Rhein-Pfalz Kreis Neue Mülltonnentage zum neuen Jahr

Zwei Gemeinden werden den neuen Abfuhrplan wahrscheinlich begrüßen: Mutterstadt und Lambsheim. Sie waren bisher montags dran und hakten bereits seit Längerem nach, um auf einen anderen Wochentag zu wechseln. „Der vieldiskutierte Montag ...“, sagt Volker Spindler, Werkleiter beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. „Was für manche als schlechter Tag gilt, ist für andere ein guter.“ Viele fänden den Montag als Abfuhrtermin angenehm, weil sie dann am Sonntag Zeit hätten, um den Müll zu richten. „Wenn Sie eine Umfrage machen würden, käme wahrscheinlich raus, dass der Montag vielen Bürgern ganz recht ist.“ Kindertagesstätten, Schulen oder Gewerbebetriebe müssen dann allerdings schon freitags oder samstags die Tonnen auf die Straße wuchten – und vermiesen mit diesem Anblick am Sonntag einigen Nachbarn die Wochenendstimmung. In Orten mit eigenen Industriegebieten stört das weniger, wohl aber dort, wo sich Firmen und Geschäfte im Zentrum oder in Mischgebieten befinden, wie eben in Mutterstadt oder Lambsheim. Den „Montags-Joker“ haben für die nächsten Jahre nun Limburgerhof, Böhl-Iggelheim, Hanhofen, Harthausen und Waldsee gezogen. Ein Wunschkonzert für Gemeinden sind die Abfuhrtage allerdings nicht. Der Montag wird turnusgemäß ohnehin alle sieben oder acht Jahre getauscht, und zwar möglichst dann, wenn ohnehin ein Entsorgerwechsel ansteht und der Hauptvertrag neu vergeben wird. Der bisherige Terminplan galt seit 2010 unverändert, sodass ein Wechsel fällig war. Da jedoch gerade erst andere Entsorgerfirmen engagiert, Tonnen ausgetauscht und die Pflichtbiotonnen eingeführt wurden, hatte man das Überarbeiten des Plans vertagt. „Das wäre zu viel auf einmal gewesen und hätte zu viel Chaos gegeben“, meint Spindler. Über zwei Monate wurde nun an dem neuen System gefeilt und mit den zuständigen Entsorgerfirmen für Glas, Gelber Sack, Altpapier, Rest- und Bioabfall hin- und herüberlegt. Das Hauptziel war dabei, die Last der Leerungen gleichmäßiger zu verteilen. Denn über die Jahre haben sich Einwohnerzahlen und Müllmengen verschoben, sodass sich eine „starke“ Woche ergab, in der so viele Haushalte angefahren werden mussten, dass 14.765 Leerungen an Restmüll anstanden. Darauf folgte eine „schwache“ Woche in anderen Dörfern mit nur 11.783 Leerungen. Pro Tag soll ein Mensch nur 900 bis 1000 Kippungen vornehmen, teils mussten die Müllmänner aber bis zu 1200 machen, woanders wiederum nur 700, erklärt Spindler. Jetzt wurde darauf geachtet, dass die Abholbezirke wieder in etwa gleich groß ausfallen, damit die Belastung für die Mitarbeiter an den bisherigen Spitzentagen reduziert und die Fahrzeuge optimaler ausgelastet werden. Fünf Sammelfahrzeuge sind auf der gesamten Tour an einem Tag unterwegs, wobei nicht alle Restmüll abholen, sondern auch Bioabfälle und Großbehälter. Dabei kann eins bis zu 800 Tonneninhalte aufnehmen. Außerdem müssen die Bezirke so gebildet werden, dass die Fahrtstrecken passen. Fragt sich, warum dann Otterstadt mit Maxdorf und Fußgönheim gemeinsam auf den Donnerstag gelegt wurde. „Weil ein Fahrzeug Otterstadt erledigen und dann weiterfahren kann. Die Müllautos machen unterschiedliche Touren an verschiedenen Orten.“ Entscheidend ist die Auslastung der Fahrzeuge. Bei den Müllmännern wird der Montag übrigens weiterhin weniger beliebt sein: Denn mit 2937 Leerungen in Limburgerhof und Waldsee beginnt ihre Woche gleich mit der längsten Tour. Das ist so gewollt: „Starke Tage müssen vorne liegen und nicht am Donnerstag oder Freitag“, sagt Werkleiter Spindler. „Denn falls gegen Ende der Woche ein Fahrzeug ausfällt, müssten dann am Samstag Sonderschichten gefahren werden.“ So werden die Spitzentage gleich zu Wochenbeginn erledigt, damit gegen Ende noch etwas Luft bleibt. Auch wenn nun viel über den Wechsel geschrieben wurde: Bei zwölf Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis bleibt alles beim Gewohnten, nämlich in Bobenheim-Roxheim, Beindersheim, Großniedesheim, Kleinniedesheim, Heßheim, Heuchelheim, Otterstadt, Neuhofen, Hochdorf-Assenheim, Rödersheim-Gronau, Römerberg und nicht zuletzt bei dem größten Brocken Schifferstadt. Tatsächlich hatte sich der Eigenbetrieb – trotz allem Änderungsbedarf – vorgenommen, möglichst viele Gemeinden an „ihrem“ bisherigen Tag zu belassen. Während des Abstimmungsprozesses mit den Entsorgerfirmen hätten sogar Pläne auf dem Tisch gelegen, bei denen alle Gemeinden durchgetauscht worden wären. „Da haben wir gebremst – mit ruhiger Hand“, sagt Spindler. „Denn am Anfang stellen die Leute an den gewohnten Tagen raus, und dann muss man nachfahren. Wenn man am nächsten Tag aber in Schifferstadt unterwegs ist und plötzlich nach Mutterstadt muss, ist das ungünstig.“ Aufgrund seiner Erfahrung mit „Fehlstellungen“ betont Werkleiter Spindler deshalb auch: In den nächsten drei Monaten bleibt noch alles beim Alten. Erst ab 1. Januar 2017 gelten die neuen Abfuhrtage. Die Daten sind dann dem neuen Abfallkalender zu entnehmen.