Schifferstadt Neujahrskonzert der KuS: Nachdenklich, besinnlich und fröhlich

Voluminös: Dirigentin Kathrin Presser leitete die Chöre und die Handharmoniker.
Voluminös: Dirigentin Kathrin Presser leitete die Chöre und die Handharmoniker.

Ein Dreigespann, bestehend aus den Chören Inspiration und Da-Capo-1854 sowie den Handharmonika-Freunden, hat dem Publikum am Sonntag ein abwechslungsreiches Neujahrskonzert der Kultur- und Sportvereinigung (KuS) geboten. Und eine Botschaft gab es obendrein.

Im neuen Jahr werden Wünsche weitergegeben, eröffnete KuS-Vorsitzender Wolfgang Knobloch das Konzert in der Aula des Paul-von-Denis-Schulzentrums, nachdem die Handharmonikafreunde mit dem „Mit Harmonika-Gruß“ einen fröhlich-beschwingten Neujahrsgruß ans Publikum gerichtet hatten. „Am häufigsten wünscht man sich ,Alles Gute’ und natürlich Frieden, was wir gegenwärtig leider nicht so erleben.“ Aber auch „Gesundheit“ und „viel Glück“, wofür die Bezirksschornsteinfegermeister Stefan Schäffner und Markus Spies zuständig waren.

Musik und Klang sollten auf das neue Jahr einstimmen, und das nahmen sich die Vereine zu Herzen. Aber nicht, ohne auch mit Texten Botschaften immaterielle Werte zu vermitteln. Wer denkt bei Liedern wie „Die Gedanken sind frei“, vorgetragen vom Chor Inspiration des MGV Klein-Schifferstadt, nicht an die Demokratie und die Bedrohung derselben, wie es aktuell der Fall ist? An guten Wünschen gab der Chor mit „Irgendwo auf der Welt“ und „That’s what friends are for“ dem Publikum die Sehnsucht und Hoffnung nach Glück und Seligkeit mit und das Versprechen, dass Freunde immer füreinander da sind – in guten wie in schlechten Zeiten. Da passte auch das optimistisch-muntere „Vom Freund zu Freund“, vorgetragen von den Handharmonika-Freunden, gut dazu.

Nochmal weihnachtlich

Dirigentin Kathrin Presser erinnerte aber auch daran, dass wir uns bis Anfang Februar noch in der Weihnachtszeit befinden. „Sowohl die Lichterpracht als auch die Musik sind erhaltenswert.“ Auf früheren Traditionen des Lichtkindes, das Licht in die dunkle Jahreszeit bringt, fußt als christliches Lichtkind Jesus. Das Lichtkind ist der Grund für die Weihenacht, die Weihnacht. Eine Ehrerbietung an das Lichtkind ist das „Weihnachtswiegenlied“. In dem wird auch die Frau, die Leben schenkt, gewürdigt: „Ave Maria“ – ein Gruß an die göttliche Mutter, die Gottes Sohn auf diese Welt gebracht hat. „Jesus Christ Superstar“, Letzteres vorgetragen von den Handharmonika-Freunden, ist mal schmissig, mal ruhig, aber immer optimistisch.

Für Lebensfreude sorgte auch das „Udo-Jürgens-Medley“, ebenfalls vorgetragen von den Handharmonika-Freunden. Wohlfühlen pur für Musizierende und Zuhörer, wozu auch das energetisch gesungene „Viva la vida“ von Da-Capo und das lautmalerische, teils humorig-schnelle Medley „Klassieke meezinger“ sehr gut passten.

Ans Herz gehend

Letzteres hat aber auch nachdenkliche Töne, die Dirigent Fabian Strahl in einer kurzen Vorrede veranschaulichte. Denn „In your arms“ war dem Gründungsmitglied von Da-Capo, Walter Hahn, gewidmet, der verstorben ist und im Chor „eine große Lücke“ hinterlassen hat.

„Say it with a song“ betont, was Kunst, und damit auch Musik, alles ausdrücken kann: Emotionen zum Beispiel, oder Trost. Das geht ans Herz. Und „Human“ verdeutlicht, dass Menschen auch nur Menschen sind. Sie machen eben Fehler, das ist normal. Dafür sollte man nicht getadelt werden. „Bohemian Rhapsody“ von der britischen Band Queen ist ähnlich vielschichtig.

Aber zu nachdenklich wurde das Publikum nicht aus der Aula entlassen: Die Chöre und das Publikum sangen, unterstützt von den Handharmonikern, zu guter Letzt „Freude schöner Götterfunken“ und drückten damit laut Fabian Strahl aus, dass alle Menschen gemeinsam handeln zum Wohle des Einzelnen. Und das für eine bessere Welt.

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