Rhein-Pfalz Kreis Nur Mephisto weiß die Antwort
Mutterstadt. Goldene Haare? Ein Teufel? Und das im Mutterstadter Palatinum? Da können doch nur die Brüder Grimm ihre Finger im Spiel haben. Und der Fußgönheimer Spielkreis: 92 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 19 Jahren haben an zwei Abenden das Musiktheaterstück „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ nach dem gleichnamigen bekannten Märchen aufgeführt.
Viele kleine Kinder machen großen Lärm. Einige Schulen sind mit kompletten Klassenverbänden vertreten, der Saal ist gut besetzt. Bine Stoll, die Leiterin des Fußgönheimer Spielkreises, wird vor Beginn noch von ihren Ehemaligen überrascht – gibt es den Spielkreis doch schon seit 34 Jahren. Die Mitglieder der ersten Stunde haben ihren Urlaub also so gelegt, dass sie bei der Premiere des neuen Stücks dabei sein können. Zwei Geburtstagskinder werden noch dreistimmig besungen – dann öffnet sich der Vorhang: Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm (gespielt von Jesco Malz und Max Stege) betreten die Bühne. Sie sind auf der Suche nach dem letzten Märchen, das ihre Buchsammlung vervollständigt. „Wir sammeln Märchen, so wie andere Briefmarken oder Überraschungseier sammeln“, erklären sie. Ihr Märchen finden sie dann bei einer alten Frau, die ihnen von Hans, dem Glückskind, und den drei goldenen Haaren des Teufels berichtet. König Otto der Hartherzige (Björn Vollmer) will die Hochzeit von Hans (Ben Stege) und seiner ältesten Tochter Antonie (Emilia Ladwig) verhindern. Doch das Glückskind wird von sieben tollpatschigen Wichteln beschützt, die ihm auf Schritt und Tritt folgen. Selbst bei den Räubern findet er Hilfe. Die gefährliche Schar Räuberkinder ist bekannt für Hauen, Kratzen, Stechen und Beißen. „Unsinn! Ihr seid meine lieben Kinder und so benehmt ihr euch auch daheim!“, hält ihnen die Räubermutter Line (Johanna Reber) eine Standpauke. Da bleibt nur noch ein resigniertes „ja Muddi“ als Antwort. Doch bevor Hans die Prinzessin heiraten darf, muss er die drei goldenen Haare des Teufels holen. Auf dem Weg zum Teufelstisch, über Edenkoben, Landau und Dahn, stellen sich Fragen, für die nur der Teufel eine Antwort wissen kann. Auch die Kinder im Saal helfen fleißig mit. Dank ihnen und der Hilfe von der Großmutter des Teufels kann Hans die Fragen lösen. Schon sprudelt an der Weinstraße wieder Wein aus dem Brunnen. Und Teufel Mephisto verliert durch unsanftes Kraulen der Großmutter drei goldene Haare – die Hans braucht. Das Märchen nach den Gebrüdern Grimm ist von Bine Stoll als Musiktheater eingerichtet worden. Nach jeder kleinen Spielszene spielt das Orchester vor der Bühne ein stimmungsvoll passendes Stück. Beim traditionellen Hochzeitstanz zum Lied „Macarena“ tanzt schließlich der ganze Saal mit. Dermaßen aufgewärmt nimmt der Applaus am Ende nicht ab.