RÖMERBERG
Nachbarschaftshilfe: Wenige Anfragen in Corona-Zeit
Gegen eine kleine Aufwandsentschädigung gehen Menschen zum Beispiel für andere einkaufen, pflegen den Garten oder helfen im Haushalt, wenn Mitbürger dazu körperlich nicht in der Lage sind. Das ist das Konzept der Römerberger Nachbarschaftshilfe. Beigeordnete Simone Hoffner (Grüne) wollte von den drei ehrenamtlichen Koordinatorinnen Bärbel Steinmetz (Mechtersheim), Edith Flögel (Heiligenstein) und Ingrid Leidig (Berghausen) wissen, wie das Angebot während der Corona-Krise nachgefragt wurde, und hatte die drei Damen deshalb zur jüngsten Sitzung des Sozial-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses eingeladen.
„Im Februar habe ich gedacht, das wird jetzt ein Fulltime-Job“, erinnerte sich Leidig, die vor einigen Monaten Nadja Orth als Zuständige für Berghausen abgelöst hat, an den Beginn der Pandemie. Doch tatsächlich habe es in Zusammenhang mit Corona nur zwei Anrufe gegeben: Eine junge Frau habe sich um ihre Eltern gesorgt. Im anderen Fall hätten sich die Hilfesuchenden nicht mehr zum Einkaufen getraut. Einem Mann, der jemanden zum Fegen des Bürgersteigs suchte, hat Leidig eine Absage erteilt: Es stellte sich heraus, dass der Mann erst 29 Jahre alt war und die Arbeit problemlos selbst erledigen konnte. Für solche Fälle ist die Nachbarschaftshilfe nicht gedacht. Zeit nimmt sich Leidig hingegen für ältere Menschen, die bei ihr anrufen und im Grunde gar keinen Helfer suchen, sondern einfach mal reden wollen.
Edith Flögel, die die Nachbarschaftshilfe in Heiligenstein koordiniert, berichtete ebenfalls von geringer Nachfrage in der Corona-Zeit. „Weniger als sonst“ sei losgewesen. Sie habe mehr potenzielle Helfer als Hilfesuchenden in der Kartei. Im Sommer habe sie in zwei Fällen Helfer vermitteln können: für Rasenmähen und Hundebetreuung. Auch in Mechtersheim blieb die Nachfrage nach Nachbarschaftshelfern in den vergangenen Monaten überschaubar: Lediglich von sporadischen Vermittlungen für Gartenarbeit konnte Bärbel Steinmetz berichten.