Rhein-Pfalz Kreis
Mutterstadt bekommt Fairtrade-Siegel – Themenwoche im September

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, angemessene Löhne, faire Preise: Dafür setzt sich die Gemeinde Mutterstadt ein. Fortan dürfen die Kommune sowie alle örtlichen Betriebe, Geschäfte, Organisationen und Vereine, die den Fairtrade-Gedanken unterstützen, das mit dem offiziellen Logo tun. Überreicht wird die Urkunde am 24. September, um den herum es eine Fairtrade-Woche geben wird.
„Den Impuls hat Josef Rödl vom Weltladen gegeben“, erinnert Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) an den Beginn eines langen Weges. Auf den Antrag des Weltladens hin habe der Gemeinderat am 24. Oktober 2017 den Grundsatzbeschluss befasst, dass Mutterstadt nach Schifferstadt zur zweiten Fairtrade-Kommune im Rhein-Pfalz-Kreis werden soll. Dafür müssen aber zahlreiche Bedingungen erfüllt werden. Etwa das Einrichten einer Steuerungsgruppe, die das Vorhaben voranbringt, indem sie dafür wirbt und Partner gewinnt.
Mit dem Weltladen, der bereits fair gehandelte Produkte im Sortiment hatte, habe es schon mal eine gute Grundlage gegeben. „Die Gemeinde war natürlich ein wichtiger Partner, daneben haben die Kirchengemeinden mitgemacht, auch beim Gewerbeverein stießen wir auf offene Ohren“, berichtet Christa Scheid, Mitglied des Weltladens und Sprecherin der Gruppe.
Fairtrade-Produkte: Mehr als nur Kaffee
Für die Mutterstadter Gastronomiebetriebe habe es aber eine größere Herausforderung bedeutet, beim Fairtrade-Projekt mitzuwirken. „Der Wille war da, aber es war für sie ein größerer Aufwand, entsprechende Produkte zum Beispiel auf die Speisekarte zu nehmen“, erläutert Bürgermeister Schneider. Mit dem Bestreben für einen gerechteren Handel seien die Mutterstadter nicht allein. „Es gibt in Deutschland zurzeit rund 500 Fairtrade-Kommunen, mit Fairtrade-Erzeugnissen sind vergangenes Jahr 1,6 Milliarden Euro umgesetzt worden“, sagt Scheid. Die Produktpalette umfasse inzwischen deutlich mehr als den Fairtrade-Klassiker Kaffee.
Das wird die Vorsitzende des Gewerbevereins und Modegeschäft-Inhaberin Esma Schneider mit einer fairen Modenschau im Rathaus-Foyer beweisen. „Ich habe schon Fairtrade-Kleidung geführt, ohne dass mir das bewusst war“, erzählt sie lachend vom Beginn ihres Mitwirkens.
Nach der Verleihung des Fairtrade-Zertifikats können sich die Mutterstadter keineswegs zurücklehnen. Denn es wird alle zwei Jahre überprüft, ob sie die Voraussetzungen noch erfüllen. Dazu gehört etwa, dass die Beteiligten mindestens zweimal im Jahr eine Fairtrade-Veranstaltung organisieren und die Öffentlichkeit über das Thema informieren. Das macht der Weltladen unter anderem mit einem Info-Stand auf der Kerwe.
Termin
Die Fairtrade-Woche findet vom 23. bis 27. September statt. 23. September: 18 Uhr, Auftakt „Fair in den Abend“, Vorplatz Neue Pforte. 24. September: 16 Uhr, Anerkennungsurkunde-Übergabe, Ratssaal; 17.15 Uhr, Faire Modeschau, Rathausfoyer; 18 Uhr, Ratssitzung mit Vortrag „Nachhaltig, öko-soziale Beschaffung in den Kommunen“. 25. September: 18 Uhr, Info- oder Filmbeitrag „Ernährung global und fair“, Haus der Vereine; 19.30 Uhr, Faires Kochen, Landfrauen, Haus der Vereine. 26. September: 19 Uhr, Faires Backen, Landfrauen, Haus der Vereine; 19.30 Uhr, Info-Abend Gemeinwohlökonomie, Haus der Vereine. 27. September: 9 bis 12 Uhr, Fair schenken, Wochenmarkt und 9 bis 12.30 und 15 bis 18 Uhr, Weltladen.