Rhein-Pfalz Kreis Optischer Zauber, komplizierte Geschichte

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Mutterstadt. Groß angekündigt war das Cottbuser Kindermusical „Katzen tanzen nicht mit Wölfen“ im Palatinum Mutterstadt. Immerhin hat es beim Europäischen Jugend Musical Festival 2014 viele Preise geholt. 23 Darsteller der Niederlausitzer Musicalschule haben am Samstagabend eine optisch ansprechende Show geboten – die eine Schwäche hatte.

Das Programmheft machte berechtigte Hoffnung auf einen Abend mit Niveau: Qualitätspapier, schönes Design in Weinrot, sorgfältig redigierte Texte. Die Aufführung war ein „Projekt-Projekt-Projekt“, wie Landrat Clemens Körner (CDU) es genannt hatte, der selbst anwesend war. Projekt eins: Die Darsteller lernen an der Musicalschule Cottbus. Projekt zwei: Die Schüler der Fachschule für Veranstaltungs- und Eventmanagement Ludwigshafen hatten die Veranstaltung organisiert. Projekt drei: Der Rotary Club Limburgerhof/Vorderpfalz hatte Geld für Auftritt und Anreise gespendet. An dessen Projekt „Bildung schafft Zukunft“ geht der Erlös. Bereut haben die Zuschauer den Kauf ihrer Eintrittskarte wohl nicht. Ein Musical zu sehen, macht immer gute Laune: Musik, Gesang, eine meist fantastische Geschichte, die nicht mit den Härten der Realität konfrontiert. Und viel optischer Zauber durch Kostüme, Perücken und Schminke. Die jungen Darsteller sangen live und boten so manch reizende Choreografie wie zum Beispiel den „Samtpfötchen-Walzer“. Richtig, erzählt wurde eine Katzengeschichte. In das Reich von Katerkönig Siegfried fällt eine Hundehorde ein. Bei einem Kampf wird Siegfried getötet und seine Tochter Siri verletzt. Jetzt müssen die Schlosskatzen und die Waldkatzen zusammenhalten, um den Wolf zu verjagen. Mit von der Partie sind unter anderem noch ein Storch, ein Fuchs, Siris Mutter Hakima und eine Waldfee namens Ella. Kurz vor Schluss taucht dann noch ein Kater namens Sigismund auf, der in den letzten Minuten noch seine Liebe zu Siri entdeckt. Selbst ein Erwachsener dürfte Mühe gehabt haben, der Geschichte zu folgen, die allzu viele Wendungen nimmt und immer neue Konflikte hervorbringt. Und die Kinder unter den Zuschauern erst recht. Wie sollen sie Sätze verstehen wie: „Du suchst alles und noch mehr, was du niemals bekommen kannst“? Auch ein Witz, in dem es um die NSA geht, ist in einem Kindermusical deplatziert. Engagierte Nachwuchs-Darsteller und Choreografien, die man mit Genuss sah – eine verschlankte Geschichte hätte das Musical „Katzen tanzen nicht mit Wölfen“ noch besser gemacht. (apk)

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