Mutterstadt Mutterstadter Friedhof: Memoriam-Garten eingeweiht
Der erste Entwurf lag Ende 2020 vor. Nur gut ein Jahr später gab es die ersten Bestattungen im Memoriam-Garten auf dem Neuen Friedhof. Jetzt wurde das Areal eingeweiht – vor Blüten und Blätterkulisse: liebevoll arrangierte Begonien, Geranien, Sonnenhüte vor Frauenmantel und üppigen Gräsern. Zwischen den blühenden Beeten hindurch führt ein geschwungener Weg zu einem Rondell, in dessen Mitte eine Zierkirsche ihr Blattwerk schützend über die darunter liegenden Urnengrabstätten ausbreitet. Hier verraten rote Sandstein-Grabplatten in Form eines Blattes die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen, in den Beetanlagen sind diese wiederum auf quadratische, inmitten der Blumen platzierte Gedenksteine eingelassen.
„Die Bestattungskultur hat sich nicht nur in ganz Deutschland geändert, sondern natürlich auch in Mutterstadt“, sagt Andrea Franz (SPD) in ihrer Begrüßungsansprache. Der Trend gehe hin zur Urnenbestattung und einer Bestattung, bei der die Pflege vorab geregelt werden kann. Dies auch vor dem Hintergrund, Angehörige zu entlasten. Daher haben sich die Gemeinde Mutterstadt und Fachbereichsleiter Rüdiger Geib 2019 dazu entschlossen, das Projekt in Angriff zu nehmen. Auf der Suche nach einem Gärtner, der sich die Gestaltung und weitere Pflege eines solchen Grabfeldes vorstellen kann, habe man mit Karl Mistler einen geeigneten Fachmann gefunden, der auch Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Genossenschaft der Friedhofsgärtner mitbringe. „Uns war wichtig, dass hier auch in Form der verwendeten Materialien des Gartens, der Wege und der verschiedenen Grabmale eine Einheit entsteht, die sich mit der bestehenden Gestaltung unserer Friedhofserweiterungsfläche verbindet“, sagte die Erste Beigeordnete.
Viele Gräberangebote
Möglich sind auf dem neuen Areal künftig Urnengräber in Einzel-, Partner-, Familien-, Gemeinschafts- oder Reihenbelegung, Urnen-Baumgräber mit zweifach beschriftbarem Blattgrabmal sowie Erdreihengräber. Floristenmeister Karl Mistler erklärt das Konzept, auf dem ausgegebenen Handzettel auch als Rundum-Sorglos-Paket bezeichnet. „Die angeführten Kosten beinhalten die Erstanlage samt Pflasterarbeiten mit Standardgrabmal, Erst- und Zweitbeschriftung bis 30 Zeichen, Folgekosten, wechselnder Saisonbegrünung sowie das Abräumen bei Ende der Vertragslaufzeit“. Diese kann bei 15, 20 oder 25 Jahren liegen. Hinzu kommen Grabnutzungsgebühren der Gemeinde, Gebühren für die Beisetzung, das Öffnen und Schließen der Grabstätte zuzüglich Leistungen des jeweiligen Bestattungsinstitutes.
„Wenn man keine besonderen Ansprüche an eine besondere Stelle habe, kann man sich mit einem Vertragsabschluss Zeit lassen“, erklärt Mistler. Habe man dagegen konkrete Vorstellungen, wäre ein Vorvertrag eine sichere Sache. Zu beachten sei aber, dass damit der Vertrag bereits zu laufen beginne. Die Dauergrabpflege werde außerdem durch die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft der Friedhofsgärtner im Land Rheinland-Pfalz gewährleistet. Hilfreich hierbei ist ein automatisches Bewässerungssystem.
Weitere Ideen für die Anlage
Gartenexperte Mistler hat nicht nur die Pläne für die neue Anlage geliefert, sondern auch jeden Pflasterstein selbst verlegt. „Mir liegt das Planen und Machen“, sagt er über sich. „Schön gemacht“, lobt Helga Stäbler vom Verein für gärtnerbetreute Grabanlagen und spricht damit, den anerkennenden Blicken nach zu urteilen, vielen aus der Seele. „Einen würdigen Ort für Bestattungen“, urteilt Pfarrer Heiko Schipper, der mit Kaplan Jaimon Vaniyapurackal der Anlage den Segen erteilt.
„Die Planung geht über die jetzige Fläche hinaus“, informiert Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) die Anwesenden. Er spricht von „gärtnerisch betreutem Grabfeld“, denn „Memoriam-Garten“ sei ein geschützter Begriff. Er ist sicher: „Die Bestattungsart wird gut angenommen.“ Von den insgesamt 110 momentan verfügbaren Bestattungsplätzen sind bereits 20 belegt. Mistler hat noch weitere Ideen in petto. Vorstellbar sei, auch wegen seiner symbolischen Bedeutung, ein Ginkgo-Baum, mit Grabplatten darunter in Form eines Ginkgo-Blattes.