Vor der Wahl
Mutterstadt: CDU-Bürgermeisterkandidat Klaus Lenz präsentiert Themen und Weine
„Es schlummern mehrere Seelen in mir“, sagte Klaus Lenz. Der 63-jährige Diplom-Bauingenieur ist auch Wein- und Kulturbotschafter und kennt sich mit guten Tropfen aus. Nachdem eine Videopräsentation das Publikum, das den großen Saal der Neuen Pforte weitgehend ausfüllte, über Kindheit, Schul-, Bundeswehr- und Studienzeit sowie sein bisheriges Berufsleben, sein politisches und soziales Engagement informiert hatte, kredenzte der Christdemokrat einen Riesling-Sekt extra brut. Angereichert mit seinen Ideen zur „Vereinfachung der Verwaltung“. Beispielsweise will er das Onlinezugangsgesetz weiter umsetzen und digitale Angebote auch in vereinfachter Sprache anbieten. Bürger sollen durch Quartiergespräche bei Entscheidungen mitgenommen werden. Lenz möchte die beruflichen Hintergründe jedes Gemeinderatsmitglieds nutzen, um sich über die Parteizugehörigkeit hinweg anzuhören, was der Einzelne zum jeweiligen Thema zu sagen hat.
Zum Thema „Kultur, Sport und Soziales“ wird ein trockener 2021er Malvasier serviert. „Eine sehr alte Kulturrebe“, erläutert Lenz. Und Zehfuß erinnert daran, dass Mutterstadt einst römische Siedlung war und Römer nie ohne Wein oder Reben im Gepäck gereist seien.
Ziel des Bürgermeisterkandidaten Lenz ist es nach eigenem Bekunden, Kulturgut zu fördern, Kulturprogramme zu verbessern, das Vereinsleben zu stärken und gesellschaftliche Bindungen wie zur Lokalen Agenda 21, zu Fairtrade-Initiative, Bürgerstiftung und Feuerwehr zu festigen. In puncto „Daseinsfürsorge“ sprach er unter anderem von einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für eine Kita im Neubaugebiet Südwest und davon, die Bedürfnisse von Fußgängern in den Fokus zu rücken. Mit Blick auf eine unzureichende Taktung im öffentlichen Personennahverkehr sagte er: „Es bringt nichts, das Autofahren im ländlichen Raum zu verteufeln.“ Die Raumnutzung im Haus der Vereine sowie im Seniorentreff möchte er optimieren. „Hier sind mehr Synergien zu schaffen“, betonte Lenz.
Der Genuss eines 2021er Dürkheimer Hochmess der Winzergenossenschaft Vier Jahreszeiten sollte das soziale Denken auf Zunge und Gaumen übertragen. Ein 2020er Tempranillo kommt passend zum Thema „Nachhaltigkeit“ ins Glas. „Klimawandel lässt grüßen“, erläuterte Lenz und gab Informationen zur Rebsorte, die die zu erwartenden höheren Temperaturen besser verträgt. Er bekräftigte seinen Wunsch nach Verbesserung der örtlichen Klimafaktoren durch mehr Begrünung, strebe aber auch eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden und Fahrzeugen an sowie eine Beschleunigung des Straßenbahnanschlusses.
Lenz betonte, dass seine Vorhaben unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit stünden. Er sei gespannt, wie sich die Förderkulisse von Land und Bund in den nächsten Jahren entwickle. Über dem letzten Schwerpunkt „Lebensqualität“ steht das Motto „Einer für alle!“. Das bezog sich sowohl auf die Weinverkostung als auch auf den Kandidaten. Ein trockener Schorlewein vom Weingut Ernst Weißbrodt, harmonischer Allrounder, sollte diesen Anspruch erfüllen.
Lenz sprach über sein Lieblingsthema, die Ortskernsanierung. Auf der 14.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Café Elisabeth und dem Haus der Vereine soll unter Wahrung des Bestandsschutzes als Ergebnis eines städteplanerischen Wettbewerbs stufenweise ein attraktiver Platz mit gastronomischem Angebot, Wohlfühlflair und Kinderspielplatz entstehen, dazu noch familien- und seniorengerechter Wohnraum. „Will ich hier alt werden?“ Diese Frage habe sich Lenz einst gestellt. Sie war für den seit 16 Jahren als Beigeordneten tätigen Lenz mit den Zuständigkeitsbereichen Verkehr und Kultur das Motiv, in die Kommunalpolitik einzusteigen.
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www.klaus-lenz.de