Rhein-Pfalz Kreis Mutterstadt soll schöner werden

. Aus fünf werden vier. Von den Parteien im Mutterstadter Gemeinderat tritt bei der Kommunalwahl am nächsten Sonntag eine nicht mehr an: die FDP. Nach Jahrzehnten im Dorfparlament ziehen sich die Liberalen aus der Dorfpolitik zurück. Die beiden Sitze der Freien Demokraten würden die verbliebenen Parteien CDU, FWG, Grüne und SPD natürlich gerne für sich gewinnen. „Einen kleinen Bonus versprechen wir uns schon, da wir uns inhaltlich ja auch auf der mittleren Wählerschiene bewegen“, verrät etwa der FWG-Fraktionsvorsitzende Hartmut Kegel. „Ganz wichtig ist, dass die Ortsentwicklung vorangeht“, erklärt er im Hinblick auf die nächsten fünf Jahre. So wollen die Freien Wähler die innerörtliche Versorgung mit kleinen Geschäften verbessern, die Dorfplätze ansprechender gestalten und eventuell sogar einen Dorfgarten anlegen. Auch müssten im evangelischen Kindergarten im Ortskern Plätze für Ein- und Zweijährige geschaffen werden, da der Bedarf groß sei. Die landwirtschaftliche Umfahrung und der A-61-Anschluss würden helfen, den verbliebenen Schwerlastverkehr aus dem Ort zu bekommen. „Wir wollen allerdings nicht den ganzen Verkehr aus dem Dorf haben, da die Geschäfte zum Teil darauf angewiesen sind“, sagt er. Weitere Probleme sieht Kegel in der Oberflächenentwässerung verbunden mit dem gestiegenen Grundwasser und in der Kompostierung von Grün- und Biomüll. Hier müssten Lösungen her. Da stimmt ihm Walter Altvater von den Grünen zu. Allerdings dürften Lösungen nicht „nach Mutterstadter Landrecht“ gefunden werden. Der Bauernstammtisch im Ort möge zwar einflussreich sein, trotzdem dürften sich die Landwirte nicht über Recht und Gesetz hinwegsetzen. Gerade Lösungen bei der Entwässerung sollten sich nicht negativ auf den Naturschutz auswirken. „Beim Problem Geruchsbelästigung plädieren wir dafür, die bisherigen Frontstellungen aufzugeben und stattdessen nach neuen Lösungen zu suchen. Eine Möglichkeit: die Erdart Terra preta aus Südamerika. Sie besitze eine höhere Qualität und binde die beim Kompostieren freiwerdenden Gase stärker im Boden. Das sei aber nur ein Vorschlag, mit dem die Grünen Diskussionen über Alternativen anregen wollten. Ein großes Problem sei die Ortskernsanierung. Hier sollten finanziellen Potenziale ausgeschöpft werden, da „wir für die nächsten Jahrzehnte entscheiden“. Schwierig sei hier vor allem die Neue Pforte, die wie ein Riegel im Zentrum liege und einen viel zu hohen Energieverbrauch aufweise. „Mutterstadt und die Mutterstadter können nur gewinnen, wenn wir sowohl innen als auch außen deutlich grüner werden“, findet er. Einen schönen, lebenswerten Ortskern, an dem sich die Menschen aufhalten können und möchten, streben die Sozialdemokraten an. „Das Projekt läuft ja bereits, die Basis ist gelegt. Wir möchten die Bürger weiter daran beteiligen. Das steht ganz oben auf unserer Liste“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Thorsten Leva. In Sachen Verkehrspolitik sei schon viel erreicht worden, zuletzt das Tempo-30-Limit auf den örtlichen Straßen. Sobald der Anbindung an die A 61 vollendet ist, rücke ein Durchfahrtsverbot für Lkw wieder in den Fokus. „Allerdings ohne Blockade für die örtlichen Geschäftsleute“, hebt er hervor. Darüber hinaus gehe es darum, die gute Infrastruktur – nicht zuletzt im Bildungssektor – zu erhalten und auszubauen. „Ich glaube, die Bürger sind mit dem gesamten Gemeinderat zufrieden. Wir haben trotz unterschiedlicher Ansichten mit den anderen Fraktionen gute Arbeit geleistet“, sagt Leva. Die Debatten seien stets konstruktiv gewesen, weshalb ihm das kommunalpolitische Wirken in Mutterstadt viel Spaß mache. Bei der Wahl wolle die SPD das gute Ergebnis von 2009 bestätigen und so ihren Bürgermeister Hans-Dieter Schneider weiter unterstützen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Katja Schulze-Berge sieht in der Entwicklung des Ortskerns ebenfalls das wortwörtlich zentrale Thema der nächsten Legislaturperiode. „Entscheidend wird sein, zu sehen, was wir uns leisten können. Denn obwohl wir im Förderprogramm sind, bleibt immer ein Eigenanteil für die Gemeinde übrig“, erläutert sie. Ein Mittel, die Dorfmitte zu beleben, sehen die Christdemokraten darin, die Ansiedlung von Gewerbe zu fördern und so die Grundversorgung zu sichern. Ein Verkehrskonzept solle die Radwege in Mutterstadt vernetzt, der gesamte Ort barrierefrei gestaltet und Lastwagen die Durchfahrt verboten werden. „Nach dem A-61-Anschluss wird das wieder möglich sein und ein großes Thema, bei dem wir aber nicht alleine entscheiden können“, sagt Schulze-Berge und erinnert an die übergeordneten Behörden. Damit Fußgänger sich sicherer bewegen können, möchte die CDU zudem mehr Überquerungshilfen entlang der Hauptverkehrsstraßen schaffen.