlechtem Wetter im Gebäude Unterschlupf finden. Die Kita legte der Ortsgemeinde ein Konzept für das Wasserwerkgelände vor.

Leiterin Martina Henkel schwärmt von dem Grundstück mit den vielen Bäumen. Es biete die Chance, die Schwerpunkte des Kindergartens umzusetzen: Nachhaltigkeit, Bewegung, Gesundheit und Elternarbeit. Das Anpflanzen von Obst und Gemüse könne dem Bildungsthema Ernährung dienen, und auch die Sprachkompetenz wird laut Henkel in der Natur gefördert, weil die Kinder über neue Eindrücke sprächen.

Unterm Wildwuchs liegt Pflaster

Als die Kita-Leiterin das Wasserwerk zum ersten Mal betrat, war sie allerdings entsetzt: Die Innenräume waren verrußt und voller Gerümpel, Fenster waren eingeschlagen, an den Wänden befanden sich außen wie innen Schmierereien. Die vielen helfenden Hände entrümpelten das Haus und schlugen den verkohlten Putz ab. Sie befreiten das Grundstück vom Wildwuchs und erlebten eine Überraschung: Sie fanden eine gepflasterte Fläche, auf der nun ein Grillplatz entstehen soll. Und am Samstag gab es wieder etwas Neues: „Wir haben eine Mauer“, ruft eine Helferin mit Blick in den künftigen Wasserzufluss zum Biotop. Also buddelte die Gruppe weiter, um das Stück Beton ganz freizulegen.

Unklar ist, ob die Mädchen und Jungen schon dieses Jahr ihren neuen Anlaufpunkt ansteuern können. Kita-Vater Ruben Zeitler schätzt, dass Eltern, Erzieher und Fördervereinsmitglieder noch zehn ganztägige Arbeitseinsätze leisten müssen.

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