Rhein-Pfalz Kreis Musik ohne Grenzen
Schifferstadt. Richtig auf die Pauke hauen können ab sofort Schüler der Kreismusikschule. Deren Förderverein hat beim Musikschultag in Schifferstadt am Samstag drei Konzertpauken im Gesamtwert von 7500 Euro überreicht. In der Aula des Paul-von-Denis-Schulzentrums zeigten Schüler und Lehrer in diversen Ensembles ihr Können. Und alle Besucher durften sich die Instrumente ganz aus der Nähe ansehen.
Gerade spielen die Bratschenschüler „Oye Como Va“. Das Latin-Stück, das Santana bekannt gemacht hat, würde man nicht unbedingt von einem Bratschen-Ensemble erwarten. Das Instrument, die größere und etwas tiefer klingende Schwester der Violine, ist doch eigentlich eher in der klassischen Musik zu Hause? „Solche Genre-Grenzen verlieren an Bedeutung“, erklärt Musikschulleiter Christoph Utz. „Wir unterrichten die Instrumente und spielen alles, was man darauf spielen kann.“ Und die Kinder wollten eben Musik spielen, die ihnen gefällt. Im 45. Jahr ihres Bestehens ist die Kreismusikschule sehr breit aufgestellt – was Instrumente und Musikstile betrifft. 20 verschiedene Instrumente stellt die Schule an diesem Samstag vor. Die zugehörigen Lehrer haben sich in Klassenzimmern rund um die Aula eingerichtet und zeigen und erklären interessierten Kindern und Eltern, wie man damit klingen und spielen kann. Neu im Angebot ist der Unterricht für Schlagwerk. Der aus Kolumbien stammende Mario Maradei unterrichtet vom Cajon, einer Kastentrommel, bis hin zu kubanischen Timbales alles, was die Rhythmusgruppe für lateinamerikanische Musik braucht. Zudem kann das übliche Schlagzeug-Set erlernt werden, das für Jazz- und Popularmusik unabdingbar ist. Diese modernen Stile unterrichten an der Kreismusikschule erfahrene Jazzer. In der Aula treten sie gerade zusammen mit ihren Schülern auf. Sie spielen „Cantaloupe Island“, einen groovenden Jazzrock-Klassiker von Herbie Hancock. Bei dem Stück bleiben die Akkorde sehr lange liegen und so ist es nicht allzu schwer, darüber zu improvisieren. Die Schüler der Saxophongruppe kommen da auch zum Zuge und spielen aus dem Stegreif. Neu an der Musikschule ist das Marimba-Trio, das Armin Sommer leitet. Es widmet sich der Neuen Musik. Am Vormittag hat es zum Beispiel ein Stück von Steve Reich gespielt, einem Komponisten der Minimal Music. Zudem baue die Kreismusikschule ihre Kooperationen mit Schulen und Musikvereinen weiter aus, erklärt Utz. Jüngstes Beispiel dafür sei die Ortsgemeinde Berghausen. Dort arbeite die Musikschule mit der Grundschule zusammen, die eine Ganztagsschule ist, und mit dem Musikverein Berghausen. Der Verein unterstütze beim Klassenmusizieren und Ensemblespiel, im Gegenzug machten die Schüler mit, wenn er sein Vereinskonzert gebe. Am Paul-von-Denis-Gymnasium sei das Klassenmusizieren schon gut etabliert. Am G8 Gymnasium in Maxdorf würden die Bläserklassen mit Unterstützung der Kreismusikschule gerade ausgebaut, berichtet Utz. Eine Neuerung ist auch die projektbezogene Arbeit. So soll es zum 45-jährigen Bestehen im Juni ein großes Konzert im Mutterstadter Palatinum geben. Dort werden nicht nur aktuelle Schüler der Musikschule mitspielen, sondern auch Ehemalige und Eltern. Daraus werde dann ein richtig großes Projektorchester mit gut 100 Musikern, meint Utz. Auf dem Programm stehen der festliche Marsch „Pomp And Circumstance“ von Edward Elgar und die Hymne „We Will Rock You“ von Queen. Der Fachbereich Jazz- und Popularmusik wird sich am Mittwoch, 20. April, im Schifferstadter Club Ebene Eins vorstellen. Im Juli gibt es einen „Klavier-Marathon“: Im Showroom des Neuhofener Pianohauses Hoffmann werden Schüler über drei Stunden lang Klaviermusik spielen – es soll auch Musik für mehrere Klaviere geben, die sonst sehr selten zu hören sei, kündigt Utz an. Wie jedes Jahr war der Musikschultag gut besucht. „Die Kuchentheke war schon eine Stunde vor Schluss leer gegessen“, schmunzelt Utz. Termin Mittwoch, 20. April, 19 Uhr, Konzert des Fachbereichs Jazz- und Popularmusik in der Kulturscheune des Clubs Ebene Eins, Burgstraße 23, Schifferstadt.