Rhein-Pfalz Kreis Mordkomplott im Laufschritt geschmiedet

Halbmarathon-Finisher: Zu Recherchezwecken in Manfred H. Krämer selbst in Mannheim mitgelaufen.
Halbmarathon-Finisher: Zu Recherchezwecken in Manfred H. Krämer selbst in Mannheim mitgelaufen.

«Schifferstadt.» „Er schreibt spannungsgeladene Krimis mit herrlich skurrilen Figuren“, sagt Schreiwer-Hais’l-Betreiberin Beate Holzwarth über Manfred H. Krämer. Der Lampertheimer Schriftsteller hat am Sonntag im Schifferstadter Schreiwer-Hais’l aus seinem achten Krimi „MordsMarathon“ gelesen. Detailreich hat er erzählt, wie sein skurriles Ermittlerduo einen Massenmord beim Mannheimer Dämmermarathon vereiteln konnte.

Eine Krämer-Lesung entzieht sich dem Prozedere üblicher Autorenlesungen. Denn: Manfred H. Krämer erzählt mehr, als er liest. Er inszeniert und zelebriert regelrecht seine Geschichten und kreiert dabei eine täuschend echte Parallelwelt, in die er während seiner Darbietungen gänzlich eintaucht. Fast entsteht der Eindruck, seine Figuren seien real und Krämer gebe den neuesten Klatsch preis. Detailreich erzählt er über seine Charaktere, die er im Laufe der Krimi-Reihe immer feiner modellierte. Im Zentrum seiner Krimis steht das Ermittlerpärchen Tarzan und Solo, deren Beziehungskiste nicht nur eine höchst komplizierte Sache ist, sondern deren ungewissen Ausgang Krämer bisweilen als „Cliffhanger“ zwischen den einzelnen Bänden verwendet. Lothar Zahn, alias Tarzan, erinnert streckenweise an den LU-Tatort-Ermittler Mario Kopper, woraus Krämer keinen Hehl macht. Solo heißt mit richtigem Namen Berta Solomon. In Band acht nun kommt es beziehungstechnisch zwischen den beiden zur Mutter aller Eklats, den Krämer im Hais’l zum Besten gibt und Riesenlacher erntet. Ein 14 Jahre zurückliegender Seitensprung hat vermeintlich in Person eines 14-jährigen Mädchens Gestalt angenommen und kreuzt auf der Hochzeit von Solo und Tarzan auf. Auch wenn sich das Drama etwas abmildert, Krämer strickt munter seine Handlungsstränge nach dem Motto: In der Liebe und beim Mord gibt es keine Verjährung. Nach allerlei beziehungstechnischen Verwicklungen schwenkt Krämer zum Mordgeschehen über. Auch hier erfährt sein Schifferstadter Publikum neben einer kurzen Inhaltsangabe, vor allem von seinen Hürden beim Entstehungsprozess des Buches. Denn laut einer Eingabe sollte ein pathologischer Täter beim Mannheimer Dämmermarathon eben mal das gesamte Starterfeld ausradieren – 10 000 Läufer. Aber wie? Krämer war in einer Zwickmühle, eine Mordslösung musste her. Doch bis es dazu kam musste er zu drastischen Mitteln greifen und die Halbmarathon-Strecke mitlaufen: als Vor-Ort-Recherche. Nach mehr als zwei Stunden mit quälenden Mordkomplottgedanken im Kopf kam im Ziel die zündende Idee. Wie der Mörder vorgeht, verschwieg Krämer der Spannung halber. Eins sei verraten: Mit 208 Toten machte er sich keinesfalls Freunde im Organisation-Team des Marathons. In knapp vier Wochen wird sein neunter Band „Rivermord“ erscheinen. Noch in Manuskriptform las er auch hier einige Passagen. Diese Mal verschlägt es das Ermittlerduo auf eine Flusskreuzfahrt mit Komplikationen. Allen Flusskreuzfahrtlinien zu Liebe: Gemordet wird an Land.

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