Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Museum offiziell eröffnet

Liebe zum Detail: Eine Puppenküche in der Ausstellung im neuen Museum in Fußgönheim.
Liebe zum Detail: Eine Puppenküche in der Ausstellung im neuen Museum in Fußgönheim.

Viele Gäste haben am Sonntag die Gelegenheit genutzt, bei der offiziellen Eröffnung des neuen Museums des Heimat- und Kulturkreises Fußgönheim einen ersten Blick hinein zu werfen.

In dem ehemaligen Gebäude der VR-Bank, das der Heimat- und Kulturkreis (HKK) 2018 erworben hat, bot sich den Besuchern ein besonderes Museumserlebnis. Darin waren nämlich sowohl die neue Dauerausstellung mit früh- und urgeschichtlichen Fundstücken aus Fußgönheim als auch die Schwerpunktausstellung „Puppenstuben“ erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. In den abgedunkelten Räumen wurden die Exponate kunstvoll ausgeleuchtet und entwickelten eine außergewöhnliche Strahlkraft. Der Hof, in den der Vereinsvorstand die Eröffnungsfeier verlegt hatte, war mit bunten Kürbissen geschmückt.

„Die Erweiterung in einem zusätzlichen Gebäude mit einem zusätzlichen Museum ist ein weiterer Meilenstein in der Arbeit des Vereins“, sagte HKK-Vorsitzender Andreas Sprinzl. Sein besonderes Dankeschön gelte den Sponsoren, denn ohne die großzügige Unterstützung von Klaus F. Meyer und Karl Freidel wäre das Projekt nicht zu schaffen gewesen.

Bares gibt’s später

Landrat Clemens Körner (CDU) dankte dem Heimat- und Kulturkreis für seine beeindruckende Initiative. Das obligatorische Spenden-Kuvert hatte er allerdings nicht zur Hand. „Meine Mitarbeiter müssen 1100 Anweisungen machen, damit die Sozialhilfeempfänger des Kreises rechtzeitig ihr Geld bekommen“, entschuldigte er sich mit Hinweis auf die durch einen Cyberangriff derzeit lahmgelegte Kreisverwaltung. In dieser schwierigen Lage habe er seine Leute nicht noch mit einer Barzahlung behelligen wollen. Doch aufgehoben sei nicht aufgeschoben, bekräftigte der Landrat, dass die Spende nachgereicht wird.

Nach einem Gläschen Sekt ging es dann in die neuen Museumsräume, die sich direkt gegenüber dem Hallbergschen Schloss bestens in die örtliche Museumslandschaft einfügen. Das Ensemble von Schloss mit Textil- und Spielzeugausstellung sowie Heimatmuseum, der Schlossscheune mit Landwirtschaftsmuseum und Exponaten zu den Themen „Waschen und Plätten“ sowie „Not macht erfinderisch“ und das ebenfalls vom Verein betriebene Deutsche Kartoffelmuseum wurde durch die Neueröffnung um eine Attraktion reicher.

Reizvolle Kontraste

„Hier können wir professionellen Anforderungen genügen“, erläuterte der stellvertretende HKK-Vorsitzende Frank Schmitt. Die früheren Bankräume erfüllten die gängigen Standards, was Sicherheit sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit anbelange. Dazu komme die gute Zusammenarbeit mit der für archäologische Funde zuständigen Generaldirektion Kulturelles Erbe in Speyer, die die Ausstellung örtlicher Fundstücke ermögliche.

Die ebenso informative wie spannende Schau in die Frühzeit Fußgönheims kontrastierte reizvoll mit dem Blick in die Kinderwelt des 20. Jahrhunderts. Kunstvoll gebastelte Puppenstuben, Kaufläden und Küchen faszinierten durch Authentizität und Maßstabstreue. „Früher hat man halt im Winter gebastelt“, gab Besucher Kurt Bourquin aus Fußgönheim zu bedenken. Da habe ein handwerklich versierter Bastler durchaus solche Kunstwerke schaffen können.

Noch Fragen?

Die Museen sind jeden ersten Sonntag des Monats von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppenführungen gibt es auf Anfrage unter Telefon 06237 9165234.

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