Rhein-Pfalz Kreis „Nur gemeinsam sind wir stark“

Für 70 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall ehrte Günter Hoetzl Robert Graf aus Ludwigshafen, Hans Graber aus Bobenheim-Roxheim
Für 70 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall ehrte Günter Hoetzl Robert Graf aus Ludwigshafen, Hans Graber aus Bobenheim-Roxheim und Otto Bauer aus Frankenthal (von links).

«Mutterstadt.» Zur Ehrung zahlreicher langjähriger Mitglieder hat die Industriegewerkschaft Metall (IG) im Bezirk Ludwigshafen/Frankenthal am Donnerstagabend zu einer Feierstunde ins Mutterstadter Palatinum eingeladen. Im Festvortrag betonte Uwe Schütz, Tarifsekretär beim Bezirk Mitte der IG Metall, die Bedeutung des Einsatzes der Gewerkschaften für Arbeitnehmerrechte, Demokratie und Freiheit.

Günter Hoetzl, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Ludwigshafen-Frankenthal, dankte den Jubilaren für ihr langjähriges Engagement. „Unser aller Ziel ist und war es, zu streiten für mehr Gerechtigkeit, mehr Demokratie und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen“, betonte Hoetzl. Eine Demokratie könne ohne Gewerkschaften nicht funktionieren. Deren Aufgabe sei es, weiter für mehr Menschlichkeit, Arbeitsplätze, soziale Gerechtigkeit und vor allen für den Frieden zu kämpfen. „Nur gemeinsam sind wir stark“, schloss Hoetzl unter dem Applaus der Anwesenden. Zu ehren gab es die stattliche Zahl von 369 Mitgliedern. 160 IG-Metaller feiern 25 Jahre Mitgliedschaft. 107 Mitglieder können auf ihr 40-jähriges Jubiläum zurückblicken. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden 51 Gewerkschafter ausgezeichnet, ihr 60-jähriges begingen 36 Jubilare. Stolze 15 Metaller blicken auf eine 70-jährige Mitgliedschaft zurück. Festredner Uwe Schütz, Tarifsekretär beim Bezirk Mitte der IG Metall aus Frankfurt, erinnerte an die Ereignisse in den Jahren 1992, 1977, 1967, 1957 und 1947, als die heutigen Jubilare Mitglieder der IG Metall wurden. „Bei vielen von Euch waren sicher die Vorgänge dieser Jahre mit ausschlaggebend, sich für die IG Metall zu entscheiden und gemeinsam für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen einzutreten“, meinte Schütz. 1992, vor 25 Jahren, habe das europäische Währungssystem durch Spekulationen eine schwere Krise erlebt und die Arbeitslosigkeit auch wegen der Abwicklung der Ostbetriebe stark zugenommen. Ein Mob von Neonazis und Ortsansässigen habe gewaltsam eine Flüchtlingsunterkunft in Rostock-Lichtenhagen angegriffen. Anschläge auf Wohnungen von Ausländern in Mölln und Solingen folgten. „Auch heute ist die Situation wieder so, dass zu viele glauben, dass Abschottung und Fremdenfeindlichkeit wirksame Wege sind, das eigene Wohl zu verbessern. Damals wie heute erteilt die IG Metall dieser Sichtweise eine klare Absage“, sagte Schütz. 1977, vor 40 Jahren, habe der Kampf der Gewerkschaft um die 35-Stunden-Woche begonnen. 1995 wurde sie durchgesetzt. Vor 50 Jahren, 1967, sorgte ein Krisenjahr mit Kurzarbeit und Auftragsrückgang für Sorgen. 1957, vor 60 Jahren, habe der längste Metallerstreik der Bundesrepublik für Gleichstellung mit den Angestellten bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall volle 114 Tage gedauert. „15 Kollegen sind 1947 beigetreten und haben die IG Metall nach der schweren Zeit der Nazidiktatur wieder mit aufgebaut“, betonte Schütz.

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