Rhein-Pfalz Kreis Naturschutz immer wichtiger
Schifferstadt. Seit 40 Jahren gibt es den Gewässerzweckverband Rehbach und Speyerbach. In einer Feierstunde wurde das Jubiläum am Donnerstagabend im Rathaus Schifferstadt gefeiert. Außerdem wurde die Ausstellung „Neue Ufer – Der Rhein-Pfalz-Kreis, seine Gewässer und der Rhein“ eröffnet.
In der Vorderpfalz gibt es zwei Gewässerzweckverbände – den für Rehbach und Speyerbach und den für Isenach und Eckbach. Laut Willi Tatge, Abteilungsleiter für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, ist das eine gute Sache. „Andere wären froh, wenn es das in ihren Landesteilen auch gebe“, sagte er bei der Feierstunde in Schifferstadt. Es erleichtere die Zusammenarbeit, auch wenn sie nicht konfliktfrei sei. Landrat Clemens Körner (CDU) fasste die Entwicklung des Gewässerzweckverbands Rehbach-Speyerbach zusammen und stellte fest, dass er „im Wesentlichen größer geworden“ sei. Rund 200 Kilometer Gewässer würden heute von ihm gepflegt. Dabei habe es in der Vergangenheit auch Fehler gegeben – etwa die Verwendung von Betonrinnen. Seit den 80er Jahren orientiere sich der Gewässerzweckverband aber an naturnaher Gewässer- und Uferpflege. Thomas Paulus von der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung erklärte in einem Vortrag, wie sich die Bewirtschaftung der Gewässer mit der Zeit entwickelt hat. So sei der Rehbach 1960 verlegt worden, um vor Hochwasser zu schützen und landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Bis 1998 habe es kleine, geradlinige Grabensysteme gegeben, damit das Wasser ablaufen konnte. Zum Teil würden die heute noch mit Schleppsteinen gesäubert, aber „danach lebt nichts mehr“, sagte Paulus. Das sei mittlerweile nicht mehr gewollt. Die ökologische Gewässerpflege werde groß geschrieben. Sie sei wichtig, um etwa seltene Bachmuscheln zu schützen. Die Entkrautung geschehe nicht mehr „Tabula rasa“, sondern es würden kleine Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere stehengelassen. Wichtig sind auch die Renaturierung der Bachläufe, die Minderung der Schmutzbelastung und die Pflege der Fischtreppen. „Es ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die niemals in Stillstand gerät“, so Paulus. Wie wahr das ist, lässt sich aus der Ausstellung „Neue Ufer“ ersehen. In ihr können Besucher die Entwicklung des Speyerbachs und seine Nutzung zum Beispiel in der Zeit der Römer nachvollziehen. Die seien „geniale Wasserbauer“ gewesen und hätten die Gegend damit bis heute geprägt, erklärte Sebastian Arnold, ehrenamtlicher Koordinator der Museen des Rhein-Pfalz-Kreises und Mitinitiator der Ausstellung. Auf die Technik der Römer hätten später auch die Franken zurückgegriffen – und sie weiterentwickelt. Die Ausstellung befasst sich zudem auch mit der Entwicklung im Mittelalter und mit dem heutigen Stand. (udn)