Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Olympische Sommerspiele: Kita St. Kunigunde als sportliches Klein-Paris

Hoch hinaus: Weitsprung bei der Olympiade der Kita St. Kunigunde.
Hoch hinaus: Weitsprung bei der Olympiade der Kita St. Kunigunde.

Bunt steht für Vielfalt und Toleranz. Die katholische Kita St. Kunigunde in Dudenhofen trägt den Gedanken des Respekts und des gegenseitigen Verständnisses nicht nur auf ihrem Banner, sondern auch in Form olympischer Sommerspiele in die Kita.

Wegen dieses Gedankens werden in der Kita nicht nur katholisch-religiöse Feste gefeiert, sondern auch allgemeine Feste. „Wir wollen die Balance halten, denn muslimische Familien halten sich von unseren religiösen Festen eher fern. Bei den allgemeinen kommen sie aber“, sagt Kita-Leiterin Karin Geißler. Auch deswegen passen die olympischen Spiele, wie sie gerade in größerer Form auch in Paris stattfinden, gut. In der Kita wird der olympische Gedanke mit auf die Kita-Verhältnisse zugeschnittenen Ansprüchen umgesetzt. Wobei der ursprüngliche Plan nicht aufging: „Wir wollten eigentlich eine Waldolympiade machen, aber wegen des hohen Schnakenaufkommens dachten wir, es wäre schade, wenn das Fest deswegen einen negativen Touch bekäme.“

Die Idee zum olympischen Fest hatte Geißlers Kollegin Christine Verneau. In den Pfingstferien war Verneau in Frankreich und hat dort mitbekommen, wie in einer Schule ein Tanz auf das Olympialied kreiert und auf Youtube gestellt wurde. Den hat sie nach Dudenhofen „mitgebracht“ und mit den Kindern einstudiert. Beim Fest ist dies der Eröffnungstanz, den die Eltern spontan mittanzen. Auch die Fackel wird symbolisch entzündet – gestaltet aus Krepppapier. „Wir haben sie gebastelt. Zwei Wochen lang haben die ältesten Kinder sie im Hof ganz offiziell alle zwei bis drei Tage an je eine der fünf Gruppen weitergereicht“ – bis ein Kind die Fackel beim Fest offiziell entzündet hat. Dann schwören Kinder wie Eltern den Olympia-Eid und kurz darauf gibt es eine Stärkung in Form eines Picknicks.

Feste mit familiärem Touch

Das und die Umorganisation von großen zu kleinen Festen erspart Arbeit und weitere Helfende, die kaum noch zu finden sind. Kleine Feste aber ermöglichen einen familiären Touch, der bei den Eltern sehr gut ankommt. „Sie sind bereit mitzumachen bei allem, was wir anbieten. Sie schätzen gemeinsame Aktionen“, hat Geißler beobachtet.

Das bestätigen Lara Hänsel und Miriam Schütz, Mütter zweier Kita-Kinder. Dass kulturelle Aktionen von der Kita aufgegriffen werden, findet Hänsel „ganz toll“. Die Kinder bekämen so mit, „dass Olympia stattfindet und man es live miterleben kann“. „Das Olympia-Fest ist echt großartig“, stimmt Schütz zu. „Ich finde es beeindruckend, mit welcher Leidenschaft es geplant und umgesetzt wird.“ Der olympische Gedanke sei super, und es gebe hier „viele schöne Feste“, womit die Kita etwas ganz Spezielles biete. Auch die Balance zwischen Fest und familiär finden die beiden Mütter gelungen. Moritz Hänsel (6) findet Fangen und Fußball ganz prima, Elisa Schütz (4) das Picknick.

Springreiten mit besonderen Pferden

Das ist aber nicht alles, was geboten wird, denn da gibt es ja noch die verschiedenen Disziplinen: den Speerwurf mit der Schwimmnudel, den Weitsprung im großen Sandkasten, das Springreiten, bei dem die Eltern die Kinder huckepack über einen Parcours tragen. Beim Wasserspiel-Parcours werden Wasserbecher gefüllt und möglichst voll zu Luftballons am Ende der Strecke getragen – abschießen der Ballons mit Wasserpistolen inklusive. Und beim Gewichtheben müssen Mama oder Papa ihr Kind möglichst hochheben. Basketball, Ringe, Hürdenlauf und Fotostation vor den olympischen Ringen dürfen auch nicht fehlen. Und nach all dem Toben können die Kinder die olympischen Ringe an einer Ruhestation kreativ bunt gestalten.

Am Ende bekommen alle bei der Siegerehrung eine Medaille, denn das Gemeinsame und der Spaß stehen im Vordergrund. Geißler freut sich über das volle Haus und die glücklichen Gesichter der Eltern und Kinder. „Das Verhältnis zwischen Eltern und der Kita ist insgesamt sehr gut“, sagt sie.

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