Kommentar
Nur im Dialog geht’s voran
Die Umfrage der Bürgerinitiative (BI) unter den politischen Fraktionen in der Vorderpfalz ist Mitgliedern aller Parteien sauer aufgestoßen. Auslöser war der Hinweis der BI, die Stellungnahmen vor den Kommunalwahlen zu veröffentlichen. Die gewählten Volksvertreter fürchten, dass damit Stimmung gemacht und zwischen Freund und Feind unterschieden werden sollte. Die Konsequenz: Parteien hielten sich zurück oder veröffentlichten ihre Stellungnahmen abgestimmt.
Noch steht nicht fest, wo eine neue Güterbahntrasse gebaut wird. Die Angst, dass die Deutsche Bahn ihre Entscheidung vom Widerstand vor Ort abhängig macht, darf und muss in Frage gestellt werden. Die Bahn muss berücksichtigen, dass es bei einem solchen Großprojekt weniger um Partikularinteressen geht, sondern um das große Ganze – einen wichtigen Transportabschnitt in Europa und dessen Zukunftsfähigkeit.
Wer sich mit der Planung beschäftigt, dem erscheint es utopisch, dass sich die Bahn angesichts des Aufwands und der Kosten für eine Trasse durch die Vorderpfalz entscheidet und dafür mindestens zwei Städte untertunnelt. Zumal sie selbst informiert, dass Siedlungsgebiete den höchsten Raumwiderstand darstellen und für die vorderpfälzischen Varianten noch zwei zusätzliche Gütergleise in Mannheim gebaut werden müssten.
Nichtsdestotrotz ist den Bürgern vor Ort wichtig, dass Informationen zur Verfügung gestellt werden, Gespräche stattfinden und der Widerstand deutlich gemacht wird. BI-Sprecher Volker Ziesling versichert, dass die Bürgerinitiative weiter den Dialog mit Bürgern und der Politik suchen möchte. Das sowie Sachlichkeit sind der richtige Weg.
