Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Mobile Impfteams: Eine Frage der Koordination

Das Serum verteilt der Kreis an die Impfteams.
Das Serum verteilt der Kreis an die Impfteams.

Der Impfmarathon hat begonnen, die Seniorenheime sind als erstes dran. Für die Heimleitungen bedeutet das eine Menge Arbeit. Überhaupt steckt viel Koordinationsarbeit hinter allen Abläufen. Chefplaner ist das Land, das über eine Hotline auch die Termine für das Impfzentrum in Schifferstadt vergibt. „Wir können dort erst loslegen, wenn wir Termine eingebucht bekommen“, sagt Impfzentrumskoordinator Tilo Meinke.

Die Pro-Seniore-Residenz in Neuhofen hat am Sonntag den Anfang gemacht: Ein mobiles Impfteam hat Bewohner und Mitarbeiter – sofern sie dazu bereit waren – geimpft. Auf der Prioritätenliste des Landes stehen laut Kreisverwaltung für die nächsten Tage sieben weitere Senioreneinrichtungen im Rhein-Pfalz-Kreis. Welche das sind, solle aber nicht kommuniziert werden, meint Tilo Meinke und verweist auf das Land. Auch beim Gesundheitsministerium gibt es auf Anfrage keine Auskunft. Die Namen der Einrichtungen würden derzeit nicht veröffentlicht. Wichtig sei, dass eine Einrichtung Impfbereitschaft signalisiere. Heißt: Alle Formalitäten müssen geklärt sein und eingehalten werden.

Arzt, Apotheker und Rettungssanitäter

„Eine Einrichtung muss erst Impfbereitschaft signalisieren, damit ein Impfteam dort hingeschickt werden kann“, erklärt Meinke, der von Kreisseite das Impfgeschehen begleitet. „Einfluss haben wir darauf nicht, das Land ist Chefkoordinator in dieser Sache, aber wir unterstützen, wo wir gebraucht werden“, sagt er. Und: Der Kreis koordiniert, dass die vorhandenen Impfdosen über einen Beauftragten des Deutschen Roten Kreuzes an die mobilen Teams übergeben werden. Diese bestehen Meinke zufolge aus einem Arzt, einem Apotheker und vier bis fünf Rettungssanitätern. Der Arzt sei in der Regel ein Mediziner von vor Ort, der die Heimbewohner und ihre Krankheitsgeschichten möglichst kennt. Ohne seine Anamnese werde nicht geimpft. Ohne Einwilligung der Bewohner auch nicht. Kann ein alter Mensch diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst geben, weil er zum Beispiel dement ist, müssen Angehörige und Betreuer gefragt werden. „Das bedeutet für die Heimleitungen, denen in diesen Tagen ohnehin viel abverlangt wird, eine Menge zusätzlicher Arbeit“, sagt Tilo Meinke. Im Kreis war die Neuhofener Einrichtung am schnellsten impfbereit, deshalb habe man dort gleich am Sonntag den Anfang machen können. Was nicht heißt, dass jeder, der dort wohnt oder arbeitet, eine Impfdosis verabreicht bekommen hat. Laut Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz war die Bereitschaft, geimpft zu werden, bei den Mitarbeitern geringer als bei den Bewohnern. Von den 80 Mitarbeiter wurden am Sonntag 25 geimpft.

Terminvergabe über Hotline des Landes

Wann die ersten Kreisbürger geimpft werden, die nicht in einem Heim leben, sprich: das Impfzentrum in Schifferstadt in Betrieb geht, ist noch unklar. „Irgendwann zwischen dem 4. und 10. Januar – also nehmen wir an“, sagt Meinke. Sicher sei nichts. Im Impfzentrum in der neuen Kreissporthalle stehe jedenfalls alles bereit, die Ärzte warteten auf ihren Einsatz. „Von uns aus kann es losgehen.“ Die Terminvergabe erfolgt über eine Hotline des Landes. Der Kreis habe darauf also keinen Einfluss. „Wir legen los, wenn die Termine bei uns eingebucht werden“, erläutert der Impfzentrumskoordinator. Problematisch könnte sein, dass die Personen der Gruppe, die nach der Priorisierung zuerst an der Reihe ist, sehr alt sind und die nötigen Informationen für die Impfung vor allem im Internet stehen. „Wir können da aber nicht eingreifen und müssen abwarten, wie es weitergeht“, sagt Meinke. Der Plan des Landes ist, bis spätestens Ende 2021 rund 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Solange sollen die Impfzentren bestehen.

Zur Sache

Informationen rund ums Impfen gibt es im Internet unter corona.rlp.de

x