Rhein-Pfalz Kreis Nur noch zwei Listen
Mit Sorge und Hoffnung blicken die Kleinniedesheimer Politiker auf den Flächennutzungsplan der 2014 gegründeten Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, der gerade in Arbeit ist. Wird es möglich sein, auf diesem Weg und mit dem Wohlwollen der anderen Dörfer noch etwas Entwicklungsgebiet zugestanden zu bekommen? Denn es wird, so die Meinung der Bürgervertreter, noch Bauland benötigt, damit junge Familien ein Heim errichten, das Überleben der örtlichen Kita sichern und mit ihrer Einkommensteuer das Gemeindesäckel füllen. Ausgeguckt wurden rund 8000 Quadratmeter nordöstlich des Wormser Gäßchens, in der Nähe von Kindergarten und Friedhof – allerdings lautet die Frage, ob dort Natur und Landwirtschaft der Vorrang gebührt. Zu Beginn der Wahlperiode 2014 bis 2019 stand ein ganz anderes Dorffleckchen als Baugebiet zur Debatte: die Gärten hinter der Kirch- und der Enggasse am südlichen Ortsrand. Doch das wurde zum schlagzeilenträchtigen Politikum und in der Folge 2017 verworfen, nachdem dort ansässige Kleinniedesheimer gemurrt und Mauschelei zugunsten eines FWG-Ratsmitglieds gewittert hatten. Im Verlauf des Konflikts sperrte der Ortsbürgermeister ein dem Vorhaben kritisch gegenüber stehendes CDU-Ratsmitglied widerrechtlich aus einer Ausschusssitzung aus und rief auch noch die Polizei (wir berichteten). Der Fall schlug hohe Wellen und warf erneut ein Licht darauf, dass sich die Fraktionen von CDU und SPD – obwohl im Rat fast alle Beschlüsse einstimmig erfolgen – unter der Dominanz der Freien Wähler unwohl fühlen. Und in der Wählergruppe selbst kam es in den vergangenen Jahren unter der Dominanz des der FWG angehörenden Bürgermeisters zu vielen Austritten und Neuorientierungen. Engelbert Pauls zum Beispiel, der heute den SPD-Ortsverein anführt, war früher mal unter der FWG Ortsbeigeordneter. Der Frust über den Führungsstil des Dorfchefs Ewald Merkel mag seinen Teil dazu beigetragen haben, dass sich im schwach besetzten, aber immerhin drei Ratssitze belegenden CDU-Ortsverband jetzt nicht mehr genügend Bewerber für ein Gemeinderatsmandat fanden. Die kommende Wahl findet deshalb ohne die Christdemokraten statt. Der mit zwei Köpfen im Rat vertretene SPD-Ortsverein gibt sich dagegen kämpferisch und formuliert als Ziel „eine gute, sachliche Oppositionsarbeit“, bei der man sich „nicht provozieren, nichts auf der persönlichen Ebene eskalieren lassen“ wolle, so Engelbert Pauls. Die Sozialdemokraten gehen mit der 60-jährigen Versicherungsfachwirtin Patricia Polizzano an der Spitze der Kandidatenliste ins Rennen und versprechen den Kleinniedesheimern, mehr Bürgernähe von der Verwaltung einzufordern. „Wir denken da zum Beispiel an regelmäßige Einwohnerversammlungen“, sagt Pauls auf Anfrage. Die SPD setze sich unter anderem für die Erweiterung der Kita-Öffnungszeiten, mehr Sicherheit auf den Durchgangsstraßen und an den Ortseingängen sowie für die Modernisierung der Spielplätze im Dorf und für mehr Parkplätze ein. Darüber hinaus stellen die Sozialdemokraten die Frage, welche Möglichkeiten es außer dem Bürgerbus der Verbandsgemeinde noch gibt, um älteren Mitbürgern den Weg zu Bank, Geschäften, Ärzten und Apotheken zu erleichtern. Im Zusammenspiel mit der Kreisvolkshochschule sollen die kulturellen Veranstaltungen im und am Schloss weiterentwickelt werden. Pauls: „Und wir setzen uns für die Fortschreibung des vor langer Zeit mal erstellten Ortsentwicklungsplans zum Erhalt der innerörtlichen Struktur ein.“