Rödersheim-Gronau
Naturstadt-Projekt: FWG und CDU sind sich nicht grün
Bei dem bundesweiten Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ hat sich die Gemeinde mit gleich zwei Projekten beworben. Eines stammt von der CDU, das andere von der FWG. Ausgezeichnet worden ist letztlich die Idee „Insel der Artenvielfalt“ – der CDU-Vorschlag. Dennoch ist der Gedanke eigentlich, dass alle Interessierten – Bürger wie Politiker – an einem Strang ziehen und mit dem Geld das Dorf ökologisch aufwerten. Im Februar haben Helfer etwa vorbereitende Arbeiten für einen geplanten Landschaftspark am Sportplatz des TV Rödersheim erledigt.
Seitdem haben die Freien Wähler die CDU-Bewerbungsunterlagen untersucht und Passagen gefunden, die ihnen bitter aufstoßen. Im FWG-Journal vom April wirft die Fraktionsvorsitzende Marleen Gerdon den Christdemokraten falsche Angaben und eventuell unlauteren Wettbewerb vor. Vor allem kritisiert sie die angebliche CDU-Aussage, es habe bisher keine Projekte zugunsten von Natur und Umwelt in Rödersheim-Gronau gegeben. Angesichts all der FWG-Vorhaben sei das schlicht falsch, habe sich womöglich aber günstig auf den CDU-Vorschlag ausgewirkt und den jahrelangen Einsatz der Freien Wähler mit Füßen getreten. „Von Seiten der FWG wird es keine Zusammenarbeit geben!“, lautet Gerdons Fazit.
Bürgermeister soll sich positionieren
Die schweren Vorwürfe der Freien Wähler richteten sich auch gegen Ortsbürgermeister Thomas Angel (FWG), findet der CDU-Vorsitzende Robert Neufeld. Immerhin habe Angel die Bewerbungsunterlagen ja im Namen der Kommune unterschrieben. Deshalb hat er den Ortsbürgermeister in der November-Sitzung des Gemeinderats aufgefordert, in der Sache Stellung zu beziehen. Er, Neufeld, will wissen, ob Angel solidarisch hinter den Vorwürfen der FWG steht, deren Mitglied er ist.
Der Ortsbürgermeister erklärt auf RHEINPFALZ-Nachfrage, er habe mit Vertretern der CDU und FWG im Leitungsteam des Naturstadt-Projekts all das besprochen und mit ihnen einen Text verfasst, den er bei der Auftaktveranstaltung verlesen habe und der die Wogen glätten sollte. „Damit war und ist das Thema für mich erledigt. Ich werde als Ortsbürgermeister aller Rödersheim-Gronauer neutral bleiben. Das sollen die beiden Parteien unter sich ausmachen.“