Rhein-Pfalz Kreis Mutterstadt soll wachsen

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Mutterstadt. Thema Nummer Eins in einer der größten Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis war und ist die Sanierung des Ortskerns. Für negativen Gesprächsstoff sorgte die Festnahme eines Terrorverdächtigen im Sommer. Und das Jahr 2017 steht mit vielen Terminen im Zeichen der 1250-Jahr-Feier zum Ortsjubiläum.

Die Unannehmlichkeiten aufgrund der Baustelle nehmen die Mutterstadter erstaunlich klaglos hin, meint Hans-Dieter Schneider (SPD). Die Verwandlung der Ortsmitte ist erstaunlich, sie wirkt größer und offener. Peu à peu sollen in diesem Jahr die Abschnitte freigegeben werden. Das Radrennen zur Kerwe soll wieder auf gewohnter Strecke stattfinden. Bis Jahresmitte sollen die Bauarbeiten in der Ortsmitte abgeschlossen sein. Rund 1,8 Millionen Euro kostete die Gemeinde die groß angelegte „Ortsverschönerung“ im vergangenen Jahr. 2017 wird sie noch einmal 1,8 Millionen in die Hand nehmen. Die Gesamtausgaben für das Projekt werden gefördert. Ein wichtiger Schritt für die nun großzügige Fläche in der Ortsmitte war der Abriss des Eckhauses Neustadter/Speyerer Straße. Damit auch das Alte Rathaus optisch mithalten kann, soll dort 2017 die Fassade erneuert und gestrichen werden. Getrübt wurde das vergangene Jahr mit unrühmlichen Schlagzeilen: Im Oktober löste ein Fehlalarm an der Integrierten Gesamtschule ein Polizeiaufgebot aus. Nicht das erste Mal: Bereits im August rückte ein Sondereinsatzkommando an und nahm einen mutmaßlich Terrorverdächtigen fest. „Sogar die New York Times berichtete“, sagt Bürgermeister Schneider. Doch darauf hätte er gern verzichtet. Aber auch diese Ereignisse hätten die Mutterstadter weitestgehend „unaufgeregt“ aufgenommen. „Vor allem hat es nicht die Einstellung gegenüber den im Ort untergebrachten Flüchtlingen geändert“, sagt er. 123 Flüchtlinge hat die Kommune bisher aufgenommen. Für 85 Asylsuchende gibt es Unterkünfte am Gelände des Athleten-Clubs (AC), fast alle dort seien belegt. Die anderen sind laut Bürgermeister Schneider dezentral untergebracht. Dafür wurden 2016 zwei Objekte im Ort für 500.000 Euro gekauft. Für Schneider eine gute Investition, „denn es fließen dadurch Mieteinnahmen in die Gemeindekasse“. Mit der Unterbringung am AC-Gelände in der Nähe des Aquabella gebe es keine Probleme. „Ein Grund war wohl auch, dass von Anfang an ein AC-Mitglied als Hausmeister auf dem Gelände war.“ Ab diesem Jahr finanziert das die Gemeinde. In puncto Integration könne sich die Kommune auf etwa 40 Ehrenamtliche des Arbeitskreises Solidarität mit Ausländern verlassen. Dass sie gute Arbeit leisten, habe das sehr gut besuchte Dankes-Essen im Juli gezeigt, das die Asylsuchenden organisierten. Eine andere Bürgergruppe sich aufgelöst: die Bürgerinitiative gegen Geruchsbelästigung. „Durch ist Thema aber noch nicht“, sagt Schneider. Die Gemeinde ist weiter mit dem Betreiber der Kompostieranlage, der Firma Zeller, in Kontakt. In Sachen Kultur war der Tod von Lilo Salten, Inhaberin der Veranstaltungsagentur, für die Gemeinde ein Schock. „Aber wir haben keine Einbrüche bei den Buchungen“, sagt Schneider. Dennoch wird sich der Kulturausschuss mit der Frage beschäftigen, wie die Veranstaltungen künftig organisiert werden. Apropos Veranstaltungen: Die wird es im kommenden Jahr in Mutterstadt zuhauf geben, denn die Gemeinde feiert ihren 1250. „Geburtstag“. Über 17 Termine wie Ausstellungen, Galas und Feste wird es geben. Aber 2017 wird auch gearbeitet: Die Pestalozzi-Schule wird für eine halbe Million Euro generalsaniert und das Haus der Vereine wird seniorengerecht mit einem Fahrstuhl ausgestattet, Kosten 120.000 Euro. Eines der kostspieligsten Projekte wird die Erweiterung des Gewerbegebiets An der Fohlenweide sein. Rund drei Millionen Euro plant die Gemeinde 2017 für die Erschließung und den Ankauf von Grundstücken ein. Eine 80.000 Quadratmeter große Fläche am Kreisel zum Gewerbegebiet ist dafür vorgesehen. Beim Verkauf der Flächen will die Kommune darauf achten, dass solvente Gewerbesteuerzahler sich ansiedeln. Von Filialisten zum Beispiel habe die Kommune aus finanzieller Sicht oft nur wenig. Mutterstadt braucht solche Einnahmequellen, nach einem ausgeglichenen Haushalt 2015 klafft in den Haushalten 2016/17 ein Minus von jeweils rund zwei Millionen Euro. Umlagen und Ausgaben fürs Personal, insbesondere für neues Kita-Personal, belasten. Aber auch die Sozialausgaben unabhängig von den Flüchtlingen steigen. Schon lang soll die protestantische Kita 1 für unter Dreijährige fit gemacht werden. Nun ist ein Neubau geplant – und zwar an der Pestalozzi-Schule auf dem Bauhof-Gelände. „Für so einen Ersatzneubau gibt es mehr Zuschüsse“, sagt Schneider. Der Bauhof soll ins neue Gewerbegebiet, das Grundstück hat die Gemeinde bereits gekauft. Für das neue Betriebsgebäude sind 2017 Planungskosten von 200.000 Euro vorgesehen. Und der Bedarf an Kita-Plätzen könnte steigen, denn Mutterstadt ist ein beliebter Wohnort. „Wir haben viele Anfragen für Bauplätze“, erzählt Schneider. Innerorts Bauplätze schaffen sei darum ein weiterer Punkt auf der Agenda 2017. Termin Der Neujahrsempfang ist am Sonntag, 8. Januar, 15 Uhr, im Palatinum.

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