Rhein-Pfalz Kreis Neue Tonnen, alte Preise

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Vom 1. Januar 2016 an wird der Müll im Rhein-Pfalz-Kreis von den Firmen Remondis aus Mannheim, Zeller Recycling aus Mutterstadt und Süd-Müll aus Heßheim entsorgt. Zudem müssen sich viele Haushalte mit der Biotonne anfreunden (wir berichteten). Besonders wichtig aus Verbrauchersicht: Trotz dieser anstehenden Änderungen bleiben die Abfallgebühren vorerst stabil. Das hat die Kreisverwaltung mitgeteilt.

Im Wortlaut heißt es: „Die Bevölkerung braucht nicht mit einer kurzfristigen Erhöhung der Abfallgebühren zu rechnen.“ Denn die zukünftigen Mehrkosten ließen sich vorläufig mit den finanziellen Reserven des Eigenbetrieb Abfallwirtschaft (Ebalu) ausgleichen. Doch was bedeuten kurzfristig und vorläufig in diesem Fall? Bis Ende des Monats? Bis Herbstanfang? Bis zum Jahreswechsel? Wir haben nachgefragt. „Die Rücklagen reichen auf jeden Fall das ganze nächste Jahr“, antwortet Behördensprecher Jürgen Schwerdt. Wie es danach weitergeht, hänge davon ab, wie sich die Müllmengen entwickeln. Also wie viel Unrat insgesamt anfällt und welche Tonnagen an Bio- und Restmüll abtransportiert werden. Das bislang letzte Mal wurden die Gebühren 2012 geändert, damals sanken sie. Denn der Eigenbetrieb hatte einen entsprechenden Überschuss erzielt. Da er als kommunales Unternehmen nicht dauerhaft Gewinn erwirtschaften darf, floss das Geld in die Rücklage, und die Gebühren mussten zeitnah angepasst werden. Auch im umgekehrten Fall, wenn also die Kosten deutlich steigen beziehungsweise die Reserven aufgebraucht sind, muss die Entwicklung an die Kunden weitergegeben werden – dann allerdings in Form steigender Gebühren. Seit 2012 bezahlen die Haushalte im Rhein-Pfalz-Kreis nun schon dasselbe. „Auf eine weitere Senkung wurde zwischenzeitlich verzichtet wegen der Unwägbarkeiten, die mit der Ausschreibung der Müllabfuhr verbunden waren. So wollte der Werkausschuss einen Jo-Jo-Effekt, also eine ständiges Auf und Ab für unsere Kunden vermeiden“, erläutert Schwerdt. Damit ändert sich für die Verbraucher zunächst nicht viel. Wer von der Biotonnen-Pflicht betroffen ist, wurde von der Kreisverwaltung in den vergangenen Wochen bereits angeschrieben. Dabei sei den Leuten eine kostenneutrale Kombination von Bio- und Restmülltonnen vorgeschlagen worden, sagt er. Kostenneutral heißt, die Betreffenden müssten nicht mehr bezahlen als bisher. Wer mit dem Vorschlag nicht einverstanden sei, könne dies per Rücklaufbogen mitteilen. Seine Wünsche würden dann umgehend berücksichtigt. Neu ist, dass die Abfallbehälter in Zukunft alle schwarz sind und lediglich die Deckel in Signalfarben erstrahlen, um sie unterscheiden zu können. Im Fall der Biotonne zum Beispiel Braun. Bio- und Restmüllbehälter werden im gewohnten Rhythmus geleert, Grünschnitt von Frühjahr bis Herbst an fünf Terminen und Sperrmüll weiterhin nur auf Bestellung, wobei zweimal im Jahr bis zu drei Kubikmeter kostenfrei seien. Aufträge für die Abholung von Sperrmüll und Kühlgeräten können laut Schwerdt neuerdings rund um die Uhr direkt über das Internet erteilt werden. „Unter der Adresse www.ebalu.de bekommt man mehrere Termine zur Auswahl und kann den gewünschten einbuchen und bestätigen“, erklärt er. Eine weitere Neuerung betrifft hingegen die Müllfahrzeuge. Sie bieten den Mitarbeitern künftig die Möglichkeit, Ungereimtheiten direkt einzugeben. Diese würden dann sofort in der Zentrale erfasst. So könne eine kaputte Tonne gleich am nächsten Tag ersetzt werden. „Oder wir vermerken den Grund dafür, dass ein Behälter nicht geleert wurde, zum Beispiel wenn Bauschutt in der Biotonne gelandet ist“, erläutert der Behördensprecher. Die Verträge mit den Entsorgungsunternehmen haben der Kreisbeigeordnete Konrad Heller (CDU) und Ebalu-Leiter Volker Spindler im Beisein von Landrat Clemens Körner (CDU) dieser Tage unterschrieben. Sie haben eine Laufzeit von acht Jahren. Mit den drei Firmen habe die Kreisverwaltung bereits positive Erfahrungen gesammelt. Beworben hatten sich für die beiden Lose jeweils sieben Unternehmen. Insgesamt ging es um rund 18 Millionen Euro. Für Remondis beginne die Arbeit schon im Oktober. Dann würden rund 90.000 fabrikneue Rest- und Bioabfallbehälter in den Kreisgemeinden aufgestellt. Dass jede einzelne davon mit einem elektronischen Bauteil ausgestattet und damit einem bestimmten Haushalt zugeordnet ist, mache die Verteilung zu einem logistischen Kraftakt, sagte Geschäftsführer Thomas Drewer. Der bisherige Auftragnehmer werde seine Behälter voraussichtlich nach dem letzten Leerungstermin einsammeln. (mamü)

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