Bobenheim-Roxheim
Mehrfamilienhäuser statt Gewerbe
Zum einen geht es um das 1500 Quadratmeter große Anwesen Berliner Straße 3, auf dem sich ein Autohandel und 18 Garagen befinden. Der Frankenthaler Adnan Garip hat es nach eigenen Angaben 2016 gekauft und will es in eine Wohnanlage umwandeln. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Planungsbüros Piske stellte Garip sein Vorhaben am Donnerstag im Bobenheim-Roxheimer Bauausschuss vor. Es sollen zwei Gebäude mit je sieben Wohnungen entstehen, denkbar sind aber auch Praxen und Büros. Das Erdgeschoss soll Funktionsräume beherbergen. Garip sprach von vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss sowie 28 Stellplätzen.
Das Grundstück wird im 1967 entstandenen Bebauungsplan als Tankstelle definiert, deshalb kann ohne eine Änderung dieses Plans dort kein Wohnhaus gebaut werden. Etwas verzwickt ist die Frage, welcher Gebietstyp für das Areal, das von Bebauung aller Arten umgeben ist, festgelegt werden soll. Ein Allgemeines Wohngebiet kommt wegen des nahen Gewerbegebiets nicht infrage, und als Mischgebiet dürfte es nur dann ausgewiesen werden, wenn dort tatsächlich auch Gewerbe untergebracht wird, was laut der Planerin eher unwahrscheinlich ist. Sie schlägt einen einfachen Bebauungsplan – im Gegensatz zum qualifizierten – vor, der keine Angaben zur Nutzung des Geländes macht. Dem Schutz vor Lärm von der Berliner Straße und aus dem nahen Frosta-Werk sollen verschalte Balkone mit großen Glaselementen Rechnung tragen.
Die Koalition (CDU, Grüne, FWG) reichte in der Sitzung einen Antrag ein, wonach die beiden Wohnhäuser nur viergeschossig (ohne Staffelgeschoss) sein und zur östlichen Grundstücksgrenze 20 Meter Abstand halten sollen. Der Bauherr soll verpflichtet werden, das Dach zu begrünen und mit einer Fotovoltaikanlage auszustatten.
18 neue Wohnungen
Das fordert die Koalition auch für das zweite Vorhaben, für das derselbe Bebauungsplan geändert wird. 1600 Quadratmeter in der Breslauer Straße 5, auf denen sich ein Friseursalon befindet, möchte der Eigentümer mit einem Mehrfamilienhaus bebauen. Die Gemeindeverwaltung spricht von 18 Wohneinheiten. Momentan darf das Grundstück nur für Büros, Läden und Verwaltungsgebäude genutzt werden. Laut Bauamtsleiter Thomas Krauß möchte sich der Eigentümer an dem Neubau orientieren, der vor wenigen Jahren die frühere VR-Bankfiliale, Breslauer Straße 9, ersetzt hat. Der damalige Bauträger werde auch dieses Projekt umsetzen. Planungskosten werden der Gemeinde nicht entstehen, denn einem Vertrag wird sich der Bauherr verpflichten, diese zu übernehmen.
Die Fraktionen von CDU, Grünen und Freien Wählern haben Bedenken, dass das Wohnhaus zu groß werden könnte, deshalb wünschen sie eine Festsetzung in dem Bebauungsplan, wonach die Höhe und das Ausmaß nicht die Dimensionen des Gebäudes in der Breslauer Straße 9 überschreiten dürfen. Die Koalition fordert zudem zwei Pkw-Stellplätze pro Wohneinheit.