Rhein-Pfalz-Kreis
Neues Kreisjahrbuch: Von Katzen und Menschen
Als erstes fällt die neue Farbe auf: Redaktionsleiter Paul Platz, der Leiter des Kulturbüros des Rhein-Pfalz-Kreises, hat sich für ein zartes Rosa für den Einband entschieden. Es sei mal wieder Zeit für etwas Neues, meinte er bei der Buchvorstellung im Historischen Rathaus in Assenheim. Landrat Clemens Körner (CDU) begrüßte die Autorinnen und Autoren – nicht alle, die Texte beigesteuert haben, konnten auch zum Vorstellungstermin kommen. „Es ist schön, dass wir so viele Leute haben, die mit interessanten Geschichten zu dem Jahrbuch beitragen können“, sagte Körner. In Zukunft werde die Redaktion versuchen, auch junge Leute anzusprechen. Neue Autoren und neue Themen erhofft sich der Landrat davon.
Die meisten Beteiligten haben schon in vergangenen Jahren und früheren Ausgaben mitgemacht. Neu dabei ist Berthold Schnabel. Er ist als Regionalhistoriker in Deidesheim ansässig und hat einen Artikel geschrieben, der an die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs im Kreisgebiet erinnert. Die Söldnertruppe des berüchtigten Grafen von Mansfeld hat damals in Schifferstadt, Otterstadt, Waldsee, Dudenhofen und Heiligenstein geplündert und die Kirchen geschändet und teilweise zerstört. Grausam haben die Soldaten auch unter der Zivilbevölkerung gewütet, geplündert und vergewaltigt.
Neues über Stromtalwiesen
Lesetipps und eine Beschreibung der Gemeindebücherei Waldsee hat Isabell Mayer beigesteuert. Kunstexperte Oliver Bentz, der in Zusammenarbeit mit dem Kreiskulturbüro Ausstellungen kuratiert, hat drei Beiträge zu Schauen im Kreis verfasst. Darunter auch die bisher erfolgreichste, „Sehnsucht nach Paris“, die im Schloss Kleinniedesheim einen Rekordbesuch erreichte. Die Biotopbeauftragte Petra E. Jörns berichtet über die Situation der Wildkatze, deren Vorkommen im Kreis wieder nachgewiesen ist. In einem zweiten Beitrag berichtet Jörns über neue Erkenntnisse zur Pflege von Stromtalwiesen. Diese Flächen sind ganz besondere Biotope mit seltenen Arten, müssen aber besonders gepflegt werden, damit sie erhalten bleiben und nicht vom Wald erobert werden.
Schon mehrere Beiträge hat in der Vergangenheit Verkehrsexperte Bernd Baginski verfasst. Dieses Mal geht es ihm um die Elektroroller, auch E-Scooter genannt. Dabei geht es auch um die Nachteile, etwa durch schlecht abgestellte Roller, die für Fußgänger, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer zu Hindernissen werden. Immer wieder interessant sind die Beiträge zu den Reisen von Walter Schmitt aus Hochdorf-Assenheim. Diesmal hat er unter anderem den Leibwächter und Vertrauten des legendären Che Guevara besucht. Die Tänzerin und Tanzlehrerin Daniela Lahdo ist auf dem Einband zu sehen, um ihre Tanz-Center für junge Leute geht es in einem weiteren Artikel.
„Palzki“ zum Mitraten
Menschen mit Behinderungen stehen im Mittelpunkt zweier Beiträge: Die Künstlerin Karin Bury berichtet über ihr Malatelier „Molemol“, das sie in Zusammenarbeit mit dem Verein Lebenshilfe anbietet. Friederika Will, Pressesprecherin des Ökumenischen Gemeinschaftswerks, berichtet über den Werkstattrat, den die Mitarbeiter wählen. Dieses Gremium vertritt die Interessen der Menschen mit Behinderungen, bespricht sich mit der Werkstattleitung, den Fachdiensten und dem Elternbeirat zu Wünschen und Anliegen der Mitarbeitenden.
Für Fans und Krimifreunde gibt es eine Geschichte zum Mitraten. In „Palzki und der Dudenhofener Holzpavillon“ erzählt Harald Schneider, dass Landrat Körner den Holzpavillon über der BUGA-Bühne erworben habe. Tatsächlich, so berichtet Körner bei der Buchvorstellung, habe der Kreis Interesse gehabt, den Pavillon im Kreis aufzustellen und für Veranstaltungen zu nutzen. Das sei aber an den enormen Kosten für Abbau und Transport gescheitert. In Schneiders Geschichte hat das aber geklappt und der Landrat stellt das ziemlich große Holzbauwerk in seinem Garten auf. Und dort passiert ein Mord – doch es gibt noch ein anderes Rätsel für die Leser.
Das Buch
Kreisjahrbuch Rhein-Pfalz-Kreis 2025 Band 41, ISBN 9783931717254, gibt es überall im Buchhandel für 9,50 Euro und ist in Rathäusern und Gemeindebüchereien zu bekommen.