Rhein-Pfalz Kreis Noch mehr Instrumente

Placeholder-Image

Schifferstadt. Beim jährlichen Musikschultag am Samstag hat die Kreismusikschule erstmals einen Musikverein als Gast eingeladen. Das Jugendorchester des Handharmonika-Clubs Mutterstadt stellte sich vor. So konnten die Gäste neben vielen Instrumenten auch ein Akkordeon ausprobieren. Außerdem spendete der Förderverein der Abteilung Jazz- und Popularmusik eine E-Geige, die auch gleich in der Aula des Paul-von-Denis-Schulzentrums zu hören war.

Mit dem Gast-Verein knüpft die Musikschule weiter an ihrem „Netzwerk musikalischer Bildung für Kinder und Jugendliche“, erläuterte der Musikschulleiter Christoph Utz der RHEINPFALZ. Die Musikschule reagiert damit auf die stark zunehmenden Ganztagsbetreuungen in Schulen und Kindertagesstätten (wir berichteten). Die Zusammenarbeit mit Musikvereinen werde weiter ausgebaut. Im zurückliegenden Jahr seien Kooperationen in Dannstadt mit dem Musikverein Harmonie und mit dem Berghausener Musikverein dazugekommen. In Limburgerhof kommen Lehrer der Kreismusikschule in das Haus des Kindes. Finanziell möglich werden solche Angebote unter anderem durch Fördervereine. Zuschüsse gebe es auch aus Förderprogrammen des Landes, berichtete Utz. Die Präsentation des Mutterstadter Handharmonika-Clubs sei ein Beispiel für solche Zusammenarbeit. Das Jugendorchester des Clubs spielte auf der Bühne der Aula, und der Verein hatte wie die Abteilungen der Musikschule einen eigenen Raum, um sein Instrument vorzustellen. Das Spielen auf dem Akkordeon wird von der Kreismusikschule nicht unterrichtet. Als Beispiel für die Zusammenarbeit mit Schulen war die Streicher- und Bläsergruppe der Carl-Bosch-Schule Limburgerhof vertreten. Die traten dann mit anderen Instrumentengruppen der Musikschule gemeinsam auf. „Für die Kinder ist das Spielen in einem so großen Orchester eine besondere Erfahrung“, sagte der Musikschulleiter. Beim Eröffnungskonzert am Morgen hieß das Motto „Musik aus aller Welt.“ Kinder aus verschiedenen Herkunftsländern stellten sich vor und sagten die Stücke in ihren Landessprachen an. „Wir wollen damit zeigen, dass gemeinsames Musizieren ein wichtiger Beitrag zur Integration in der Gesellschaft ist“, meinte Utz. Zugleich konnten die jüngeren Kinder sehen, was die älteren schon alles spielen können. Der Förderverein der Kreismusikschule hat den Aufbau der neuen Abteilung Jazz und Pop kräftig unterstützt. Für Instrumente und Technik wurden laut Utz rund 7500 Euro gespendet. Die Vorsitzende des Fördervereins, Elke Rottmüller, überreichte Utz eine aus diesen Mitteln finanzierte elektrische Geige. Die hat keinen Resonanzkörper und sieht erst einmal ungewöhnlich aus. Wie bei einer E-Gitarre ist ohne Verstärker praktisch nichts zu hören. Anna-Lisa Wies zeigte dann mit dem Stück „Chrystalized“ von Lindsey Sterling, dass mit einem Verstärker die E-Geige wie eine Geige klingt. Praktischer Nebeneffekt eines solchen Instruments: Man kann über Kopfhörer rund um die Uhr üben, ohne jemanden zu stören. Bis zum Nachmittag präsentierte die Musikschule auf der Bühne der Aula Livemusik, und in den umliegenden Klassenzimmern stellten sich die Vertreter der verschiedenen Instrumentalabteilungen vor. Als Schüler der Kreismusikschule sind laut Utz derzeit über 1500 Kinder- und Jugendliche eingeschrieben – mit den Teilnehmern an den Kooperationsprojekten zählt die Musikschule 2200 Schüler und Vorschüler im Rhein-Pfalz-Kreis. (ghx)

x