Dudenhofen
Neues Pfarrheim eingeweiht: Ein „plus.Punkt“ fürs Gemeindeleben
Auf rund 230 Quadratmetern Nutzfläche ist ein Treffpunkt für Menschen aus der Pfarrei Heilige Hildegard in Dudenhofen entstanden. Biblische Zeiten und europäisches Denken spielten gestern in die Eröffnung des neuen Pfarrheims in der Raiffeisenstraße hinein.
Im August vergangenen Jahres wurde der erste Spatenstich auf dem Gelände hinter dem ebenfalls renovierten Pfarrhaus gesetzt. Gut ein Jahr später die Einweihung des Pfarrheims feiern zu dürfen, war für die Gläubigen aus der Gemeinde am Sonntag ein gebührender Grund zum Feiern.
Wie sehr das neue Gebäude schon jetzt von den Menschen geschätzt wird, wurde bereits beim Gottesdienst plus deutlich, der der offiziellen Eröffnung vorausging. „Es waren so viele da wie an Weihnachten und Ostern zusammen“, sagte Pfarrer Jens Henning der RHEINPFALZ.
„Ort, an dem Kirche lebendig wird“
„Wir feiern heute nicht nur ein Gebäude, sondern einen Ort, an dem die Kirche lebendig wird, an dem Menschen zusammenkommen, Ideen wachsen und der mit Leben gefüllt wird“, stellte Henning heraus. Eingestimmt durch Chorissimo, dem gemischten Chor mit dem jungen Repertoire des Kirchenchors St. Cäcilia, ließen sich die Anwesenden mitnehmen in die Entstehungsgeschichte des neuen Pfarrheims. Dessen Errichtung war geplant worden, nachdem die alten Räumlichkeiten in der Johann-Walter-Straße an die Gemeinde verkauft worden waren.
„Die Sanierung des alten Pfarrheims hätte sehr viel Geld verschlungen“, rief die Pfarreiratsvorsitzende Birgit Birkle-Ertel in Erinnerung. Geld, das die Kirchengemeinde nicht aufbringen konnte. Also wurde nachgedacht, geplant, wieder verworfen, neu gedacht. „Die Einheit von Kirche und Pfarrheim war schwer kombinierbar“, betonte Birkle-Ertel. Zuschüsse und Finanzierungsmöglichkeiten stimmten schließlich hoffnungsvoll.
Das Ergebnis des langen Entwicklungsprozesses, so die Vorsitzende des Pfarreirats: „Ein wunderbares Ensemble mit Pfarrhaus, Bücherei, Pfarrgarten und neuem Pfarrheim.“ Einig waren sich die Vertreter von Kirchen- und Ortsgemeinde, was die gelungene Wirkung des von dem Architekten Norbert Hook entworfenen Objekts angeht.
Aus Scheune wird Treffpunkt
„Als ich vor Jahren erstmals allein auf dem Platz stand und die alte Scheune von 1754 in ihrer historischen Pracht gesehen habe, war mir klar, dass ich ein Gesamtensemble errichten wollte“, blickte Hook zurück. Die Bauzeit wurde ebenso eingehalten wie der Kostenrahmen. Der lässt sich mit der finanziellen Herausforderung für zwei Einfamilienhäuser beziffern, wie Hook und Henning zu Baubeginn gesagt hatten.
Einige Besonderheiten nannte Hook bei der Einweihung; unter anderem die 50 Zentimeter dicken Ziegelwände, die es schon zu biblischen Zeiten gegeben habe. „Sie dämmen und speichern die Wärme“, erklärte er. Großzügige Verglasung im Erdgeschoss, 30 Zentimeter Dachdämmung, durchgehende Akustikdecke – so lauten weitere Details des neuen Gebäudes.
Hook wies zudem auf die Arbeitseinsätze polnischer, mazedonischer und tschechischer Helfer beim Bau hin. „Im Handwerk ist Europa zusammengewachsen. In den politischen Köpfen braucht das noch seine Zeit“, sagte er. Wie Henning hob Hook überdies die Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Bauamt und der Denkmalpflege hervor.
Der Dudenhofener Beigeordnete Reinhard Burck (Grüne) sah im neuen Pfarrheim das künftige Zentrum des Gemeindelebens, Verbandsbürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice (SPD) einen Ort, an dem die Menschen zu Hause sein können. Einen Namen hat das Pfarrheim auch erhalten: „plus.Punkt“, als Zeichen für ein Plus an Verbindung, Segen und einem Platz für alle.