Rhein-Pfalz Kreis Mutterstadt feiert sich selbst

Mutterstadt. 2017 ist für Mutterstadt ein besonderes Jahr. Dann feiert die Gemeinde ihr 1250-jähriges Bestehen. Im Jahr 767 wurde Mutterstadt erstmals in einer Schenkungsniederschrift des Lorscher Codex erwähnt. Das Jubiläum soll mit einem abwechslungsreichen Programm das ganze Jahr über gefeiert werden. Höhepunkte werden zwei Galas der Mutterstadter Vereine, ein Open-Air-Konzert sowie die Festveranstaltung im Oktober sein. Dann soll auch die neue Ortschronik vorgestellt werden.
Leuchtende Augen bekommt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD), wenn er von den geplanten Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr berichtet. Schließlich haben sich Gemeinde, Vereine, Kirchengemeinden und Bürger auch so einiges einfallen lassen, um den runden Geburtstag des Ortes gebührend zu feiern. Gemeinsam mit der Gemeinde feiert im kommenden Jahr auch die protestantische Kirchengemeinde: 500 Jahre Reformation und 125 Jahre Kirchenchor. Daneben wird der Kirchturm der protestantischen Kirche, der nach Schneiders Angaben ursprünglich mal ein Wehrturm war, im kommenden Jahr ebenfalls 500 Jahre alt. Er ist damit das älteste noch vorhandene Gebäude der Gemeinde. Auftaktveranstaltung zum Mutterstadter Jubiläum soll am 8. Januar der Neujahrsempfang des Bürgermeisters im Palatinum sein. Hier erwartet Schneider wieder rund 800 Bürger, mit denen er zum einen auf das abgelaufene Jahr zurückblicken will. Zum anderen möchte er eine Vorausschau auf die kommenden Veranstaltungen geben. Mit zwei großen Galas wollen sich die Vereine im Jubiläumsjahr präsentieren. Zu Christi Himmelfahrt am 25. Mai werden die Sportvereine unter dem Motto „Sport bewegt Mutterstadt“ in der TSG-Halle sowie im Palatinum und auf dem Vorplatz verschiedene Vorführungen, Mitmachangebote und Musik anbieten. Bereits am 1. April laden die Musik- und Gesangvereine unter Mitwirkung von Opernsänger Volker Bengl und seiner Schwester Ulrike Machill ins Palatinum ein. Dann soll auch das Mutterstadter Lied uraufgeführt werden – eine Hymne auf die Gemeinde, die aus der Feder des Kreisbeigeordneten Konrad Heller stammt. Und auch ein neuer Bildband von Bernhard Kunz soll vorgestellt werden, in dem der Mutterstadter Fotograf verschiedenste Perspektiven der Gemeinde mit der Linse eingefangen hat. Zu einem Open-Air-Konzert will die Gemeinde am 22. Juli auf den Vorplatz des Palatinums einladen. Welche Band dort spielen soll, steht laut Schneider aber noch nicht fest. Bereits fest steht hingegen, dass die Festrede bei der offiziellen Festveranstaltung am 28. Oktober im Palatinum von Professor Kurt Andermann vom Landesarchiv in Karlsruhe gehalten wird. Bei dieser Veranstaltung soll auch die neue Ortschronik präsentiert werden, die laut Schneider gut 900 Seiten umfassen wird und auf der Ausgabe des Lehrers Heinrich Eyselein aus dem Jahr 1967 aufbaut. „Doch“, so betont Schneider, „unser Redaktionsteam hat alle Kapitel komplett neu überarbeitet und ergänzt.“ Im Mai lädt der Pfälzerwald-Verein zu einer Wanderung in und um Mutterstadt ein. Sein Gebetshaus wird der Türkisch-Islamische Kulturverein bei einem Tag der offenen Tür im Oktober präsentieren. Bei einem Fußballturnier der FG 08 werden im Juli auch die Mannschaften der Partnergemeinden dabei sein. Etwa in der zweiten Jahreshälfte möchte die Gemeinde ein Teilstück der ehemaligen Römerstraße Mainz-Straßburg, die an der Autobahnabfahrt zum Gewerbegebiet entlangläuft, rekonstruiert haben und der Öffentlichkeit präsentieren. Und auch die alljährlichen Feste der Gemeinde stehen unter dem Stern des Jubiläums. So wird es etwa beim protestantischen Gemeindefest „Unter der Linde“ am letzten Juni-Wochenende einen Mittelalter-Markt in der Unteren Kirchstraße geben. Beim Feuerwehrfest am ersten August-Wochenende präsentieren die Oldtimer Freunde aus Dannstadt historische Fahrzeuge und Maschinen, und die Landfrauen laden zu Kaffee und Kuchen ein. Die Mutterstadter Kerwe, die traditionell am letzten August-Wochenende stattfindet, wird 2017 um einen Tag verlängert und beginnt dann schon freitags. Höhepunkt soll ein Auftritt der Südtiroler Spitzbuam sein, die aus der Partnergemeinde Naturns stammen. Kunstinteressierte lädt Heinz Hub zu einer Kerweausstellung unter dem Motto „Mutterstadt Gestern – Heute“ ein. Zudem ermöglicht es die protestantische Kirchengemeinde an diesem Wochenende, ihren Kirchturm zu besteigen. Der Turm soll auch im Mittelpunkt eines Festgottesdienstes stehen, zu dem die Kirchengemeinde am Reformationstag (31. Oktober) einlädt. Bereits im Mai wird der Kirchenchor sein 125-jähriges Jubiläum mit einem Konzert begehen.