Bobenheim-Roxheim Metzgerei Rossnagel gibt auf
Ein paar Aufträge wickelt der Fleischermeister noch ab, doch das Ladengeschäft in der Otto-Karch-Straße bleibt ab Montag für immer zu. Sofern es niemand für andere Zwecke mieten will. Dass ein Berufskollege die Metzgerei übernimmt, hält Rossnagel für ausgeschlossen. Denn die Probleme seien überall die gleichen, und es fehle der Branche zudem an Nachwuchs.
Von stetigen Umsatzrückgängen, besonders seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, berichtet der 63-Jährige, der die Bobenheim-Roxheimer Metzgerei seit 21 Jahren betreibt. Diese sei Anfang der 1950er-Jahre vom Großvater gegründet worden. „Hinzu kommt, dass generell die Zahl der Fleischesser abnimmt“, sagt Rossnagel auf RHEINPFALZ-Anfrage. Als weitere Gründe für die Betriebsschließung nennt er die steigenden Energiepreise und Löhne sowie die für kleine Metzgereien schlechten Konditionen der Schlachthöfe.
„Den Leuten ist der Urlaub wichtiger“
Ganz so schnell und plötzlich wollte der Metzgermeister eigentlich nicht aufhören, doch dann hat ihm die diesjährige Urlaubszeit zu denken gegeben. „Es ist wie beim Spargel, den Erdbeeren und all anderen Waren: Den Leuten ist momentan ihr Urlaub wichtiger, dafür geben sie lieber ihr Geld aus.“ Um seine drei Verkäuferinnen macht er sich keine Sorgen, denn die Nachfrage an Personal sei in den noch verbliebenen Metzgereien sehr groß. Er selbst werde ebenfalls woanders weiterarbeiten.