Rhein-Pfalz Kreis Mit Schlagfallen gegen Nager
Schifferstadt. Spuren von Mäusekot und -urin in Schränken, auf dem Boden, auf Pulten. Und das seit Wochen. Im Untergeschoss des Gymnasiums des Paul-von-Denis-Schulzentrums tummeln sich die Nager. Nun rückt der Kammerjäger an.
Kleine braune Köttel liegen in einem Schrank im naturwissenschaftlichen Trakt des Paul-von-Denis-Gymnasiums in Schifferstadt. In einige Exponate haben sich kleine Mäusezähnchen hineingebohrt. Seit Ende der Sommerferien ist dem Schulträger, der Kreisverwaltung, bekannt: Nagetiere krabbeln durch die Räume. Und sie hinterlassen ihre Spuren – auch solche, die gesundheitsgefährdend sein können. Durch Mäusekot und -urin können Krankheiten übertragen werden, warnt der Verband Deutscher Schädlingsbekämpfer. Das Hantavirus, eine Art der Gelbsucht oder Salmonellen zum Beispiel. Gegenstände oder Nahrungsmittel, auf denen die Mäuse ihren Kot hinterlassen, sind kontaminiert. Bakterien und Viren können durch Kontakt mit Haut, Schleimhäuten oder Atemwegen auf den Menschen übertragen werden. Und so krank machen.
Großoffensive der Kammerjäger
Eine landesweite Regelung, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist, gibt es nach Angaben des Bildungsministeriums des Landes Rheinland-Pfalz nicht. Der Schulträger entscheide. Im Fall Schifferstadt hat er beschlossen, in den Herbstferien den Kammerjäger zu schicken, teilt Kornelia Barnewald, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Die Reinigung übernehme eine Sonderfirma. „Kollegen haben in den Kellerräumen schon selbst Hand angelegt und Verunreinigungen beseitigt“, sagt Schulleiterin Gabrielle Steinbach. „Wir sind fleißig dabei, das Problem zu beseitigen.“ Nun sei die große Offensive geplant. „Insbesondere in den Bereichen, in denen offene Lebensmittel aufbewahrt werden“, seien Spuren von Mäusen entdeckt worden, berichtet sie. „Mäuse gehen nur dorthin, wo sie etwas finden.“ Im Gymnasium ist das unter anderem in den naturwissenschaftlichen Räumen im Keller. Dort lagern Exponate und zu Versuchszwecken Lebensmittel. „Diese werden mittlerweile verschlossen aufbewahrt“, sagt Barnewald. Den Mäusen sei so ein Teil der Nahrungsgrundlage entzogen worden.
Kein Gesundheitsrisiko
Nun wird ein Kammerjäger Schlagfallen in der Schule aufstellen – um dem Problem Herr zu werden. „Während des laufenden Schulbetriebs wäre das ein zu großes Risiko gewesen“, erklärt die Pressesprecherin. Ebenso wie die Chemiekeule. „Große Maßnahmen hätten eine große Einschränkung bedeutet. Es musste abgewogen werden.“ Es sei kein riesiger Befall, daher habe die Verwaltung entschieden, zu warten. Von einem Gesundheitsrisiko für Schüler und Lehrer geht sie nicht aus. „Da Mäuse nicht so schlimm sind wie Ratten, sind wir kulanter.“ Wie es zum Mausbefall kommen konnte, erklärt sich die Verwaltung folgendermaßen: „Das Schulzentrum Schifferstadt ist umgeben von Feuchtwiesen und vielen Freiflächen. Was einerseits viel Natur bedeutet, bringt aber auch den Nachteil mit sich, dass Mäuse über die Keller in die Gebäude des Schulzentrums ziehen.“ Dort hätten sie optimale Fortpflanzungsbedingungen vorgefunden. Dass sich immer wieder Mäuse in die Schule verirren, bestätigt auch die Schulleiterin. Aber eben nie so viele wie jetzt. „Wir werden uns der Plage standhaft widersetzen“, sagt Steinbach. „Ich hoffe, dass der Rattenfänger von Schifferstadt alle Mäuse hinter sich herzieht.“