Rhein-Pfalz Kreis Nachfolge-Roman schon in Arbeit

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Mutterstadt. Eine Liebeserklärung an die Pfalz – so spannend verpackt und so liebevoll vorgelesen gibt sie es sicher selten: Die beiden Autoren Christian Habekost und seine Frau Britta haben mit ihrem Krimi „Elwenfels“ bei der ausverkauften Lesung am Donnerstag in der Gemeindebücherei Mutterstadt das Publikum bestens unterhalten.

Der Pfälzer Comedian und seine Frau verstanden es, mit Kostproben aus dem 2014 erschienenen und mittlerweile in der dritten Auflage vorliegenden Krimi die Zuhörer zu fesseln. Wie der Hamburger Privatermittler Carlos Herb, ein passionierter Biertrinker, auf der Suche nach einem verschwundenen Großunternehmer auf Pfälzer „Ureinwohner“ stößt und Sprachbarrieren am Wirtshaustisch überwindet, hat das Autorenduo nicht nur köstlich auf Papier gebannt, sondern auch lebendig und mit Gespür für die Situationskomik und die Facetten der Pfälzer Sprache vorgelesen. Das Publikum amüsierte sich bestens angesichts des durstigen Carlos Herb, der in einer Gaststätte in Elwenfels steht, die seit 1959 kein Bier mehr auf der Karte hat, wie ihn die 80-jährige Wirtin freundlich lächelnd in bestem Pfälzisch informiert. Aber sie sieht seine Not und serviert ihm eine Apfelschorle: „So, jetzt denken Sie sich den Schaum einfach dazu und runner damit! Verdurschd ist bei uns niemand!“ Liebevoll hat das Ehepaar Habekost seine Figuren gezeichnet und schildert sie so farbig, als wären sie lebendig. Mit ihren fantasievollen Kapitelüberschriften stimmen die Autoren auf die Episoden ein. Und so fieberten die Zuhörer mit Carlos Herb mit, der frustriert von der ebenso mühseligen wie ergebnislosen Suche nach dem verschwundenen Unternehmer seine Hamburger Hafenluft und Nebelhörner vermisst. Oder mit Charlotte Walter, der Winzerin mit dem schwäbischen Ehemann und Nicht-Wein-Versteher, der sie zur Weißglut treibt. Nur gut, dass der „norddeutsche Ritter“ Herb mitten in einen Streit des so verschiedenen Ehepaares platzt und die „pfälzische Prinzessin aus den Fängen eines schwäbischen Drachen befreit“. Viel zu schnell neigte sich die Lesung in Mutterstadt ihrem Ende entgegen, doch das Ehepaar hat für das gespannte Publikum noch eine Zugabe, die wiederum mitten hinein in die dörfliche Idylle von Elwenfels führt. Diesmal wurde das beschauliche Leben allerdings durch den Verbandsbürgermeister aus dem Nachbarort massiv gestört. Er würde Elwenfels liebend gern seiner Verbandsgemeinde einverleiben. Umso deutlicher demonstrieren die eigensinnigen Elwenfelser angesichts der selbstgefälligen politischen Phrasen ihre Unabhängigkeit auf Pfälzisch: „Was du für uns tun kannst? Die Gosch halte, des langt schon.“ Die Zuhörer standen nach der Lesung Schlange bei Christian und Britta Habekost, um ein signiertes Exemplar zu bekommen. Die beiden versprachen, für Nachschub zu sorgen: Ein zweites Buch rund um Elwenfels ist in Arbeit. (mmö)

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