Otterstadt / Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Musiker spielen am Sonntagabend aus den Fenstern

Musik vom Balkon: Wie junge Spanier in Pamplona wollen es auch Musiker rund um Speyer machen.
Musik vom Balkon: Wie junge Spanier in Pamplona wollen es auch Musiker rund um Speyer machen.

Die Vorbereitung für das große Konzert des Musikvereins Otterstadt war fast abgeschlossen. Nun musste es abgesagt werden, wie so viele Veranstaltungen im Moment. Am Sonntagabend treten die Musiker doch noch auf – aber anders als geplant. Auch in Römerberg wird es Live-Musik geben.

„Wir sind schon sehr traurig, aber wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Dirigentin Heike Schneider. Wer in Otterstadt die Fenster am Sonntag um 18 Uhr öffnet, hört es deshalb wahrscheinlich: Aus allen Ecken des Dorfes von der Pappelstraße bis zur Nemeterstraße erklingt Beethovens „Ode an die Freude“. Damit folgt der Musikverein einem Aufruf, der – wie so viele in den vergangenen Tagen – durch die sozialen Medien verbreitet wird: In ganz Deutschland sollen am Sonntag um Punkt 18 Uhr Musiker aus dem Fenster heraus spielen. Nicht nur die Otterstadter wollen sich im Speyerer Umland daran beteiligen. In Römerberg hat der Musikverein Berghausen aufgerufen mitzumachen und Beethovens Werk, das auch als Europahymne bekannt ist, vom Fenster oder Balkon aus zu spielen.

Martin Brandl vom Otterstadter Musikverein hat daraufhin die Noten von „Ode an die Freude“ so umgeschrieben, dass sie leicht gespielt werden können. „Ich gehe mit meinen Kindern auf den Balkon und spiele. Um uns herum gibt es viele, die mitmachen“, erklärt Schneider. Sie hofft, dass die meisten Mitglieder der Orchester mitmachen, und das wären eine ganze Menge Musiker. Im Generationenorchester sind es mehr als 30, im Elementarorchester über 20 und bei den Brass Woodies rund 15 und noch einmal 18 Schüler der Bläserklasse.

Wie in vielen Vereinen laufen die Überlegungen der Ausschussmitglieder des Musikvereins, die sich derzeit per Skype absprechen, auf Hochtouren, wie die kommenden Wochen überbrückt werden können. „Den Kindern fehlt der Musikunterricht. Eine Schülerin hat mir gesagt, sie werde jetzt zu Hause verfaulen wie Käse“, sagt Schneider gerührt. Die Kinder langweilten sich, aber natürlich sehe man die Notwendigkeit dieser Maßnahmen ein. Daher prüfe man im Moment, ob sich auch Musikunterricht über Skype realisieren lässt.

Doch am Sonntagabend wird erst einmal gemeinsam musiziert. Wer mitmachen möchte, kann per E-Mail die Noten vom Musikverein bekommen: go@musikverein-otterstadt.de.

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