RÖMERBERG
Neue Übungshalle: „Terminieren, sonst wird’s nichts“
Der Plan ist bekannt: Eine zusätzliche Trainingshalle zum Beispiel für Volleyball oder Handball könnte auf dem alten Sportgelände hinter der Grundschule in Berghausen entstehen. Doch momentan hat die neue Kita, die ebenfalls dort gebaut werden soll, weil die Betreuungsplätze in Römerberg dringend gebraucht werden, Vorrang. Als es im Dezember im Rat um den Haushaltsplan für 2021 ging, spielte das Thema Übungshalle dementsprechend nur am Rande eine Rolle. Bei den geplanten Investitionen tauchte sie im Gegensatz zum Haushaltsplan des Vorjahres, in dem ein Anlaufbetrag von 100.000 Euro stand, nicht mehr auf. Die Aussagen der Fraktionen dazu schwankten zwischen dem Wunsch, das Vorhaben nicht ganz aus den Augen zu verlieren, und dem Verweis auf die schlechte Finanzlage, die einen Bau derzeit leider nicht zulasse.
Das kam bei den Sportvereinen gar nicht gut an. Es gab Leserbriefe in der RHEINPFALZ und teilweise wohl auch recht massiven Druck direkt auf Bürgermeister und Ratsmitglieder. Nun hat die CDU-Fraktion einen Antrag eingebracht, die Planungen zu präzisieren, auch wenn selbst nach Einschätzung der Christdemokraten „keine reellen Aussichten, dass der Bau einer Übungshalle in 2021 angegangen werden kann“, bestehen. Einen Zeitplan für das weitere Vorgehen hätten sie indes schon gern: „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass der Bau einer Übungshalle notwendig und auch der Standort hinter der Grundschule Berghausen wegen der zu erwartenden Synergien geeignet und sinnvoll ist“, schreibt Fraktionsvorsitzender Mathias Müller in seinem Antrag. Die Renovierung der sanitären Anlagen stehe in den nächsten Jahren ohnehin an und die Frage einer übergreifenden Nutzung dränge sich geradezu auf. „Wir sind stolz darauf, wie Römerberg gewachsen ist, aber wir müssen auch zusehen, dass die Infrastruktur Schritt hält“, ergänzte Müller im Rat und sagte mit Blick auf eine weitere Übungshalle: „Wenn wir es nicht irgendwann terminieren, wird das nichts mehr.“
Bebauungsplan abschließen
Den konkreten Anträgen, das laufende Bebauungsplanverfahren „möglichst zeitnah“ abzuschließen, eine Bürgerbeteiligung herbeizuführen und „eine Zeitschiene für die Realisierung einer Übungshalle zu erarbeiten“ stimmten alle Fraktionen zu. Jürgen Schall (Grüne), der bei der Haushaltssitzung auf die derzeitige Nicht-Finanzierbarkeit einer Halle verwiesen hatte, klang nun etwas weniger pessimistisch und hoffte „auf eine kostengünstige und finanzierbare Lösung“, wobei er auch das Engagement der Vereine lobte.
Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) antwortete auf die mit dem Antrag verbundene Anfrage der CDU, inwieweit ein CDU-Antrag vom Dezember 2018, der sich bereits mit der Halle befasst hatte, mittlerweile umgesetzt sei: „Das Projekt ist nicht beendet oder verlangsamt worden.“ Das sei wohl bei den Vereinen falsch angekommen. Für den Bau der Halle seien zwar 2021 keine Mittel eingestellt, Geld für die Planung sei aber aus 2020 übertragen worden. Der Arbeitskreis, der sich mit dem Thema befassen soll, habe wegen Corona 2020 nicht getagt, soll dies aber bald wieder tun. Ein Zuschussantrag beim Kreis sei 2020 gestellt worden, weitere Zuschussmöglichkeiten müssten noch geprüft werden. Ein Planungsbüro sei außerdem beauftragt, verschiedene offene Fragen abzuklären – unter anderem ob es sinnvoller sei, eine zweite Halle neben der bestehenden Grundschul-Halle zu bauen oder diese durch einen größeren Neubau zu ersetzen. Ein Angebot für eine Drei-Feld-Halle in Modulbauweise liege im Übrigen schon vor. Doch auch schon bevor sich in Sachen Hallenneubau etwas tut, gibt es laut Hoffmann Verbesserungen für Römerberger Sportvereine, unter anderem durch Trainingszeiten in der Ganerbhalle, die ab März genutzt werden könnten.