Rhein-Pfalz Kreis Miteinander leben und lernen
Die Schüler der Realschule plus in Bobenheim-Roxheim haben sich am Wochenende tief betroffen von den Terroranschlägen in Frankreich gezeigt. Beim „Tag der offenen Tür“ am Samstag gestalteten die Jugendlichen spontan eine Gedenktafel. Hier konnten die Teilnehmer Kerzen anzünden und eigene Gedanken zu Papier bringen. „Unfassbar“ oder „Sag nein zu Rassismus“ schrieben sie, und auch: „Religion kennt keine Gewalt.“
Bei zahlreichen Gesprächen wurde deutlich, wie sehr die grauenvollen Bilder aus der französischen Metropole auch die Gefühle der Schüler berühren. Vor diesem Hintergrund fiel es auch Schulleitung und Lehrerkollegium nicht leicht, ein ganz normales Programm „abzuspulen“. Denn: Gerade die Realschule plus Bobenheim-Roxheim setzt seit vielen Jahren mit großem Erfolg zukunftsweisende Zeichen für junge Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und Religion. Man lebt und lernt miteinander und man lernt vor allem auch voneinander. Und gerade deshalb wollte man auch diesmal für die Pestalozzischule in Bobenheim-Roxheim werben. Eine Schule, die mit derzeit 337 Schülern keine übervölkerte „Lernfabrik“ ist, sondern – wie Konrektorin Silke Günther betonte –, eine Schule, die jeden Schüler in seiner Individualität wahrnimmt und fördern möchte. Eine „Trumpfkarte“ sei dabei auch die räumliche Ausstattung der Schule. Gut ausgestattete Computer-Fachräume, eine lichtdurchflutete, moderne Mensa und die neuerbaute Großsporthalle seien eine echte Visitenkarten für die Schule. Besonders wissensdurstig waren natürlich die Eltern der zukünftigen Fünftklässler. Die hier gestellten Fragen machten sich vor allem an den Angeboten und Inhalten der Ganztagsschule fest. Insbesondere berufstätige Eltern stellten oft die Frage: „Wie sieht es mit der Betreuung und Unterstützung der Schüler am Nachmittag aus?“ Auch die „Durchgängigkeit“ war ein Schwerpunktthema. Nicht wenige Eltern hielten Ausschau nach Wegen zum Studium. Auch dafür konnte die Realschule plus Möglichkeiten aufzeigen. Etliche Schüler haben in den vergangenen Jahren den Sprung zum Abitur geschafft. Einen Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit bildet die qualifizierte Berufsvorbereitung, hier lässt sich die Schule einiges einfallen. Viel Aufmerksamkeit erntete eine Ausstellung der achten berufsorientierten Klassenstufe. Mit den Lehrerinnen Melanie Martin und Silke Seilheimer waren die Mädchen und Jungen mehrere Tage in einer Ludwigshafener Großbäckerei und im Wormser Berufsbildungswerk. Bei praktischen Einsätzen in den dortigen Ausbildungsgruppen wurden Kenntnisse in verschiedenen Berufssparten gesammelt. Besonders beliebt waren dabei Maler und Landschaftsgärtner und hauswirtschaftliche Berufe. Die Jugendlichen arbeiteten in der Natur, in der Küche sowie in den Holz- und Metallwerkstätten. Stolz präsentierten sie die selbst gefertigten Gegenstände, darunter gestanzte Namensschilder, Holzwürfel, Handyhalter und metallene Zettelkästen. Strahlend bunt leuchteten die selbst gefertigten Tapeten im Klassensaal. Die 14-jährige Katharina Schnabel berichtete über ihre Eindrücke: „Wir durften in der Ausbildungsküche Pizza backen und Muffins herstellen – ich habe schon als Kind mit meiner Mama und meiner Oma gerne gekocht und gebacken und will Köchin werden.“ Auch Can Akdogan (14) schwärmte geradezu von den Tagen in Worms. „Es hat viel Spaß gemacht und wir haben dabei auch einiges gesehen und gelernt“, resümierte der Junge. Erfreulich für die Lehrkräfte Melanie Martin und Silke Seilheimer: „Den Schülern wurde auch Pünktlichkeit und Einsatzbereitschaft attestiert – was für eine spätere Ausbildung natürlich auch ganz wichtig ist.“Im Klassensaal nebenan herrschte bereits adventliche Atmosphäre. Hier bastelten die Jugendlichen mit Lehrerin Sorina Peglow Motiv-Weihnachtskarten. Im Foyer gab es jede Menge Impressionen von Klassenfahrten und Skifreizeiten zu bestaunen. Besondere Höhepunkte dabei: die Tage in Südtirol und London. In besonderen Workshops konnten die Teilnehmer beim Tag der offenen Tür auch ihre Kreativität unter Beweis stellen. Dabei wurden der Umgang mit Laptops geübt, Weihnachtsplätzchen gebacken und ein Trommelkurs angeboten. Auch Fremdsprachen und Mitmachversuche in Sachen Physik stießen auf großes Interesse. An den Infoständen präsentierten sich auch das Schulradio, der Schul-Förderverein und der Elternbeirat. Die Ehrenamtlichen servierten den Eltern und Großeltern Sekt und Häppchen und hatten auch eine rekordverdächtige Kuchentheke arrangiert. Eine selbstbewusste und innovative Schule zog am Samstag alle Register. (wek)