Rhein-Pfalz Kreis Netzwerker in Sachen Bildung
Thomas Schröder ist der neue Bildungskoordinator im Kreishaus in Ludwigshafen. Er soll analysieren, welche Angebote es für sogenannte Neuzugewanderte im Rhein-Pfalz-Kreis gibt. Die Stelle wird zumindest für ein Jahr vom Bund bezahlt.
Etwa 100 Bewerber haben sich für den neuen Job beworben, Thomas Schröder hat ihn bekommen. Der 38-Jährige wohnt in Edingen, stammt aus Göttingen, hat Sozialwissenschaften studiert und auf dem Gebiet Innovationsmanagement an einer Businessschool im englischen Manchester promoviert. Bevor er Anfang Januar die Stelle beim Rhein-Pfalz-Kreis antrat, arbeitete er bei einer Stiftung für Gesundheit und Ernährung, davor am Fraunhofer-Institut. Jetzt soll Schröder theoretisch erfassen, was andere praktisch leisten: Welche Angebote gibt es für Migranten im Rhein-Pfalz-Kreis? Welches Netzwerk, welcher Verein, welcher Träger bietet Deutschunterricht oder andere Weiterbildungsmöglichkeiten an? Wie sieht die Förderung aus und für welche Altersgruppe ist sie bestimmt? Den Begriff „Neuzugewanderte“ zu definieren fällt Schröder, aber auch Landrat Clemens Körner (CDU) schwer. Und auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet bei seiner Förderrichtlinie „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ keine Erläuterung an. Dafür beschreibt es die Stelle, die das Ministerium bezahlt. Ziel des Koordinators soll demnach „die Bündelung der lokalen Kräfte und das gemeinschaftliche Zusammenwirken aller Bildungsakteure“ sowie die „Optimierung der kommunalen Koordinierung und der ressortübergreifenden Abstimmung der zuständigen Ämter und Einrichtungen innerhalb der Kommunalverwaltung“ sein. Hört sich kompliziert an, heißt für Schröders Praxis: Er sammelt Ansprechpartner – im Internet, aber auch bei Streifzügen durch die Dörfer des Rhein-Pfalz-Kreises. „Ich denke, dass nicht jedes Angebot im Netz gelistet ist. Ich werde auch mit den Leuten vor Ort reden.“ Ein bisschen Rhein-Pfalz-Kreis habe er bereits kennengelernt, mehr soll es in den kommenden Wochen werden. Und was ist sein Ziel, was möchte der Bildungskoordinator in zwölf Monaten erreicht haben? „Eine Systematisierung der Integrationslandschaft.“ Und Körner ergänzt: „Einen Flickenteppich haben wir, jetzt müssen wir sehen, wie dicht er ist.“ Flickenteppich – den Begriff versteht der Landrat nicht negativ. Er ist froh um jeden, der sich für Neuankömmlinge im Kreis engagiert. Aber er hofft, dass durch Schröders Arbeit Gruppen vernetzt und Strukturen aufgebaut werden, die nicht nur der Kreisverwaltung, sondern auch den Akteuren vor Ort und letztlich den Migranten helfen. „Wir werden sehen, was in einem Jahr zu machen ist“, sagt er. Thomas Schröder hofft, dass er länger als ein Jahr für die Kreisverwaltung arbeiten kann. Immerhin besteht die Option einer Verlängerung seines Vertrags. Aktuell freut er sich erst einmal auf seine Aufgabe, die ihm einen großen Gestaltungsspielraum lasse, wie er sagt. „Das reizt mich an der Stelle.“ Interessiert ist er auch daran, wie andere Bildungskoordinatoren ihre Aufgabe erfüllen. Landkreise und freie Städte konnten sich für das Förderprogramm bewerben. „Die nehmen jetzt alle nach und nach ihre Arbeit auf. Es wird spannend“, sagt der Netzwerker in Sachen Bildung. Kontakt Wer Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Rhein-Pfalz-Kreis anbietet, kann sich bei Thomas Schröder melden, Telefon 0621 5909-347, E-Mail: dr.thomas.schroeder@kv-rpk.de . |btw