Römerberg
Option Ganztagsschule in Heiligenstein wird geprüft
Ein Gespräch mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), der Schulleitung, der Verwaltung und der Ortsgemeinde als Schulträger habe bereits stattgefunden, sagte Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung. Im April hatten die Grünen dort einen Antrag gestellt, die Modalitäten für eine Ganztagsschule in Heiligenstein ab dem Schuljahr 2023/24 zu prüfen. Es wäre neben der Grundschule in Berghausen die zweite in Römerberg. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Zunächst soll es einen Elternbrief geben und abgefragt werden, ob eine Ganztagsschule überhaupt von den Eltern gewünscht ist und benötigt wird.
Derzeit wird an der Schule bereits eine Nachmittagsbetreuung angeboten. In einer Ganztagsschule wird von montags bis donnerstags ebenfalls Betreuung nach der regulären Schulzeit angeboten, während der aber auch beispielsweise musische und sportliche AGs oder vertiefender Fremdsprachenunterricht stattfindet.
Schule und Ortsgemeinde planen laut Hoffmann Infoveranstaltungen zum Thema Ganztagsschule in Heiligenstein. Angesprochen sind die Eltern der aktuellen Klassenstufen eins und zwei sowie die zwei Kita-Jahrgänge darunter. Die Veranstaltungen und Diskussionen sollen dabei helfen, in den gemeindlichen Gremien bei den anstehenden Beratungen gute Entscheidungen zu treffen, so Hoffmann. Grundsätzlich gebe es einige Einschränkungen, die dazu führen könnten, dass dem Antrag auf Umwandlung in eine Ganztagsschule durch die ADD nicht stattgegeben wird, zum Beispiel wenn die Schule zu klein ist oder weniger als zirka 45 Kinder verbindlich für die Ganztagsschule angemeldet werden.
„Neutrale Informationen“
„Ein bisschen überrascht“ über die Pläne zeigte sich Günter Walburg (CDU). Er hegte Zweifel an der Notwendigkeit der Umwandlung in eine Ganztagsschule, da doch die Nachmittagsbetreuung in Heiligenstein gut angenommen werde. Wichtig sei in jedem Fall, dass die Gremien frühzeitig einbezogen würden. Die CDU hatte deshalb auch im Vorfeld einige Fragen zum Thema beim Bürgermeister eingereicht, die dieser, soweit zum jetzigen Zeitpunkt möglich, beantwortete. Demnach waren bauliche Vorgaben und Maßnahmen, die nötig wären, noch kein Thema des ersten Gesprächs, das stattgefunden hat. Ob die Informationen an die Eltern neutral gehalten seien oder ob gezielt für eine Ganztagsschule geworben werde, wollte die CDU ebenfalls wissen. Es soll darin kein Vergleich mit der betreuenden Grundschule gezogen werden, die Informationen sollen neutral sein, versicherte der Bürgermeister.
Angesprochen wurde im Rat auch eine mögliche Veränderung der Schulbezirke. Das sei „keine Hexerei“, sagte Jürgen Schall (Grüne). Hintergrund: In Berghausen gibt es nach dem Auszug der Realschule plus relativ viele potenzielle Schulräume, in Heiligenstein ist die Situation hingegen beengt. Teure Erweiterungsbauten in Heiligenstein wären für Schall vor diesem Hintergrund unsinnig. Eine Änderung der Schulbezirke sei aber zumindest bei dem ersten Gespräch über eine mögliche Ganztagsschule in Heiligenstein kein Thema gewesen, sagte Hoffmann.
Unabhängig davon, wie die Entscheidung zur Ganztagsschule aussehen wird: Die Heiligensteiner Grundschule benötigt zusätzliche Räume, weil die Schülerzahlen steigen und mittlerweile rund 70 der 100 Kinder in der Betreuung sind. Statt Container im Schulhof aufzustellen, soll künftig das benachbarte Pfarrheim als Mensa genutzt werden. Ein Mietvertrag liege vor. Weil noch einige Umbauten vorgenommen werden müssen wie der Einbau von Kinderhandwaschbecken, die nicht in den Sommerferien geschafft wurden, soll die Schule das Pfarrheim nun ab dem 25. Oktober nutzen können. Bis dahin blockiere die Schule die Sporthalle mit Betreuungsraum, weshalb die Halle nur eingeschränkt durch Vereine und Volkshochschule genutzt werden könne.