Rhein-Pfalz Kreis Mit vereinten Kräften Tinker Bell gerettet

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Mutterstadt. Einen Ausflug ins Nimmerland haben am Samstag die Besucher des Musicals Peter Pan gemacht. Im Mutterstadter Palatinum hat der Junge, der nicht erwachsen werden möchte, in der Inszenierung des Theaters Liberi aus Bochum sowohl die großen als auch die kleinen Zuschauer mit schwungvollen Liedern und bunten Kostümen in eine fantasievolle Welt entführt.

„Ich will nicht wachsen“, singt ein fröhlicher Peter Pan (Maximilian Boshamer), der mit seinem grünen Hemd und dem Hut genau so in Erscheinung tritt, wie man die bekannte Figur des schottischen Autors James Matthew Barrie aus der Disney-Verfilmung kennt. „Ich will selbst entscheiden, wie dumm ich einmal werden will“, ergänzt er und erheitert damit besonders die erwachsenen Besucher, die ihre Kinder auf dem Schoß sitzen haben, um ihnen einen besseren Blick auf die Bühne zu ermöglichen. Denn dort tut sich einiges: Im Nu wird aus Wendys (Isabel Flössel) Schlafzimmer das Versteck der verlorenen Jungs auf der Insel Nimmerland, das dann wiederum ratzfatz ins Piratenschiff des berüchtigten Käpt’n Hook verwandelt wird. Dank schneller Szenenwechsel, witziger Dialoge und flotten Liedern verfolgen die Kinder von Anfang an ganz gebannt das Geschehen. Peters Erkennungszeichen, ein Ruf, der wie das Gekrächze eines Hahns klingt, imitieren die Kleinen sofort nach, werden quasi zu Peters Verbündeten, die ihm sogar helfen wollen. „Was will der da?“, fragt ein kleiner Junge seine Oma, als er Hook erblickt, der sich einem schlafenden Peter Pan nähert. Andere rufen „Pass auf Peter“ in Richtung Bühne, um ihren Helden zu warnen, denn dem Mann mit der Hakenhand ist natürlich nicht zu trauen. Dabei zeigt Hook, den Roman Nienhaus mit einer tiefen, kratzigen Stimme verkörpert, durchaus auch seine weiche Seite: So singt er sich seinen Schmerz, hinter Peter Pan immer nur der Zweite gewesen zu sein, herzzerreißend von der Seele. Lustig wird es dagegen, sobald ein Ticken zu vernehmen ist. In der Annahme, das Krokodil, das seine Hand samt Uhr gefressen hat, nähert sich, mutiert der stolze Käpt’n regelrecht zum Feigling, der mit seinen etwas tollpatschigen Gehilfen Starkey (Jana Flaccus) und Smee (Benjamin Mangelsdorf) flüchtet – sehr zur Freude der Zuschauer, die sich jedes Mal vor Lachen kaum halten können. Eher traurig stimmt dagegen die Szene, in der Peter Pan die sterbende Fee Tinker Bell (Carolin Pommer) in seinen Armen hält. Allerdings kann er auf die Unterstützung der Besucher zählen. Nach seiner Frage „Glaubt ihr an Feen?“ schallt ein lautstarkes „Ja“ durch den Saal, das die Fee wieder zurück ins Leben befördert. Die Aufforderung „Flieg einfach los“ nehmen einige Kinder fast wörtlich und stürmen vor die Bühne, um dort zusammen mit den Darstellern das Happy End zu feiern. „Das war schön“, findet Bennet aus Neuhofen. Der Fünfjährige kennt die Geschichte von Peter Pan aus einem Buch, „aber da haben sie nicht gesungen“, meint Bennet und bringt damit seine Oma Barbara Weyland zum Schmunzeln. Währenddessen herrscht im Foyer schon ein großes Tohuwabohu, denn die Darsteller laden zur Autogrammstunde. Klar, dass die Kinder diese nutzen, um sich eine CD oder ein Poster unterschreiben zu lassen. „Ich habe alle“, sagt ein kleines Mädchen freudestrahlend zu ihrer Mutter, die schon die Jacke bereithält. (lai)

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