Rhein-Pfalz Kreis Neues Führungsduo
«Dannstadt-Schauernheim.» Im Seniorenstift zur Dannstadter Höh im Ortsteil Schauernheim haben zwei neue Leute das Sagen: Klaus Wittmann ist seit 1. Juli Leiter der gesamten Einrichtung, Nicole Schönung seit 1. April Chefin des Pflegedienstes.
Klaus Wittmann ist gelernter Krankenpfleger in der Erwachsenenpflege. Vor dem Wechsel ins Seniorenstift war der 51-Jährige Leiter des Kinderhospizes Sternthaler in Dudenhofen. „Außerdem habe ich früher bei der Stiftung Liebenau das Haus St. Pirmin in Maikammer mitgegründet“, erzählt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Was ihn zum Wechsel ins Seniorenstift bewogen hat? „Ich habe entschieden, dass es an der Zeit war, zu den lieben Alten zurückzukehren“, erklärt Wittmann, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist und mit seiner Familie in Speyer lebt. Seine grundsätzliche Motivation beschreibt er so: „Es ist mir wichtig, vor Ort etwas für die älteren Menschen zu tun.“ Der Rest sei schnell erledigt gewesen: „Ich habe die Stellenausschreibung gesehen und mich beworben“, schildert er das Vorgehen. Als Leiter des Seniorenstifts ist Wittmann für insgesamt 66 Bewohner und 60 Mitarbeiter verantwortlich. Die Senioren leben auf drei Stockwerke verteilt in Wohngruppen, in denen jeweils zehn bis zwölf Leute untergebracht sind. Von den Mitarbeitern entfallen 32 auf die Pflege. Die anderen sind in der Reinigung, in der hauseigenen Wäscherei, dem Restaurant und als Köche in den Wohngruppen beschäftigt. „In den ersten zwei Monaten war meine Devise, mir erst mal einen Eindruck zu verschaffen“, sagt Wittmann. Sein Fazit fällt positiv aus: „Ich war überrascht, wie professionell es gelingt, in den Gruppen speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner einzugehen.“ So könnten bei dem neuen Konzept, das in der Einrichtung verfolgt wird und dieses von anderen Altenheimen unterscheidet, die Bewohner ihren Tagesablauf weitgehend selbst bestimmen. Lediglich die Einnahme von Medikamenten oder das Verabreichen von Injektionen und so weiter seien bisweilen an regelmäßige Zeiten gebunden. „Möchte jemand aber erst um 11 Uhr aufstehen und um 12 Uhr frühstücken, ist das kein Problem. Niemand muss Punkt acht aus dem Bett, wenn er das nicht möchte“, nennt er ein Beispiel für die große Flexibilität. Wichtiges Kernstück des Wohngruppen-Konzepts sei die gemeinsame Küche zwischen den jeweils zwei Gruppen, die sich ein Stockwerk teilen. „Sie ist offen einsehbar. Und da unsere Köche die Mahlzeiten täglich frisch zubereiten, bekommen unsere Bewohner hier vertraute Düfte wie den von frischem Kaffee oder gerade zubereiteten Spiegeleiern mit“, erläutert Wittmann. Auch das trage zum Wohnfühlen bei. Daneben gebe es ein Animationsangebot, das bis in die Abendstunden reicht. Dafür seien eigens späte Schichten eingeführt worden. „Da gehen wir dann zur Kräuterweihe in die Kirche, vor Kurzem hatte die Freiwillige Feuerwehr zum Grillen eingeladen, und wir haben einen literarischen Kreis gebildet“, zählt der Chef auf. „Wir würden uns allerdings wünschen, dass diese Angebote noch deutlich mehr angenommen werden. Vielleicht müssen wir sie besser mitteilen“, nennt er eine Überlegung. Nicole Schönung ist laut Wittmann schon länger bei der WBG Wohnstift Betriebsgesellschaft Dannstadt GmbH & Co. KG tätig, die die Einrichtung betreibt. Die Leitung des Pflegedienstes hat die 40-Jährige seit 1. April inne. Dort unterstehen ihr 32 Mitarbeiter. Beim Gespräch mit der RHEINPFALZ fehlt sie aus Krankheitsgründen. Wittmann weist jedoch daraufhin, dass „es schwer ist, examiniertes Personal zu finden“. Um das Wohngruppe-Konzept auf dem bisherigen Niveau halten zu können, suche das Seniorenstift noch entsprechend qualifizierte Altenpflege-Fachkräfte und Krankenschwestern. „Die Einbindung der Fachkräfte in unsere kleinen Gruppen ist relativ leicht“, wirbt er. Das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Bewohnern sei ausgesprochen gut. „Es kommt sogar vor, dass jemand in der Pause mit den Bewohnern frühstückt“, erzählt er. „Das ist eine ganz andere Atmosphäre.“ Kontakt Das Seniorenstift zur Dannstadter Höh sucht noch nach examinierten Altenpflege-Fachkräften und Krankenschwestern, Telefon 06231/94035-0.