Rhein-Pfalz Kreis „Musik stand im Zentrum seines Lebens“

DANNSTADT-SCHAUERNHEIM. Mit einem zweistündigen Gedenkkonzert im Zentrum Alte Schule in Dannstadt haben Lehrkräfte, Schüler und Ehemalige der Musikschule Rhein-Pfalz-Kreis am Sonntag an ihren Kollegen und Lehrer, Alan Valotta, erinnert. Der Klarinettist war im Mai, zwei Monate vor dem Eintritt in den Ruhestand, nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.
„Musik stand im Zentrum seines Lebens, und die Musik, die wir heute zu seinem Gedenken hören, hätte ihm gefallen“, sagte der Leiter der Musikschule, Christoph Utz, in seiner Gedenkansprache. Valotta habe mit allen in gutem Kontakt gestanden und mit seiner sympathischen Art nicht nur für ein positives Bild der Musikschule nach außen gesorgt, sondern sein Verdienst sei auch der interne Zusammenhalt gewesen. Er war nicht nur Pädagoge, sondern auch Wegbegleiter für Schüler und Kollegen, meinte Utz. Diese Wertschätzung und Dankbarkeit für den allseits anerkannten und beliebten Klarinettisten war an der Vielzahl der Mitwirkenden zu erkennen, die dem Verstorbenen zu Ehren aufspielten. Solisten der verschiedensten Instrumentalgattungen wie Flöte und Saxofon sowie Streicher- und gemischte Ensembles präsentierten ein breitgefächertes Programm, das von Barockstücken bis hin zu zeitgenössischen Werken einiges zu bieten hatte. Eröffnet wurde das Konzert von einer von Valottas ersten Schülerinnen, Heidrun Liermann-Schüler (Blockflöte), und dem Gitarristen Bernhard Sperrfechter mit einer schottischen Ballade. 36 Jahre prägte Valotta, der 1978 seine berufliche Laufbahn als Musiker und Pädagoge startete, die musikalische Ausbildung der Musikschule – zunächst als Lehrer für Klarinette und Blockflöte, später auch als Fachbereichsleiter für Holzblasinstrumente. Geboren wurde Alan Valotta 1949 in den Vereinigten Staaten und blieb auch zeitlebens amerikanischer Staatsbürger. Bereits während seiner Highschool-Zeit spielte er Klarinette. Nach dem Musikstudium ging er zum US Air Force Orchester, mit dem er als Soloklarinettist durch die Welt reiste. Im Anschluss an seine Dienstzeit ließ Valotta sich in Europa nieder und kam zunächst über Kontakte nach Enkenbach-Alsenborn. Über verschiedene Stationen gelangte er mit seiner Familie nach Dudenhofen und schließlich nach Schifferstadt. Neben seiner Unterrichtstätigkeit leitete der Vater von drei Söhnen zeitweise einen Chor in Dudenhofen und spielte in verschiedenen Kammermusikensembles mit Schülern und Kollegen, zuletzt noch am 9. Mai bei einem Frühlingskonzert im Schlösschen in Limburgerhof. Einige ehemalige Schüler Valottas haben später die Laufbahn eines Profimusikers eingeschlagen, wie beispielsweise Klarinettist Thomas Sattel, der mit Pianist Werner Heinrich Schmitt zwei Werke von Schmitt spielte. „Alles, was aus meiner Feder stammt, ist für Valotta komponiert und mit ihm uraufgeführt worden“, erklärte Schmitt. Bei der Interpretation des dritten Satzes der Klarinettensonate von Brahms erinnerte er sich: „Wir haben es oft zusammen gespielt, und bei den Proben hat Alan immer ,Ah, Brahms’ gesagt.“ (acl)