Bobenheim-Roxheim
Naturschützer in Sorge
Vereinsvorsitzender Ewald Marx erläuterte in der Jahresmitgliederversammlung den Ernst der Lage. Zwar sei der Bobenheimer Altrhein deutlich kleiner als der Vordere und der Hintere Roxheimer Altrhein, doch handle es sich um ein ökologisch höchst sensibles und bedeutsames Terrain. „Dort gibt es Froscharten, die auf der Roten Liste stehen, und auch die Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte ist gut vorangekommen, die Schildkröten fühlen sich hier wohl“, sagte Marx.
Ihm zufolge ist der Wasserstand auf 40 bis 60 Zentimeter gesunken – mithin eine Folge der zurückliegenden Dürrejahre. Dauerhaft sei dieses wertvolle Feuchtbiotop nur durch Menschenhand zu erhalten. Der Vorsitzende machte konkrete Vorschläge: „Dies könnte durch die Wasserzuführung aus einem Tiefbrunnen oder über Wasser aus dem sogenannten E1-Graben geschehen.“
Vier Biberfamilien angesiedelt
Bei der Hauptversammlung des 371 Mitglieder zählenden Vereins gab es aber auch positive Nachrichten, und die betrafen vor allem die Ansiedlung des Bibers. Marx sprach von mittlerweile vier Familien in der Bobenheim-Roxheimer Gemarkung. Die ausgedehnten Wasser- und Feuchtgebiete rund um Altrhein und Silbersee, böten den scheuen nachtaktiven Nagern optimale Lebensbedingungen. Marx, der Biberbeauftragter des Rhein-Pfalz-Kreises ist, erläuterte, dass die Tierart nun auch in Mörsch und Lambsheim heimisch sei. In Zeiten des Artensterbens sei das eine sehr erfreuliche Entwicklung.
Nicht ganz so erfreulich sei die Ausbreitung des Waschbärs, die man ebenfalls aufmerksam registriere. Die in der Region eigentlich nicht heimischen Tiere betätigten sich in der Altrheinlandschaft verstärkt als Nesträuber. Wiederholt hätten Waschbären die Nester von Höckerschwänen geleert und die Eier vertilgt, so Marx.
Leidiges Thema: der viele Müll
Besorgt ist er auch über den Rückgang der Schwalbenbestände. Nachdem die Rauchschwalben in Bobenheim-Roxheim fast ausgestorben sind, seien 2022 auch auffallend wenig Mehlschwalben zu sehen. Marx: „So richtig erklären können wir uns das im Moment noch nicht, wir haben aber festgestellt, dass Mehlschwalbennester von Elstern zerstört wurden.“ Ein leidiges Thema sei der viele Müll, den vor allem Badegäste in der Landschaft hinterließen, und dann auch noch in unzulässigen Bereichen. Nicht selten würden dabei Nester von Uferschwalben zerstört.
Der Vorsitzende kündigte konkrete Schritte bei der Wiederansiedlung des Feldhamsters an. Außerdem habe der Verein einen fast 5000 Quadratmeter großen Acker gepachtet, der in eine Wildblumenwiese umgewandelt werden soll. Im Heimatmuseum soll der „Biberkeller“ fertigestellt werden. Weitere Aktionen mit Grundschülern sind vorgesehen. Auf alle Fälle fortgesetzt werde die erfolgreiche Bio-Apfelsaftaktion.
Vorstand
Vorsitzender Ewald Marx, Stellvertreter Mario Nowak, Schatzmeister Peter Jaworski, Schriftführerin Petra Fell-Weiler.