Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neujahrsempfang: Mit einem Stargast an der Geige

Die Musiker der Bläserphilharmonie Dannstadt hatten beim Neujahrsempfang neben klassischer Musik auch moderne Musik, etwa von He
Die Musiker der Bläserphilharmonie Dannstadt hatten beim Neujahrsempfang neben klassischer Musik auch moderne Musik, etwa von Herbert Grönemeyer, im Angebot.

Bürgermeister Stefan Veth begann den Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim mit einer klassischen Rede. Der Höhepunkt war aber das einstündige Konzert danach, das das Publikum im Zentrum Alte Schule fesselte. Violinist Marco Santini begeisterte – und ist sogar dem Papst nicht unbekannt.

Es war ein doch eher untypisches Bild für einen Neujahrsempfang: Mehrere Minuten stand das ganze Publikum im Zentrum Alte Schule in Dannstadt und applaudierte enthusiastisch. Der Grund: Die Bläserphilharmonie Dannstadt lieferte mit dem bekannten Geiger Marco Santini, der extra aus Italien angereist war, einen mitreißenden Auftritt ab.

Zunächst startete der Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim am Donnerstagabend aber etwas ruhiger – und mit einer kleinen Panne. Als Bürgermeister Stefan Veth mit seiner Begrüßung loslegen wollte, streikte kurz das Mikrofon. „Mein Technik-Tipp ist ja immer: einmal ausschalten, einmal anschalten. Dann geht das schon wieder“, sagte Veth und lockerte die Stimmung im Saal gleich etwas auf.

Sanierung der Kläranlage

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde freute sich, dass das Zentrum Alte Schule ausverkauft war, 60 Menschen seien sogar noch auf der Warteliste gestanden. Veth blickte auf ein bewegtes Jahr 2024 zurück. Vor allem die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der 1977 gebauten Kläranlage beschäftigten die Verbandsgemeinde. „Unsere Mitarbeiter und die beauftragten Firmen waren stark gefordert“, sagte er. Im laufenden ersten Bauabschnitt wurden die veralteten Anlageteile der mechanischen Abwasserreinigung wie Sandfang, Rechenanlage und Zulaufpumpwerk erneuert. „Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich bis Frühjahr 2025 andauern“, berichtete Veth.

Migration war großes Thema

Die Unterbringung von Flüchtlingen trieb die Verbandsgemeinde 2024 ebenfalls um. Mit einem Bürgerbegehren wollten einige Einwohner verhindern, dass Containerunterkünfte für Flüchtlinge errichtet werden – genügend Unterschriften hatten die Initiatoren zusammen. Doch der Gemeinderat stimmte bei diesem hochemotionalen Thema am Ende einstimmig gegen das Begehren, weil die Verbandsgemeinde auch gesetzlich verpflichtet ist, Geflüchtete aufzunehmen. „Wir können nicht anders, als die Menschen in Wohncontainern unterzubringen. Besser das, als Sporthallen zu schließen“, erklärte Veth. Im Gewerbegebiet Gronau werden in diesem Sommer auf einem Grundstück, das die Verbandsgemeinde erwerben konnte, die ersten Container für maximal 32 Personen aufgestellt.

Verbandsbürgermeister Stefan Veth blickt auf ein bewegtes Jahr 2024 zurück in seiner Rede beim Neujahrsempfang.
Verbandsbürgermeister Stefan Veth blickt auf ein bewegtes Jahr 2024 zurück in seiner Rede beim Neujahrsempfang.

Am Ende seiner Rede wünschte der Verbandsbürgermeister allen ein gesundes und glückliches Jahr – und machte dann die Bühne frei für den ehemaligen Dannstadter Musikverein Harmonie, der mittlerweile Bläserphilharmonie heißt.

Konzert begeistert Zuschauer

Und die Musiker unter Leitung von Dirigent Sebastian Lastein lieferten ab. Die Zuschauer durfte rund eine Stunde ein musikalisches Potpourri genießen. Von Klassikern wie Ennio Morricones Musik aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ bis zu moderneren Werken von Herbert Grönemeyer oder der Spider Murphy Gang.

Die obligatorische Riesenbrezel haben Verbandsbürgermeister Stefan Veth und die Vorsitzende des Vereins Bläserphilharmonie Danns
Die obligatorische Riesenbrezel haben Verbandsbürgermeister Stefan Veth und die Vorsitzende des Vereins Bläserphilharmonie Dannstadt, Stella Kaltenmeier-Böhme (links), dem Dirigenten des Musikvereins, Sebastian Lastein überreicht.

Vor allem Marco Santini begeisterte mit seinem Können und seinen eigenen Kompositionen. Der virtuose Geiger aus Italien war perfekt auf die Dannstadter Musiker abgestimmt. „Und sogar der Papst kennt ihn“, erklärte Dirigent Lastein auf der Bühne. Ein argentinischer Fan von Santini habe dem Pontifex in Rom eine CD des Geigers geschenkt. Der Heilige Vater sei so begeistert gewesen, dass er kurzerhand Santini im Internet ausfindig gemacht und ihm eine E-Mail geschrieben hätte, berichtet Lastein. „Er bedankte sich für die tollen Werke. Am Ende stand ,gesendet von Ipad’. Auch der Papst schreibt also E-Mails von seinem Ipad“, sagte Lastein – und lachte gemeinsam mit dem Publikum.

Am Ende des Konzerts gab es als Zugabe noch eine Hymne, die in der Verbandsgemeinde gut bekannt ist. Das Publikum durfte zum Lied „Mei Mudder hot en Gutzelstond“ kräftig mitsingen.

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